Lesung | 21.01.-25.01.2019 Weimar 1919 – Auf dem Weg in die erste Republik

Die Lesezeit von Jörg Sobiella blickt in detailreichen Nahaufnahmen auf die Geburtsstunde der ersten deutschen Demokratie zurück. Die Verfassungsgebende Nationalversammlung, die ab 6. Februar 1919 in Weimar tagte, legte dafür das Fundament. Doch warum entschied man sich für das kleine Weimar als Tagungsort? Und wie lernten die neuen Politikerinnen und Politiker – allesamt "kleine Leute" – das Handwerk des Regierens?

Eine Zeichnung von der Eröffnungssitzung der Nationalversammlung in Weimar, abgedruckt in der Berliner Illustrierten Zeitung, 1919.
Eine Zeichnung von der Eröffnungssitzung der Nationalversammlung in Weimar, abgedruckt in der Berliner Illustrierten Zeitung 1919 Bildrechte: dpa

Diesem Anfang wohnte kein Zauber inne. Die Gründung der ersten deutschen Demokratie vollzog sich nüchtern, glanzlos und schließlich für die Zeitgenossen enttäuschend. Ein verlorener Krieg, eine Revolution, die zum Bürgerkrieg entartete, ein hungerndes Volk – das war die Erbschaft der Monarchie, verbunden mit der brennenden Frage nach der Zukunft des Landes. Die Alternative lautete 1918/1919, eine parlamentarische Demokratie zu schaffen. Die Verfassungsgebende Deutsche Nationalversammlung, die ab dem 6. Februar 1919 in Weimar tagte, legte dafür das Fundament.

"Die demokratischste Demokratie der Welt" in Nahaufnahme

Damit wählten alle Deutschen – nun auch die Frauen – erstmals ein nach unserem heutigen Verständnis modernes Parlament, das drei große Aufgaben zu lösen hatte: Frieden mit den Siegern schließen, eine Verfassung ausarbeiten – und dem Volk Arbeit und Brot verschaffen. Die Demokraten von damals gaben ihr Bestes. Als die Nationalversammlung am 21. August 1919 nach Berlin zurückverlegt wurde, konnte ihr erster Präsident, der Sozialdemokrat Eduard David, voller Stolz verkünden:

Die deutsche Republik ist fortan die demokratischste Demokratie der Welt.

Eduard David, Sozialdemokrat

Die Lesezeit blickt in fünf detailreichen Nahaufnahmen auf diese Geburtsstunde der ersten deutschen Demokratie zurück: Wie kam die Demokratie nach Deutschland? Warum entschied man sich für das kleine Weimar als Tagungsort? Wie lernten die neuen Politikerinnen und Politiker – allesamt "kleine Leute" – das Handwerk des Regierens? Was gelang, was misslang ihnen bei Lösung der schier ungeheuren Probleme? War es bloß ein Zufall, dass zeitgleich das heute weltberühmte Bauhaus in Weimar gegründet wurde?

Jörg Sobiella: Weimar 1919. Der lange Weg zur Demokratie
Cover des Buches "Weimar 1919. Der lange Weg zur Demokratie" Bildrechte: Mitteldeutscher Verlag

Die Lesezeit basiert auf dem Buch von Jörg Sobiella: "Weimar 1919. Der lange Weg in die Demokratie", das im März 2019 im Mitteldeutschen Verlag in Halle erscheint. Anhand von Dokumenten aus Zeitungen, Memoiren und Tagebüchern erzählt er darin die Geschichte der zeitweiligen "Hauptstadt" Weimar im parlamentarischen Ausnahmezustand.

Über den Autor

Jörg Sobiella, 1954 in Wernigerode im Harz geboren, studierte Journalistik, Geschichte und Literatur in Leipzig. Nach einer Tätigkeit in den Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar, der heutigen Klassikstiftung Weimar und einigen Jahren als Texter, Dramaturg und kurzzeitiger Leiter des Kabaretts "Fettnäppchen" in Gera, arbeitet er seit 1992 als Redakteur und Reporter für MDR KULTUR in Thüringen. Jörg Sobiella lebt in Erfurt.

Angaben zur Sendung MDR KULTUR Lesezeit
"Weimar 1919 – Auf dem Weg in die erste Republik"
Von Jörg Sobiella

Regie: Matthias Thalheim
Produktion: MDR 2019 | Ursendung

Sprecher:
Ilja Richter
Martin Seifert
Petra Hartung

Sendung:
21.01. - 25.01.2019 | 09:05-09:35 Uhr

Wiederholung:
21.01. - 25.01.2019 | 19:05-19:35 Uhr

Sie können die Folgen dieser Lesezeit hier 365 Tage lang hören und downloaden.

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Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2019, 14:00 Uhr