Martin Scorsese
Martin Scorsese am Set von "Silence" (2016). Der Film über zwei Jesuitenpriester im 17. Jahrhundert war einer der wenigen kommerziellen Flops in Scorseses Karriere. Bildrechte: IMAGO

Einer der erfolgreichsten Regisseure des US-Kinos Martin Scorsese wird 75 - und macht einfach weiter

Martin Scorsese
Martin Scorsese am Set von "Silence" (2016). Der Film über zwei Jesuitenpriester im 17. Jahrhundert war einer der wenigen kommerziellen Flops in Scorseses Karriere. Bildrechte: IMAGO

Der US-amerikanische Regisseur Martin Scorsese wird am Freitag 75 Jahre alt. Seit über 50 Jahren führt er Regie und hat Meisterwerke wie "The Last Waltz", "Good Fellas" oder "Wie ein wilder Stier" geschaffen. Ruhiger wird er mit dem Alter aber nicht: Erst vor wenigen Wochen begann er ein weiteres Regieprojekt.

Seit Ende September dreht Scorsese den Mafiathriller "The Irishman". Dafür hat er ein altbewährtes Traum-Team zusammengetrommelt: Neben Al Pacino spielen auch Robert De Niro, Joe Pesci und Harvey Keitel mit - Schauspieler, mit denen Scorsese schon mehrfach gedreht hat. De Niro wird sich in den Auftragsmörder Frank "The Irishman" Sheeran verwandeln, dem nachgesagt wird, mehr als 25 Morde begangen zu haben.

Oscar für "Departed"

Scorsese wurde 1942 als Sohn sizilianischer Arbeiter geboren und wuchs im New Yorker Italienerviertel "Little Italy" auf. Nach seinem Studium der Filmwissenschaften feierte er in den 70er-Jahren erste Erfolge mit Filmen wie "Hexenkessel" und "Taxi Driver". Mit dem Boxer-Drama "Wie ein wilder Stier" holte sich Scorsese 1980 die erste von bislang acht Oscar-Nominierungen als bester Regisseur. Für "Departed - Unter Feinden" bekam er 2007 schließlich den begehrtesten Filmpreis der Welt.

Von Mafia-Filmen bis zum Michael-Jackson-Musikvideo

Neben Spielfilmen hat Scorsese auch umjubelte Musikfilme gedreht - so etwa den Konzertfilm "The Last Waltz" über das Abschiedskonzert von The Band im Jahr 1976. Später arbeitete er mit Michael Jackson zusammen - als Regisseur für das 16-minütige Musikvideo zu dessen Hit "Bad".

Mit 75 Jahren folgt er nun einer weiteren neuen Berufung: Anfang 2018 will er als Lehrer seine Filmerfahrungen teilen. Wie das amerikanische Start-up "MasterClass" kürzlich mitteilte, gibt Scorsese dann sein erstes Online-Seminar mit Tipps zum Geschichten erzählen, zu Schnitt-Techniken und zum Umgang mit Schauspielern. Er wolle jungen Menschen helfen, ihren Weg zu finden, sagte Scorsese in einem Video. Er selbst habe durch einen Lehrer das Selbstvertrauen gewonnen, Filmemacher zu werden.

Martin Scorseses größte Erfolge

Harvey Keitel (Charlie) in dem Film 'Hexenkessel'
Harvey Keitel 1973 als Charlie in "Hexenkessel": Für Scorsese war es der erste Mafiafilm - und bereits die zweite Zusammenarbeit mit Harvey Keitel, mit dem er auch später immer wieder gern drehte. Bildrechte: IMAGO
Harvey Keitel (Charlie) in dem Film 'Hexenkessel'
Harvey Keitel 1973 als Charlie in "Hexenkessel": Für Scorsese war es der erste Mafiafilm - und bereits die zweite Zusammenarbeit mit Harvey Keitel, mit dem er auch später immer wieder gern drehte. Bildrechte: IMAGO
Travis Bickle (Robert DeNiro in dem Film 'Taxi Driver'
"Taxi Driver": Robert De Niro 1976 in einer seiner berühmtesten Rollen als Vietnam-Veteran Travis Bickle, der seinen Frust schließlich in einer Gewalt-Orgie entlädt. Bildrechte: IMAGO
Morrison, Bob Dylan und Robbie Robertson
Martin Scorsese hat schon 1969 an einer Dokumentation über das Woodstock-Festival mitgewirkt. Mit "The Last Waltz" schuf er 1976 einen epischen Konzertfilm und eine liebevolle Hommage an eine ganze Musikergeneration - im Bild Van Morrison, Bob Dylan und The Band-Gitarrist Robbie Robertson. Weitere Musikfilme folgten, so die Dokumentation "George Harrison - Living in the Material World" (2011) oder der Stones-Konzertfilm "Shine a Light" (2008). Bildrechte: IMAGO
Als Boxer La Motta steht der US-amerikanische Schauspieler Robert De Niro im Ring während einer Szene des Films 'Wie ein wilder Stier' (1980).
Eine weitere Zusammenarbeit mit Robert De Niro: Das Drama "Wie ein wilder Stier" über den alternden Boxer Jake LaMotta drehte Scorsese 1980 überwiegend in Schwarz-Weiß. De Niro bekam für seine Darstellung den Oscar. Bildrechte: dpa
Die Farbe des Geldes (USA 1986) Der alte Meister will es noch mal wissen: Eddie Felson (PAUL NEWMAN) tritt bei einem Billard-Wettkampf gegen den jungen Spieler Vincent an
Mit "Die Farbe des Geldes" griff Scorsese 1986 das Sujet des gealterten Meisters wieder auf: Eddie Felson, gespielt von Paul Newman, tritt bei einem Billard-Wettkampf gegen ein Nachwuchs-Talent an. Newman hatte die Figur schon 25 Jahre zuvor in "Haie der Großstadt" verkörpert. Bildrechte: IMAGO
Die letzte Versuchung Christi (USA 1988)
"Die letzte Versuchung Christi" sorgte 1988 bei konservativen Christen für Proteste. Der Film zeigt einen zweifelnden, menschlichen Jesus. Bildrechte: IMAGO
Zwei Männer an einem Spieltisch.
Auch in dem Krimi-Drama "Casino" (1995) spielte Robert De Niro die Hauptrolle. Zum vorerst letzten Mal - erst 2017 kam es zur nächsten Zusammenarbeit zwischen ihm und Scorsese für "The Irishman", der 2019 in die Kinos kommen soll. Bildrechte: IMAGO
Leonardo Tue Caprio und Ray Winstone in dem Film 'Departed'
Ein weiterer Lieblings-Schauspieler von Martin Scorsese ist Leonardo Di Caprio - hier als William "Billy" Costigan in "Departed - Unter Feinden" von 2006. Scorsese bekam seinen ersten und bislang einzigen Oscar für die beste Regie. Bildrechte: IMAGO
Leonardo DiCaprio in einer Szene des Films 'The Wolf of Wall Street', 2013
In "The Wolf of Wall Street" spielte Leonardo Di Caprio 2013 den Börsenmakler Jordan Belfort. Nach "Gangs of New York", "Aviator", "Departed", und "Shutter Island" war es bereits seine fünfte Zusammenarbeit mit Scorsese. Bildrechte: IMAGO
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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. November 2017 | 17:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017, 19:45 Uhr

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