Drehbuchautor von "Paris, Texas" Sam Shepard ist tot "Mit Sam Shepard ist einer der großen amerikanischen Dramatiker gestorben"

Der US-amerikanische Schauspieler und Dramatiker Sam Shepard ist tot. Er starb im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in Kentucky an den Folgen einer ALS-Erkrankung (Amyotropher Lateralsklerose), wie US-Medien wie die "New York Times" unter Berufung auf Shepards Familie berichteten.

Sam Shepard, 2013
Sam Shepard (1943 - 2017) Bildrechte: IMAGO

Shepard wurde bekannt für seine Darstellung in Filmen wie "Frances" (1982), "Homo Faber" (1991, Regie: Volker Schlöndorff) oder "Tod eines Offiziers" (2000).
Eine Oscar-Nominierung für die beste Nebenrolle erhielt er 1984 für seine Darstellung des Testpiloten Chuck Yeager in dem Film "Der Stoff, aus dem die Helden sind" (Regie: Philip Kaufman).

Einen Namen machte sich Shepard auch als Autor von Theaterstücken und Drehbüchern. Über 40 Stücke hat er geschrieben. Lange Zeit galt er als einer der erfolgreichsten Stückeschreiber Amerikas. Gern thematisierte Shepard den in die Krise geratenen Mythos Amerika, oftmals aus Sicht eines Indivualisten am Rande der Gesellschaft. Für Wim Wenders schrieb Sam Shepard das Drehbuch für seinen erfolgreichsten Film: "Paris, Texas". 1984 erhielt er dafür die Goldene Palme von Cannes. Den renommierten Pulitzerpreis bekam er 1979 für sein Theaterstück "Vergrabenes Kind".

Shepard war in der Musiker- und Hippieszene aktiv und zählte namhafte Musiker zu seinen Freunden, darunter Bob Dylan und Mick Jagger.

Sam Shepard war als Darsteller selbst in kleinsten Rollen so eindrucksvoll, dass man auch diese kurzen Auftritte in großen amerikanischen Filmen niemals vergessen hat, weil er eben eine so unverwechselbare, starke, geradezu Cowboy-artige Persönlichkeit war.

Knut Elstermann, MDR KULTUR-Filmexperte

Über dieses Thema berichtet MDR KULTUR auch im Radio: Kultur Kompakt | 31.07.2017 | 18:00 Uhr
und 01.08.2017 | 07:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2017, 10:10 Uhr

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