Plácido Domingo, Opernsänger
Plácido Domingo im Rampenlicht Bildrechte: dpa

Oper Plácido Domingo weist Vorwurf sexueller Übergriffe zurück

Plácido Domingo, Opernsänger
Plácido Domingo im Rampenlicht Bildrechte: dpa

Der spanische Opernstar Plácido Domingo hat Vorwürfe sexueller Übergriffe zurückgewiesen. In einer schriftlichen Stellungnahme vom Dienstagabend, die der Deutschen Presse-Agentur in New York vorliegt und auch von AP verbreitet wurde, erklärte er, "die Anschuldigungen dieser ungenannten Personen, die bis zu dreißig Jahre zurückliegen, sind zutiefst beunruhigend und – so wie sie dargestellt werden – unzutreffend". Weiter heißt es in dem Schreiben, es sei schmerzhaft zu hören, dass er jemanden verletzt haben könnte oder Unwohlsein verursacht habe. Er habe geglaubt, "dass all meine Handlungen und Beziehungen immer gewünscht und einvernehmlich waren." Er erkenne jedoch an, dass sich heutige Regeln und Standards von denen der Vergangenheit unterschieden.

Umgarnungen, Küsse, nächtliche Anrufe

Einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge werfen mehrere Sängerinnen und eine Tänzerin dem Opernstar sexuelle Übergriffe vor. Darin berichteten die Frauen von Umarmungen, Küssen auf den Mund, nächtlichen Telefonanrufen und davon, wie Domingo auf private Treffen gedrängt habe. Sich seinen Avancen zu verweigern, hatte für einige demnach negative Folgen auf die Karriere. Die betroffenen Frauen äußerten sich laut AP mit einer Ausnahme, der Mezzo-Sopranistin Patricia Wulf, anonym. Die mutmaßlichen Übergriffe lägen bis zu drei Jahrzehnte zurück.

Einer der größten Klassikstars der Gegenwart - LA Opera kündigt Untersuchung an

Plácido Domingo gehört zu den größten Klassikstars der Gegenwart. Über Jahrzehnte war der Tenor an allen großen Opernhäusern der Welt zu Gast. Vor einigen Jahren wechselte er ins Baritonfach. Domingo hat nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Aufführungen als Opernsänger absolviert. Große Erfolge feierte er als einer der "Drei Tenöre" zusammen mit Luciano Pavarotti und José Carreras. Als Dirigent leitete Domingo mehr als 500 Opernaufführungen und Konzerte.

Seit 2003 ist er Generaldirektor der Oper von Los Angeles, die dem AP-Bericht zufolge ebenfalls am Dienstag ankündigte, die Vorwürfe untersuchen zu lassen. Zuletzt debütierte der "Marathonmann der Tenöre" an der Semperoper Dresden. Sein nächstes Konzert steht am 31. August bei den Salzburger Festspielen an.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 13. August 2019 | 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 18:31 Uhr