Quincy Jones bei einem Konzert der Baltischen Philharmonie in Gdansk (Danzig) am 08.08.2012.
Quincy Jones im Jahr 2012 Bildrechte: dpa

Die Produzenten-Legende wird 85 Quincy Jones - der Macher der Stars

von Bert Noglik, MDR KULTUR

Quincy Jones bei einem Konzert der Baltischen Philharmonie in Gdansk (Danzig) am 08.08.2012.
Quincy Jones im Jahr 2012 Bildrechte: dpa

Quincy Jones hat seine Laufbahn mit Jazz begonnen. Aufgewachsen in Seattle, formierte er eine Combo mit Ray Charles, noch während er die Schulbank drückte. Als 17-Jähriger bekam Jones einen Studienplatz am Berklee College of Music in Boston, zog es aber vor, mit Lionel Hampton auf Tournee zu gehen. Bald machte er sich nicht nur als Trompeter einen Namen, sondern auch als Arrangeur. Der Mann mit dem untrüglichen Jazzfeeling und der goldenen Nase für Erfolg wollte nie auf ein Genre festgelegt werden.

Gott gab uns zwölf Noten. Bach, Brahms, Beethoven, Bo Diddley, Basie, Bird, sie alle komponierten mit zwölf Tönen. Und ich tu's auf meine Weise, und das nun schon seit sieben Jahrzehnten.

Quincy Jones

Künstler, mit denen Quincy Jones zusammenarbeitete

Quincy Jones' Karriere als Musiker, Produzent und Arrangeur umspannt sechs Jahrzehnte. Die Liste der Produktionen, an denen er beteiligt war, ist kaum zu überschauen. Eine kleine Auswahl der größten Namen.

dizzy gillespie
Dizzy Gillespie, der Mann mit der verbogenen Trompete - mit ihm nahm Quincy Jones in den 50er- und 60er-Jahren mehrere Alben auf. Bildrechte: IMAGO
dizzy gillespie
Dizzy Gillespie, der Mann mit der verbogenen Trompete - mit ihm nahm Quincy Jones in den 50er- und 60er-Jahren mehrere Alben auf. Bildrechte: IMAGO
Louis Armstrong
Auch für den vielleicht berühmtesten Jazz-Trompeter, Louis Armstrong, arbeitete Jones 1964 als Arrangeur. Bildrechte: dpa
Ray Charles
Den Sänger und Musiker Ray Charles lernte Quincy Jones schon als Teenager kennen. Die beiden wurden enge Freunde. Später arbeitete Jones auf mehreren Alben von Ray Charles als Arrangeur. Bildrechte: EMI Music
Ella Fitzgerald
Die "Queen of Jazz", Ella Fitzgerald. Auch für sie arrangierte Jones Songs - 1963 auf dem Album "Ella and Basie", das sie gemeinsam mit Count Basie und seinem Orchester aufnahm. Bildrechte: IMAGO
Charles Aznavour
In den späten 50er-Jahren lebte Jones eine Zeitlang in Paris, wo er mit Charles Aznavour zusammenarbeitete ... Bildrechte: IMAGO
Jacques Brel
... oder mit dem belgischen Chansonnier Jacques Brel. Bildrechte: dpa
Frank Sinatra
Mit Frank Sinatra arbeitete Quincy Jones seit den 60er-Jahren immer wieder zusammen - nicht nur im Studio, auch auf der Bühne. Bildrechte: IMAGO
Michael Jackson "Thriller"
Egal wie viele Alben Quincy Jones produziert oder arrangiert hat - Michael Jacksons "Thriller" überragt sie alle. Aufgenommen 1982, wurde es innerhalb eines Jahres zum meistverkauften Album überhaupt. Es war bereits die dritte Zusammenarbeit der beiden, eine weitere sollte folgen. Bildrechte: Sony Music
Donna Summer
Donna Summer, die "Queen of Disco" - für sie produzierte Jones 1982 ein Album - da lagen Summers größte Erfolge aber bereits hinter ihr. Bildrechte: Sony Music
Zaz
Auch mit über 80 Jahren ist Quincy Jones noch ein gefragter Produzent. So hat er mit der französischen Sängerin Zaz 2014 das "Paris"-Album aufgenommen. Bildrechte: Sony Music
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Geschäftssinn trifft auf soziales Engagement

Wie keinem zweiten Afroamerikaner vor ihm gelang Quincy Jones der Aufstieg in dem von Weißen beherrschten Musikbusiness. In Paris produzierte er für Barclay Records mit Künstlern wie Jacques Brel und Charles Aznavour, in den USA wurde er Vizepräsident des Medien-Riesen Mercury Records. Er schrieb für die Basie-Band und arrangierte Superhits für Frank Sinatra. 1964 schaffte er mit dem Soundtrack für "The Pawnbroker" den Durchbruch als Filmmusikkomponist.

Bei aller Geschäftigkeit erwies sich Quincy Jones kontinuierlich als ein sozial engagierter Musiker. Das begann in den 60er-Jahren mit seiner Unterstützung für Martin Luther King und führte über "We Are The World", den Song, der die Solidarität mit Afrika durch Hilfe für die Hunger Leidenden in Äthiopien manifestierte, bis zur "Quincy Jones Listen Up Foundation".

Elvis Presley konnte nicht singen - findet Quincy Jones

Wohltätigkeit auf der einen und Geschäftssinn auf der anderen Seite. Als Produzent von Michael Jackson, verantwortlich für die Alben "Off The Wall", "Bad" und "Thriller", erreichte Quincy Jones einen kaum mehr zu überbietenden Höhenrekord. Mit 110 Millionen Verkäufen zählt "Thriller" zu den erfolgreichsten Alben aller Zeiten.

Verwunderlich, dass Quincy Jones nun, ausgerechnet vor seinem 85. Geburtstag, zum Rundumschlag ausholt. Michael Jackson, sagte er in einem Interview, habe viele seiner Songs gestohlen, Elvis Presley konnte nicht singen, und die Beatles nannte er die schlechtesten Musiker der Welt. Schon zuvor hatte er Taylor Swift die dürftige Qualität ihrer Songs vorgeworfen. Das kann man sehen, wie man will. In einem dürfte Quincy Jones recht behalten: 

Mit einem tollen Song kannst du selbst einen schlechten Sänger zu einem Star machen. Aber selbst mit den besten Sängerinnen wirst du aus einem schlechten Song nie einen Hit machen.

Quincy Jones

Quincy Jones - er hat es gezeigt und braucht es niemandem mehr zu beweisen: Er weiß, wie man einen guten Song und eine gute Story produziert.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 14. März 2018 | 12:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 16:43 Uhr