Reaktionen aus der Musikwelt Bestürzung nach dem Tod von Opernsänger Peter Schreier

Opern-Weltstar Peter Schreier
Opernsänger Peter Schreier (1935 - 2019) Bildrechte: MDR/Ralf U.Heinrich

Musiker, Weggefährten und Politiker haben mit Trauer auf den Tod des Opernsängers Peter Schreier reagiert. Der Dresdner Kammersänger Olaf Bär sagte MDR KULTUR, Schreier habe eine unverwechselbare Stimme gehabt: "Dieses Timbre, das ist einzigartig." Schreier sei "stimmtechnisch auf einem außergewöhnlich hohen Niveau" gewesen und habe seine Stimme wirklich beherrscht: "Bis in seine 60. Lebensjahre hinein hat er ja gesungen, und das war immer von einer großen Präsenz und von einer sehr starken stimmtechnischen Beherrschung seines Materials, das ist außergewöhnlich", so Bär.

Darüber hinaus habe Schreier seine "unglaubliche Musikalität" ausgezeichnet: "Sein tiefes Empfinden für die Musik der verschiedensten Epochen, der verschiedensten stilistischen Richtungen."

Was mich immer am meisten beeindruckt hat, (…) das war seine unverwechselbare Art, mit dem Text umzugehen, den Text zu transportieren, Inhalte zu transportieren, so dass das, was er gesungen hat, immer unglaublich bildhaft war.

Olaf Bär, Dresdner Kammersänger, über Peter Schreier

Als Bach-Interpret setzte er Maßstäbe

Der Intendant der Thüringer Bachwochen, Christoph Drescher, bezeichnete Schreier als Meilenstein der Bach-Vermittlung. Seine "unnachahmliche Klarheit" setze bis heute Maßstäbe. Schreier stehe bis heute für ein Bach-Bild, "das eigentlich wirklich unerreichbar ist", so Drescher.

Porträt von Christoph Drescher: Lächelnder Mann, nach vorn gebeugt mit schwarzer Brillle und Halstuch mit türkis-dunkelbraunem Muster
Christoph Drescher Bildrechte: Marco Borggreve

Ich habe es im Gespräch mit Dirigenten, mit anderen Musikern, so oft erlebt in den letzten Jahren, dass man bei jungen Tenören als Ideal davon spricht: 'Der klingt ja fast wie der junge Schreier'. Das ist dann schon das größtmögliche Lob.

Christoph Drescher, Leiter der Thüringer Bachwochen

Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte den lyrischen Tenor als "eine der eindruckvollsten Stimmen unseres Landes". Schreier habe immer auch für die Kulturnation Deutschland gestanden, sagte sie in Berlin. Vor allem aber habe der "begnadete Sänger" Maßstäbe als Interpret Johann Sebastian Bachs gesetzt.

Auch Sachsens Ministerpräsident Kretschmer äußerte sich bestürzt über den Tod des in Meißen geborenen Sängers. Er schrieb bei Twitter: "Weltruhm und Heimatliebe - beides gehört zu ihm." Schreiers Liebe und Treue zu Dresden und Sachsen sei genau so bewundernswert wie seine famosen Auftritte.

Viele weitere Künstler und Institutionen der Musikwelt bekundeten ihre Trauer. Der Philharmonische Chor Berlin bezeichnete Schreier als einen der besten Bach-Evangelisten aller Zeiten:

Der Münchener Bach-Chor bedankte sich "für Jahrzehnte des gemeinsamen Musizierens":

Und der kanadische Sänger, Pianist und Rapper Chilly Gonzales bekundete seinen Respekt auf seine ganz eigene Weise – er schrieb: "I love Pete Screamer!"

Schreier war am Mittwoch im Alter von 84 Jahren in Dresden gestorben.

Stimmen zum Tod von Peter Schreier

Peter Schreier Sänger und Dirigent 9 min
Bildrechte: imago/Sebastian Willnow

Der Dresdner Kammersänger Olaf Bär im Interview über seine Begegnungen mit dem Tenor Peter Schreier.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 27.12.2019 08:40Uhr 08:44 min

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Tenor Peter Schreier 7 min
Bildrechte: imago images/Max Stein

Der Tod von Peter Schreier berührt auch die Musikexperten. Claus Fischer führte mehrere Interviews mit dem Musiker und lernte einen weltgewandten, aber auch bodenständigen Menschen kennen.

MDR KULTUR - Das Radio Fr 27.12.2019 12:10Uhr 06:55 min

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. Dezember 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Dezember 2019, 09:44 Uhr