Denkmäler Sachsen-Anhalt will Kulturlandschaft um Naumburger Dom stärken

Der Naumburger Dom, fotografiert vom Turm einer anderen Kirche
Der Naumburger Dom Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Seit zwei Jahren steht der Naumburger Dom auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO. Jetzt soll die Kulturregion Saale/Unstrut insgesamt gestärkt werden. Der Direktor der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz, Holger Kunde, sprach bei MDR KULTUR von einer einzigartigen Kulturlandschaft: "Wir versuchen, für die Region der Leuchtturm zu sein. Wir wollen die Touristen, die zum Dom kommen, auch weiter vermitteln nach Goseck auf die Neuenburg, nach Schulpforta und zu all den anderen Ortschaften, die mit im ursprünglichen Antragsgebiet gewesen sind."

Der Naumburger Dom hatte es erst beim zweiten Anlauf auf die Weltkulturerbeliste der Unesco geschafft. Der erste Antrag im Jahr 2015, der auch die hochmittelalterliche Kulturlandschaft Saale/Unstrut beinhaltete, war zunächst abgelehnt worden.

Robra: Investieren viel im Burgenlandkreis

Eingang der Landesschule Pforta
Eingang der Landesschule Pforta Bildrechte: Landesschule Pforta

Sachsen-Anhalts Kulturstaatsminister Rainer Robra sagte MDR KULTUR, die historische Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut sei eng mit dem Naumburger Dom verbunden. Deshalb investiere man viel im Burgenlandkreis.

Zwischen Freyburg und Bad Kösen bis zur thüringischen Landesgrenze wolle man die kulturellen Sehenswürdigkeiten in einen guten Zustand bringen, so Robra: "Wir tun nach wie vor viel für unsere Landesschule in Pforta. Wir wollen das Landesweingut neu bauen, leider nicht in Schulpforte, dafür aber an Ort und Stelle, sodass auch Bad Kösen aufgewertet wird."

Außerdem habe man "für das schwierige Denkmal Saaleck, das Haus des früheren Bergbundes, mit der Stiftung 'Marzona' einen äußerst verlässlichen Träger gefunden". Die Stiftung werde das Denkmal und die Parkanlage wieder herrichten, die früher "ein Gartentraum in Sachsen-Anhalt" gewesen sei. Dafür werde der Träger mit sieben Millionen Euro vom Bund und drei Millionen Euro vom Land unterstützt. "Das ist nicht nur ein touristisches Projekt, sondern auch von Architektur und Gestaltung her ein wichtiger Anlaufpunkt an der Saale", so Robra.

Bauvorhaben am Domplatz kommen voran

Zudem gingen die Bauvorhaben auf dem Gelände des Domplatzes in Naumburg "mit Siebenmeilenstiefeln" voran. So habe man die Bischofskirche am Domplatz als geeignetes Gebäude für das künftige Weltkulturerbe-Informationszentrum ausgemacht. Für die Restaurierung und den Bau stünden unter anderem europäische Mittel bereit.

Holger Kunde von den Vereinigten Domstiftern lobte die Unterstützung des Landes. Einige Bauvorhaben seien jetzt schon weiter vorangeschritten. Dies betreffe zwei Gebäude nördlich des Doms, die gerade rekonstruiert würden. Das Welterbe-Informationszentrum sei von Bauforschern und Restauratoren umfangreich untersucht worden, so Kunde: "Das Gebäude ist die Bischofs-Kurie, das heißt der Sitz des letzten katholischen Bischofs. Wenn dieser in Naumburg war, wohnte er in diesem Haus."

Überraschende archäologische Funde

Bei archäologischen Untersuchungen habe man in dem Gebäude überraschend historische Zeugnisse gefunden, die bis ins Hochmittelalter reichten: "Vorwiegend gab es Funde aus der Zeit der Renaissance. So trat eine fast vollständig erhaltene Bohlenstube hinter neueren Einbauten hervor. Das Gebäude verspricht allein aufgrund seiner Authentizität ein besonderes Erlebnis für den Besucher zu werden", erklärte Kunde. Ihm zufolge könnten die Bauarbeiten 2023 abgeschlossen sein.  

Der Naumburger Dom wurde vor zwei Jahren in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. Im Jahr 2019 kamen laut den Vereinigten Domstiftern 148.000 Besucher, 16 Prozent mehr als im Jahr vor der Verleihung des Welterbe-Titels.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur kompakt | 01. Juli 2020 | 06:30 Uhr

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