Die Leiterin des Filmfestes Dresden, Sylke Gottlebe
Die Leiterin des Filmfestes Dresden, Sylke Gottlebe Bildrechte: MDR/Hanna Romanowsky

Sylke Gottlebe, Leiterin des Filmfestes Dresden Kurzfilme für ein weltoffenes Dresden

Das Filmfest Dresden zeigt vom 17. bis 22. April die besten Kurzfilme aus aller Welt. In diesem Jahr feiert das Festival seine 30. Ausgabe und blickt aus diesem Anlass auf 30 Jahre Europa bis heute zurück. Es ist ein idealistisches Festivalprogramm geworden, wie Festivalleiterin Sylke Gottlebe im Gespräch mit MDR KULTUR erzählt.

Die Leiterin des Filmfestes Dresden, Sylke Gottlebe
Die Leiterin des Filmfestes Dresden, Sylke Gottlebe Bildrechte: MDR/Hanna Romanowsky

Die Leiterin des Filmfests Dresden, Sylke Gottlebe, möchte mit dem Kurzfilmfestival ein weltoffenes Dresden zeigen. Wie sie im Gespräch bei MDR KULTUR mitteilte, sehe man sich hier als Initiative in der Verantwortung. Schwerpunkt des diesjährigen Festivals ist das Thema Europa. In drei Programmen wird auf die europäische Entwicklung der letzten 30 Jahre bis heute geblickt. Gleichzeitig feiert das Festival sein 30. Jubiläum.

Unsere Filmauswahl folgt unserem Idealismus für ein Europa.

Das Kurzfilmprogramm "Der Freiheit eine Gasse" widmet sich dabei den Träumen und Hoffnungen nach dem Mauerfall. Das Programm "Grenzgebiete" hinterfragt, inwiefern sich diese Hoffnungen erfüllt haben. Schließlich bieten die Filme im Programm "Europe is falling apart" die aktuelle Perspektive auf die Festung Europa und eine EU in der Kritik. Es seien durchaus kritische Filme dabei, erzählt Festivalleiterin Gottlebe, Filme von Europagegnern allerdings nicht.

Für das Image der Stadt macht das Festival enorm viel.

Die griechische Nouvelle Vague

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Griechenland, wo die Wirtschaftskrise für zunehmende Kreativität sorgt. Gottlebe bezeichnet die dortige Filmbewegung als eine Art Nouvelle Vague im Griechischen Kino. Die filmische Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Situation des Landes sei jedoch nicht pessimistisch ausgerichtet, sondern stimme vielmehr hoffnungsvoll, so Gottlebe. Insgesamt hatten sich 2.300 Filme aus 97 Ländern um einen Platz im Festivalprogramm beworben. Die über 300 gezeigten Filme sind zwischen 30 Sekunden und 30 Minuten lang.

Das ist dann das dramaturgische oder kuratorische Geschick der Programmgestalter, Programme zusammenzustellen mit kürzeren Filmen und einem Halbstünder.

Das Publikum von morgen

Besonders am Herzen liegt Festivalleiterin Gottlebe außerdem die Nachwuchsförderung. Kinder seien das Publikum von morgen. Daher gibt es beim Filmfest Dresden umfangreiche Angebote für Kinder und Jugendliche.

Wir wollen mit der Filmauswahl die Kinder ins Kino holen. Wir wollen den Kulturort Kino zeigen und mit unserem Angebot eine Art Filmbildung machen.

Von Sachsen nach Papua-Neuguinea und zurück

Sylke Gottlebe wurde 1964 in Pirna geboren. Zum Kurzfilm kam sie als Autodidaktin. In der DDR übernahm sie Stadtführungen in der Jugendherberge Pirna-Copitz, wurde allerdings später nach Schöna in die Sächsische Schweiz versetzt. Nach der Wende war sie eine Zeitlang in einem alternativen Tagungshaus bei Heidelberg aktiv und leistete später Entwicklungshilfe in Papua-Neuguinea.

Für den Kurzfilm ist Gottlebe inzwischen seit über 20 Jahren aktiv. So war sie von 1997 bis 2001 schon einmal als Leiterin für das Filmfest Dresden verantwortlich. Zudem sammelte sie Erfahrungen, indem sie den Bundesverband Deutscher Kurzfilm mit aufbaute, wo sie elf Jahre lang als Geschäftsführerin wirkte. Im letzten Jahr übernahm sie dann erneut die Leitung des Filmfestes Dresden.

Das Filmfest Dresden diente nach seiner Gründung 1989 dazu, in der DDR verbotene Filme zu zeigen. Seit der Wende liegen die Schwerpunkte des Festivals auf Kurzspielfilmen und Animationsfilmen. Während des Dresdner Filmfests werden Preise in Höhe von insgesamt 67.000 Euro vergeben – damit ist es eines der höchstdotierten Kurzfilmfestivals in Europa.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR trifft ... | 14. April 2018 | 11:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. April 2018, 15:55 Uhr

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