Schlümpfe-Schöpfer Peyo vor dem Cover eines Schlümpfe-Heftes
Schlümpfe-Schöpfer Peyo bei der Vorstellung eines neuen Hefts im Jahr 1992. Bildrechte: imago/Belga

Comicfiguren Wie die Schlümpfe zu ihrem Namen kamen

Schlümpfe-Fans dürfen das Glas erheben: Denn vor 60 Jahren gaben sich die kleinen blauen Wesen im Comic-Magazin "Spirou" das erste Mal die Ehre. Wie sie heißen sollten, war dem belgischen Zeichner Peyo damals schnell klar - wenn auch eher durch Zufall.

von Thomas Hartmann, MDR KULTUR

Schlümpfe-Schöpfer Peyo vor dem Cover eines Schlümpfe-Heftes
Schlümpfe-Schöpfer Peyo bei der Vorstellung eines neuen Hefts im Jahr 1992. Bildrechte: imago/Belga

Sie sind blau, genau "drei Äpfel hoch" groß und haben keine Schmerzen. Sie stehen mit der Sonne auf und gehen schlafen, wenn sie untergeht. So hat der Zeichner Pierre Culliford alias Peyo die Schlümpfe einmal beschrieben. Der 1928 in Brüssel geborene Künstler hat die kleinen blauen Wesen erschaffen.

Sie leben in einer Welt, in der ich gern leben könnte.

Peyo, Schöpfer der Schlümpfe

Die Gedanken fliegen lassen

Schon als Kind fühlte sich Peyo zum Künstlerischen hingezogen. Er führte im familiären Rahmen Theaterstücke auf, liebte das Zeichnen. Selbst wenn ihm der Kunstlehrer bescheinigte, er habe überhaupt kein Talent. Als Teenager jobbte Peyo in einem Trickfilmstudio, danach wechselte er in die Werbebranche und setzte Comics in die Welt. Das Ausdenken einer Story, das Schreiben, bereitete ihm enorme Freude, das Zeichnen selbst erlebt er eher als "lästige Pflicht".

Namensfindung nebenher

1952 landete Peyo bei dem inzwischen hoch angesehen Comic-Magazin "Spirou". Und hier, in der von ihm entwickelten Serie "Johann und Pfiffikus", waren sie 1958 das erste Mal zu sehen: "Die Schlümpfe“ bzw. "Les Schtroumpfs".

Das Wort 'Schtroumpf' habe ich erfunden, als ich einen Freund bat, mir während eines Essens den Salzstreuer zu reichen und ich einfach nicht das richtige Wort dafür gefunden habe. Komm, habe ich zu ihm gesagt, gib mir mal den 'Schtroumpf' herüber.

Peyo, Schöpfer der Schlümpfe

Damit waren die Strümpfe-Schlümpfe in der Welt. In den 70er-Jahren wurden sie immer populärer, angetrieben durch Vader Abrahams "Lied der Schlümpfe" schlumpfte es plötzlich auf Plattentellern, bei Familienfeiern, bei Radiostationen in Ost und West.

Die Schlumpf-Industrie

Schlumpfine
Heutzutage werden die Schlümpfe auf allen Wegen vermarktet. Bildrechte: IMAGO

Die Abenteuer der kleinen blauen Wesen wurden über die Jahre immer größer, sie eroberten die Spielzeugindustrie, das Kino, das Fernsehen. Sogar Soziologen befassten sich mit den weiß behosten und bezipfelmützten Wesen. Ihr Gemeinwesen, behauptete der Franzose Antoine Buéno 2011 nicht ganz im Ernst, sei "ein Archetyp totalitärer Utopie, geprägt von Stalinismus und Nationalsozialismus."

Natürlich ist das eine Sichtweise, die ein richtiger Schlumpfhausen-Fan nicht so stehen lassen kann. Und so provozierte Buéno zwar sehr viel Wut und Erregung, konnte das naiv-friedfertige Image der Schlümpfe aber nicht beschädigen: Ihre Popularität ist nach wie vor hoch.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kalenderblatt | 23. Oktober 2018 | 06:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Oktober 2018, 04:00 Uhr

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