Robert Schumann und Clara Wieck
Robert Schumann und Clara Wieck, 1847 Bildrechte: IMAGO

Lesezeit | 02. 09.–13.09.2019 | Zum 200. Geburtstag von Clara Wieck "Du bist es doch, von der ich alles Leben empfange"

Aus dem Briefwechsel zwischen Robert Schumann und Clara Wieck 1832-1840

Sie sind eines der berühmtesten Liebespaare der Musikgeschichte: Clara und Robert Schumann. Bis zu ihrer gegen den Willen von Claras Vater durchgesetzten Hochzeit im September 1840 schrieb sich das Paar hunderte Briefe. Die Auswahl dieser Lesezeit liefert ein berührendes Zeugnis ihrer Liebe.

Robert Schumann und Clara Wieck
Robert Schumann und Clara Wieck, 1847 Bildrechte: IMAGO

Kennengelernt haben sie sich 1828. Da war er, der Jurastudent, 18, sie, das Klavier spielende Wunderkind, zählte gerade neun. Seit der Trennung der Eltern war Clara bei ihrem Vater, dem Klavierhändler und Musikpädagogen Friedrich Wieck aufgewachsen und erhielt seit dem 5. Lebensjahr intensiven Klavierunterricht. Im Oktober 1828 hatte sie ihren ersten öffentlichen Auftritt im Leipziger Gewandhaus.

Auch Robert nahm bei Claras Vater Klavierunterricht. 1830 entschied er sich gar, sein Jura-Studium aufzugeben, um Komponist und Pianist zu werden. Ein Jahr lang wohnte er bei den Wiecks. Der neun Jahre jüngeren Tochter seines Lehrers erzählte er erfundene Märchen oder gab ihr Scharaden auf. Die angestrebte Pianistenlaufbahn musste Schumann jedoch bald wegen eines chronischen Handleidens aufgeben und widmete sich fortan dem Komponieren. Den vermutlich ersten Brief an Clara Wieck schrieb Schumann am 11. Januar 1832, als sich die 12-jährige Virtuosin in Frankfurt zu einer Konzerttournee aufhielt.

… also liebe Clara! Ich denke oft an Sie, nicht wie der Bruder an seine Schwester, oder der Freund an die Freundin, sondern etwa wie ein Pilgrim an das ferne Altarbild.

Robert Schumann Brief an Clara Wieck vom 11. Januar 1832
Clara Schumann 29 min
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"Ob und wie Sie leben, will ich wissen" | 11. Januar 1832 - 1. September 1835

MDR KULTUR - Das Radio Mo 02.09.2019 09:05Uhr 29:07 min

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Robert Schumann, Lithographie 29 min
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"Wenn nicht höhere Mächte sich zwischen uns stellen" | 13. Februar 1836 - 17. November 1837

MDR KULTUR - Das Radio Di 03.09.2019 09:05Uhr 29:05 min

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Thüringen

Clara Schumann 29 min
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"Ein Engelleben soll das werden" | 24. November 1837 - 5. Januar 1838

MDR KULTUR - Das Radio Mi 04.09.2019 09:05Uhr 28:38 min

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Robert Schumann, Lithographie 28 min
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"Die schönsten Lorbeerblätter" | 18. Januar 1838 - 3. April 1838

MDR KULTUR - Das Radio Do 05.09.2019 09:05Uhr 28:25 min

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Clara Schumann 28 min
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"Du bist das Ideal" | 20. Mai 1838 - 18. September 1838

MDR KULTUR - Das Radio Fr 06.09.2019 09:05Uhr 28:15 min

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Robert Schumann, Lithographie 29 min
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"Ohne den väterlichen Segen" | 1. Oktober 1838 - 29. Dezember 1838

MDR KULTUR - Das Radio Mo 09.09.2019 09:05Uhr 28:54 min

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Clara Schumann 29 min
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"Unserm Ziele immer näher" | 4. Januar 1839 - 13. Mai 1839

MDR KULTUR - Das Radio Di 10.09.2019 09:05Uhr 28:46 min

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Robert Schumann, Lithographie 29 min
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"Ein Gemisch von Engel und Mensch" | 18. Mai 1839 - 7. August 1839

