Do 14.03. 2019 22:05Uhr 29:30 min

Maurice Ernst
Maurice Ernst Bildrechte: dpa
MDR FERNSEHEN Do, 14.03.2019 22:05 22:35

artour

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Das Kulturmagazin des MDR

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Die Themen:

* Muss die Sprache weiblicher werden?
* Ist das noch Pop oder schon Kunst? Ein Porträt der Band "Bilderbuch"
* Ein Reisebuch führt den Leser "Ostwärts" durch die Welt
* "Schäfchen im Trockenen" - Anke Stelling ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse
* Kulturkalender

Mehr zu den Themen:

* Muss die Sprache weiblicher werden?

Seit geraumer Zeit haben mysteriöse Wortgebilde unsere Sprache und unseren Alltag bereichert: Das Binnen-I ist so ein Gebilde. Diverse Institutionen - darunter etliche Universitäten und Behörden - haben sich für eine geschlechtersensible Sprache entschieden - jüngst optimierte die Stadt Hannover wesentliche Teile ihrer Bürger*innen-Kommunikation. Befürworter erhoffen sich davon mehr Sichtbarkeit für Frauen in der Gesellschaft.

Aber was bedeutet das eigentlich für die Sprache in der Kultur, für den Journalismus und die Literatur? Eine leidenschaftliche Debatte wird geführt: Taugt das Gendersternchen als Vehikel zur Gleichberechtigung? Eine Petition, ins Leben gerufen vom Verein für Deutsche Sprache, der für seine konservativen sprachbewahrenden Positionen bekannt ist, will jetzt diesen sogenannten "Gender-Unfug" aufhalten. Den Aufruf zur Abschaffung des Binnen-Is haben auch führende Sprachwissenschaftler, preisgekrönte Autoren und Künstler unterzeichnet. Ist das der Aufschrei der Ewiggestrigen oder ein längst überfälliger Appell wider eine aus dem Ruder gelaufene Sprachregulierung? "artour" hat Befürworter und Gegner der gendergerechten Sprache getroffen.


* Ist das noch Pop oder schon Kunst? Ein Porträt der Band "Bilderbuch"

Sexy, cool, mutig und international. All das ist deutschsprachiger Pop normalerweise nicht. Vielleicht erscheint die österreichische Band "Bilderbuch" deshalb wie ein herrlich schriller Heilsbringer in einer sonst eher faden Welt der Retorten und Schablonen, denn "Bilderbuch" sind all das: sexy, cool, mutig und international. Und sie sind damit seit einigen Jahren ziemlich erfolgreich. Gerade hat das Quartett aus Wien ein neues Album veröffentlicht. Es heißt "Vernissage my heart". Der Feuilleton jubelt und wieder einmal stellt sich die Frage: Ist das noch Pop oder schon Kunst?


* Ein Reisebuch führt den Leser "Ostwärts" durch die Welt

Wenn Sie immer schon wissen wollten, wie man eine Suppe mit den Händen isst, ohne sich nachher umziehen zu müssen - oder warum die Menschen in Tadschikistan ihren Tee gerne dreimal zurück in die Kanne gießen, bevor sie ihn trinken - warum man in Russland bei einer Polizeikontrolle lieber nicht filmen sollte - oder falls Sie ganz allgemein unter Fernweh leiden, dann finden sie Rat im neuen Buch der Autorin Julia Finkernagel. Seit über zehn Jahren tourt die Reisejournalistin mit Rucksack und Kamera durch die Welt: Immer "Ostwärts", von Europa bis in die Mongolei. Für ihr gleichnamiges Buch, das am 20. März erscheint, trug sie nun 30 kurzweilige Episoden ihrer Reisen zusammen. Entstanden ist ein kleiner literarischer Streifzug durch die Welt, den man bequem vom Sofa aus unternehmen kann.


* "Schäfchen im Trockenen" - Anke Stelling ist nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse

Sie ist die Protagonistin ihres eigenen Lebens. Sie guckt auf sich, guckt in sich rein, guckt sich im Spiegel an und stellt fest, dass die Frau in ihr völlig anders ist als ihr Spiegelbild, das sie sehen kann. Resy ist um die vierzig, ist Schriftstellerin, hat vier Kinder, einen Mann und bei einem Hausbauprojekt ihrer Freunde kann sie nicht mitmachen - das Eigenkapital fehlt. Der Traum vom miteinander Leben und Wohnen wird sich nicht erfüllen.

Fortan stellt sie alles in Frage: Habe ich den Richtigen geheiratet, waren wirklich vier Kinder nötig, ist meine beste Freundin nicht eigentlich eine Egoistin, sind Freunde wirklich Freunde, warum hat mich meine Mutter nicht davor gewarnt? Das alles vor dem Hintergrund einer gekündigten preiswerten Altbauwohnung und der Angst, vielleicht nicht unter einer Brücke, aber im Plattenbau am Rande der Stadt zu landen. Am Rande der Gesellschaft - ausgestoßen. Kurzum: Existenzangst der Mittelschicht. Der Roman ist ein herrlich wütender Text, in dem man sich, herzhaft lachend, selbst wiederfinden kann. Der Roman von Anke Stelling "Schäfchen im Trockenen" ist für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. Wir stellen das Buch und die Autorin vor.


* Kulturkalender

- Ballettpremiere "Hieronymus B." - 16.3. Halle, Opernhaus
- Fritz Overbeck zum 150. Geburtstag "Wenn wir diesen Himmel nicht hätten" - Ausstellung, Bad Frankenhausen, Panoramamuseum 9.3. bis 10.6.
- Film "Trautmann" - über die ungewöhnliche Karriere der Fußball-Legende Bert Trautmann, ab 14. März im Kino