Neue Ausstellung "Mondsüchtig": Albertinum Dresden zeigt Meisterwerke der Romantik

Besucher des Dresdner Albertinums können ab sofort bis zum 21. Juni 2020 "mondsüchtig" werden: Unter diesem Titel hat die Galerie Neue Meister die schönsten Mondlandschaften der Romantik um ihr berühmtes Bild "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" von Caspar David Friedrich versammelt. Das Gemälde entstand vor 200 Jahren.

Caspar David Friedrich, Zwei Männer in Betrachtung des Mondes. 1819/20. Öl auf Leinwand, 33 x 44,5 cm. Albertinum | Galerie Neue Meister, Gal.-Nr. 2194
Caspar David Friedrich: "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes". Bildrechte: Foto: Albertinum | Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Elke Estel/Hans-Peter Klut

Fast im Halbdunkel hängt das kleine Ölbild im Obergeschoss des Dresdner Albertinums. "Zwei Männer in Betrachtung des Mondes" von Caspar David Friedrich ist nicht viel größer als ein DIN A4-Blatt, im Goldrahmen – und doch fasziniert das Motiv weltweit Liebhaber der Romantik. Gemalt in erdigen Braun- und Sepiatönen, die feine helle Sichel des zunehmenden Mondes überm abendlichen Horizont.

Das Werk ist eines der ganz großen Meisterwerke in den Sammlungen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Entstanden in den Jahren 1819 und 1820 ist es mit den typischen Elementen des Meisters ausgestattet: mit wuchtigen Felsen, knorrigem Eichen-Baum, einer aus der Erde gerissenen Wurzel, nur das sparsame Licht von Mond und Abendstern erhellt den Nachthimmel.

Man muss die Landschaftsmalerei Friedrichs als Seelenlandschaft sehen: als eine Landschaft, in der es um auch die Projektion von Empfindungen geht.

Holger Birkholz, Galerie Neue Meister

Johan Christian Dahl, Kopie nach: Kopenhagener Hafen bei Mondschein, nach 1830. Albertinum
Johan Christian Dahl, Kopie nach: Kopenhagener Hafen bei Mondschein, nach 1830. Bildrechte: SKD, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut

Der Mond als Sehnsuchtsort

Caspar David Friedrich schenkte das Bild einem Freund und Nachbarn in Dresden, dem norwegischen Maler Johan Christian Clausen Dahl, der mit ihm unweit der Brühlschen Terasse lebte. Dahl verkaufte das Bild nach Friedrichs Tod an die Gemäldegalerie, in deren Besitz es seither ist.

In der Galerie Neue Meister ist das Werk nun zu sehen – neben 14 weiteren Bildern, in denen der Mond eine Rolle spielt. "Der Mond ist ein ganz zentrales Thema der Romantik als Sehnsuchtsmotiv, führt zugleich aber den Betrachter zu sich selbst", so Kurator Wolfgang Birkholz. Die Besonderheit der Dresdner Romantik sei, dass Mondscheinbilder oft auch etwas Leeres hätten, eine gewisse Melancholie und Ruhe ausstrahlten.

Neben zwei weiteren Friedrich-Gemälden sind in der Kabinettsausstellung Werke von Carl Gustav Carus, Ernst Ferdinand Oehme, Christian Friedrich Gille, Johan Christian Dahl und Ludwig Richter zu sehen, darunter dessen berühmte "Überfahrt am Schreckenstein". Einige der Werke wurden aus dem Depot geholt.

Carl Gustav Carus, Mondnacht bei Rügen, wohl 1819. Öl auf Leinwand, 38,5 x 47,5 cm
Carl Gustav Carus, Mondnacht bei Rügen, wohl 1819. Öl auf Leinwand, 38,5 x 47,5 cm. Bildrechte: Albertinum, SKD, Foto: Jürgen Karpinski

Informationen zur Ausstellung "Mondsüchtig" Ausstellungsort: Albertinum Dresden
Laufzeit: 26. Juni 2019 - 21. Juni 2020
Öffnungszeiten: täglich 10-18 Uhr, Montag geschlossen
Eintrittspreise: regulär 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, unter 17 Jahren frei

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Juni 2019 | 12:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2019, 14:38 Uhr

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