MDR KULTUR - Das Radio Mi 11.09.2019 09:05Uhr 28:45 min

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Clara Schumann 28 min
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"Schreib nicht zuviel – außer an mich" | 5. Oktober 1839 - 13. Dezember 1839

MDR KULTUR - Das Radio Do 12.09.2019 09:05Uhr 27:42 min

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Robert Schumann, Lithographie 29 min
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"Wir lassen uns in Sachsen trauen" | 4. Januar 1840 - 28. August 1840

MDR KULTUR - Das Radio Fr 13.09.2019 09:05Uhr 28:48 min

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Liebe mit Hindernissen

1835 wurden Clara und Robert Schumann zum Liebespaar. "Erster Kuss im November" notierte Robert in seinem Leipziger Lebensbuch. Als Claras Vater von der Verbindung erfuhr, untersagte er seiner Tochter fortan jeden Kontakt mit Schumann. Doch die Liebenden fanden weiterhin Wege, sich zu sehen oder Briefe zu übermitteln. Im August 1837 erfolgte die heimliche Verlobung. Zu Claras 18. Geburtstag hielt Robert schriftlich um Claras Hand an. Von dem anschließenden Treffen mit Friedrich Wieck berichtete er in einem Brief vom 18. September 1837:

Die Unterhaltung mit Ihrem Vater war fürchterlich. Diese Kälte, dieser böse Willen, diese Verworrenheit, diese Widersprüche – er hat eine neue Art zu vernichten, er stößt einem das Messer mit dem Griff in das Herz. […] Was denn nun, meine liebe Clara? Ich weiß nicht, was ich anfangen soll.

Robert Schumann, Brief an Clara Wieck vom 18. September 1837

Eine ausgedehnte Konzertreise führte Clara Wieck im Herbst 1837 über Prag nach Wien, wo sie ihre bisher größten Erfolge feierte. Vom Vater überwacht, konnte sie dem fernen Geliebten oft nur heimlich schreiben. Doch nicht nur von Liebe und Sehnsucht erzählt dieser Briefwechsel, auch von Zweifeln und Sorgen um die gemeinsame Zukunft. Aus Prag schrieb Clara Wieck im November 1837:

Ich will nicht Pferde, nicht Diamanten, ich bin ja glücklich in Deinem Besitz, doch aber will ich ein sorgenfreies Leben führen und ich sehe ein, daß ich unglücklich sein würde, wenn ich nicht immerfort in der Kunst wirken könnte – und bei Nahrungssorgen? Das geht nicht.

Clara Wieck Brief an Robert Schumann vom 24. November 1837

Der andauernde Konflikt mit dem Vater belastete Clara sehr. Friedrich Wieck knüpfte eine Zustimmung zur Heirat an bestimmte Bedingungen hinsichtlich Vermögen und Erbe seiner Tochter, die für Schumann nicht akzeptabel waren. Im Juni 1839 beschlossen Clara Wieck und Robert Schumann, die Erlaubnis gerichtlich durchzusetzen. Am 12. September 1840, einen Tag vor Claras 21. Geburtstag, wurden sie in der Gedächtniskirche Schönefeld bei Leipzig getraut.

Angaben zur Sendung MDR KULTUR-Lesezeit
Zum 200. Geburtstag von Clara Wieck am 13. September:
"Du bist es doch, von der ich alles Leben empfange"
Die Zeugnisspur einer großen Liebe
Aus dem Briefwechsel zwischen Robert Schumann und Clara Wieck 1832–1840

Textauswahl und Lesefassung: Bernd Leistner
Sprecher: Sylvester Groth, Meike Droste, Hans Korte
Produktion: MDR 2010

Sendung:
02.09.–13.09.2019 | 09:05-09:35 Uhr

Wiederholung:
02.09.–13.09.2019 | 19:05-19:35 Uhr

Alle Folgen dieser Lesezeit stehen hier ein Jahr lang zum Hören und Download bereit.

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Zuletzt aktualisiert: 02. September 2019, 04:00 Uhr

Buchtipp Clara und Robert Schumann: Briefwechsel

Clara und Robert Schumann: Briefwechsel

Kritische Gesamtausgabe, hrsg. von Eva Weissweiler und Susanna Ludwig
Band 1: 1832-1838, Band 2: 1839, Band 3: 1840-1851
Stroemfeld Verlag
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