DEFA-Star "Solo Sunny"-Darstellerin Renate Krößner gestorben

Renate Krößner
Die Schauspielerin Renate Krößner ist tot. Bildrechte: imago images / Michael Handelmann

Die Schauspielerin Renate Krößner ist tot. Nach übereinstimmenden Medienberichten starb sie am Montag nach kurzer Krankheit. Krößner wurde 75 Jahre alt. Ihre bekannteste Rolle hatte sie 1980 in dem DEFA-Drama "Solo Sunny" von Regisseur Konrad Wolf. Für ihre Darbietung der Sängerin Ingrid "Sunny" Sommer erhielt sie bei der Berlinale einen Silbernen Bären als beste Schauspielerin.

Renate Krößner (Ingrid Sommer alias "Sunny") blickt in einen Spiegel. 6 min
Renate Krößner spielt die Rolle der Ingrid Sommer alias "Sunny" in dem Spielfilm "Solo Sunny". Bildrechte: rbb/MDR

Vor ihrer Filmkarriere spielte die 1945 in Osterode am Harz geborene Krößner an verschiedenen Theatern. Ab 1965 nahm sie Rollen in Film und Fernsehen an, zum Beispiel gemeinsam mit Manfred Krug in "Feuer unter Deck". Trotz des großen Erfolges von "Solo Sunny" bekam Krößner in den folgenden Jahren in der DDR nur wenige Rollen angeboten.

Erfolgreich in DDR und Bundesrepublik

Renate Krößner spielt die Rolle der Ingrid Sommer alias "Sunny" in dem Spielfilm "Solo Sunny".
Renate Krößner 1980 in "Solo Sunny". Bildrechte: rbb/DEFA-Stiftung/Dieter Lück

Eine der größten war die resolute Else im TV-Fünfteiler "Verflucht und geliebt". 1983 stellte sie einen Ausreiseantrag, zwei Jahre später durfte sie gehen. In der Bundesrepublik arbeitete sie neben Gastspielen an verschiedenen Theatern bis Anfang der 90er-Jahre ausschließlich fürs Fernsehen, etwa in "Liebling Kreuzberg" und mehreren "Tatort"-Folgen.

1992 erhielt sie für ihre Darstellung der Kneipenwirtin Uschi Klamm in Adolf Winkelmanns Fußballdrama "Nordkurve" den Bundesfilmpreis, 1997 folgte der Adolf-Grimme-Preis für ihre Rolle als Theres Spitzer in der Fernsehserie "Bruder Esel". Zu ihren späteren Filmen gehören u.a. "Alles auf Zucker" (2004) von Dani Levy und Friedemann Fromms "Jenseits der Mauer" (2009).

Am 17. Mai wurde sie 75 Jahre alt

Erst Mitte Mai dieses Jahres hatte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke der in Mahlow bei Berlin lebenden Krößner zum 75. Geburtstag gratuliert und sie als eine der besonders wandlungsfähigen Schauspielerinnen der Gegenwart bezeichnet.

Die DEFA-Stiftung reagierte bestürzt auf Krößners Tod. In einem Tweet hieß es, man sei unglaublich traurig. Renate Krößners Rollen würden für immer in Erinnerung bleiben.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 26. Mai 2020 | 14:30 Uhr