13. bis 19. Juli Thüringer Literaturtage starten im Netz

Mareike Wiemann
Bildrechte: MDR/Robert Kühne

Die Literaturtage finden in diesem Jahr unter dem Festivalmotto "Vorübergehend unverfügbar" komplett virtuell statt – mit aufwändig produzierten Lesungsvideos, Hörspielen und Animationsfilmen. Als Gäste sind die Schriftstellerin María Cecilia Barbetta und die Schriftsteller Clemens Meyer und Lutz Seiler mit dabei. Alle Angebote sind frei verfügbar – ein Überblick.

Clemens Meyer Martin Straub
Clemens Meyer ist mit seinem Text "Die Projektoren" bei den Literaturtagen zu Gast. Bildrechte: Ralph Schönfelder

Solch einen Festivaljahrgang hat Ralf Schönfelder noch nicht erlebt: In den vergangenen Wochen hat der Geschäftsführer des Lesezeichen e.V. sich hauptsächlich mit der Postproduktion von Videos beschäftigt, von Schnitt bis Farbkorrektur landete alles auf seinem Tisch. "Im Frühjahr war völlig unklar, ob wir das Festival ganz normal im Juni stattfinden lassen können", erzählt Schönfelder. "Deswegen haben wir uns schnell entschieden, komplett umzukrempeln – und die Literaturtage ins Netz zu verlegen."

16 Videos von Lesungen werden nun ab dem 13. Juli auf der Website der Literaturtage veröffentlicht, allerdings nicht alle auf einmal. Der ursprüngliche Veranstaltungscharakter sollte beibehalten werden, und so gibt es nun eine Woche lang täglich neue Angebote. Clemens Meyer liest etwa aus seinem Text "Die Projektoren", Lutz Seiler aus "Stern 111" und María Cecilia Barbetta aus ihrem Roman "Nachtleuchten".

Janosch Horn Dominik Dombrowski Jiamin Zhang 2 min
Bildrechte: Ralph Schönfelder

Do 09.07.2020 10:15Uhr 01:41 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-sonstige/video-426012.html

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Video

Eine volle Festivalwoche

Parallel dazu werden Texte online gestellt, die Autorinnen und Autoren eigens zum diesjährigen Festivalmotto "Vorübergehend unverfügbar" geschrieben haben. Auch Hörspiele sind im Programm zu finden und kurze Animationsvideos von Ana Maria Vallejo. Bei dieser Mischung komme schon Festivalgefühl auf, sagt Organisator Ralf Schönfelder: "Auch, wenn natürlich das direkte Feedback des Publikums in diesem Jahr fehlt. Hier bieten wir aber an, via Social Media mit uns ins Gespräch zu kommen."

Schönfelder hofft, dass die Beiträge gut ankommen. Man habe sich bewusst dagegen entschieden, das Festival per Live-Stream über die Bühne gehen zu lassen, sondern ganz klassisch gedreht, mit bis zu fünf Kameras:

Wir wollten hier etwas schaffen, dass sich durch die Qualität von anderen Online-Veranstaltungen abgrenzt. So dass die diesjährigen Literaturtage nicht einfach nur eine Notlösung sind.

Ralf Schönfelder, Geschäftsführer des Lesezeichen e.V.

Auch am atmosphärischen Festivalort Burg Ranis wurde deswegen festgehalten, die Dreharbeiten fanden komplett dort statt.

Lutz Seiler und Daniela Danz
Lutz Seiler im Gespräch mit Daniela Danz. Bildrechte: Ralph Schönfelder

Kultur für alle

Einmal veröffentlicht, sollen die Lesungsvideos dauerhaft verfügbar bleiben. Geld müsse man nicht bezahlen, um sie zu sehen, sagt Schönfelder. Möglich hätten dies Änderungsanträge bei den Sponsoren gemacht, die kurzfristig akzeptiert wurden."Wir wollen in diesem Jahr, in dem viele Menschen finanzielle Probleme haben, einen Beitrag leisten: Dieses Festival ist für alle da."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 13. Juli 2020 | 13:10 Uhr