Sparvorhaben abgelehnt Plauen: Stadtrat lehnt Kürzung bei Kultur ab

An Theater und Museen in Plauen wird doch nicht gespart. Eine Beschlussvorlage des Stadtrats hatte Kürzungen im Kulturhaushalt vorgesehen. Er war mit der Corona-Pandemie und der damit drohenden Schieflage der Stadtfinanzen begründet worden.

Vogtlandtheater Plauen: Ein Theater mit klassizistischer Fassade im Sonnenschein.
Das Vogtlandtheater Plauen wäre von den Einsparungen direkt betroffen gewesen. Bildrechte: Theater Plauen-Zwickau/Peter Awtukowitsch

Die Stadt Plauen bleibt Mitglied im Kulturraum Vogtland-Zwickau. Das hat der Stadtrat in Plauen am Dienstagabend entschieden und damit gegen die Beschlussvorlage der Sitzung gestimmt, die den Ausstritt vorgesehen hatte. Vor der Stadtratssitzung hatte es Proteste von Künstlern und Gewerkschaften gegeben.

Die Beschlussvorlage war mit der Corona-Pandemie und der damit drohenden Schieflage der Stadtfinanzen begründet worden. Gespart werden sollte auch an der Kultur - rund 740.000 Euro ab dem Jahr 2022. Plauen wollte ab dann nicht mehr die sogenannte "Kulturumlage" in den Kulturraum einzahlen. "Die Folgen wären drastisch gewesen", so die Einschätzung des MDR KULTUR-Theaterredakteurs Stefan Petraschewsky.

Stefan Petraschewsky, MDR KULTUR-Theaterredakteur
Stefan Petraschewsky, MDR KULTUR-Theaterredakteur Bildrechte: MDR/Robert Kühne

Es hätte nicht nur das Theater Plauen-Zwickau getroffen, sondern wahrscheinlich auch andere Kultureinrichtungen wie Museen oder Kulturvereine.

Stefan Petraschewsky, MDR KULTUR-Theaterredakteur

Für die Einsparung der Kulturumlage und damit absehbar auch den Ausstieg aus dem Kulturraum hatten FDP und AfD schon im März gestimmt und den Stein damit ins Rollen gebracht. Plauens Kämmerin Ute Göbel hat jetzt die Aufgabe, die Kulturraummittel in den Haushalt neu einzustellen, da beim vor kurzem verabschiedete Doppeletat vom Austritt aus dem Kulturraum ausgegangen worden war.

Intendant sieht Landkreis in der Pflicht, Kultur zu stärken

Roland May, Generalintendant & Schauspieldirektor Theater Plauen-Zwickau
Roland May, Generalintendant & Schauspieldirektor Theater Plauen-Zwickau Bildrechte: MDR/Judith Burger

Der Intendant des Theaters Plauen-Zwickau, Roland May, zeigte sich am Mittwoch im Gespräch mit MDR KULTUR erleichtert. Gerade, weil es aktuell viele Unwägbarkeiten gäbe und man noch nicht wisse, wann man wieder spielen könne, sei die Entscheidung des Stadtrats ein schönes Zeichen. "Das hat uns ein bisschen Schwung verliehen, dass die Kultur hier nicht stiefmütterlich behandelt wird", sagt er. Er sieht vor allem den Kreis in der Pflicht sich als Gesellschafter finanziell einzubringen. Gerade in Zeiten von Corona sei es wichtig, den gesellschaftlichen Diskurs zu fördern und die kulturellen Einrichtungen auf stärkere Füße zu stellen, so der Intendant.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 05. Mai 2021 | 08:30 Uhr

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