Schwimmbad mit gelben und braunen Kacheln.
Schwimmbad unter einer Kirche, zu sehen im Diakonissen-Mutterhaus in Oberharz am Brocken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" Tag des offenen Denkmals: Tipps für Sachsen-Anhalt

"Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur" – so lautet das Motto zum Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019. In den Blick genommen werden so Bauten, die in ihrer Zeit revolutionär waren oder neuen Kunst- und Baustilen zum Ausdruck verhalfen. Anlass ist das 100-jährige Bauhaus-Gründungsjubiläum. "Unabhängig von Denkmalgattung, Zeit und Ort – Umbrüche sind überall zu finden", sagen die Veranstalter. Dies sind unsere Tipps für Sachsen-Anhalt.

Schwimmbad mit gelben und braunen Kacheln.
Schwimmbad unter einer Kirche, zu sehen im Diakonissen-Mutterhaus in Oberharz am Brocken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zeitz: Theater im Capitol

Theater Zeitz im Capitol
Das Theater im Capitol Bildrechte: MDR/Martin Paul

Der dreigeschossige Skelettbau wurde 1928 von dem Erfurter Architekten Carl Fugmann entworfen und errichtet. Markant ist die expressionistische Fassade aus Rochlitzer Porphyr.

An der Fassade befinden sich vier Reliefs, die vermutlich Schutzgöttinnen der Künste zeigen. Im Inneren finden sich Elemente im Art-Déco-Stil.

Wo & Was Theater im Capitol
Judenstraße 3-4
06712 Zeitz

Führungen um 12 Uhr und 16 Uhr

Magdeburg: Alte Gärtnerei im Herrenkrugpark

Alte Gärtnerei Magdeburg Herrenkrug
Einige Gebäude der alten Gärtnerei sind nur am Tag des offenen Denkmals geöffnet. Bildrechte: Vitopia/Joris Spindler

Das Dienstwohnhaus für Gärtner und Arbeiter im Herrenkrugpark wurde 1908 im Stil der Reformarchitektur erbaut. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Putzbau mit Mansarddach und Anbau. Auf dem Gelände befinden sich weitere Bauten im Stil des Neuen Bauens.

Im alten Gärtnerhaus will eine Genossenschaft eine Herberge für Rad- und Wasserwanderer mit Selbsthilfewerkstatt errichten. Am Tag des offenen Denkmals gibt es einen Flohmarkt sowie Kaffee und Kuchen.

Wo & Was Alte Gärtnerei - Herrenkrugpark
Herrenkrug 2
39114 Magdeburg Herrenkrug

Geöffnet von 14 bis 17 Uhr / Führung um 15 Uhr

Magdeburg: Hermann-Beims-Siedlung

Die Beims-Siedlung entstand zwischen 1924 und 1932 und entspricht noch heute den ursprünglichen Bauplänen aus den 20-er Jahren. Deshalb ist sie ein Flächendenkmal der Architektur des Neuen Bauens.

Die Siedlung sollte erschwinglichen Wohnraum für alle schaffen. So entstanden rund 2.000 Wohnungen – geplant waren sogar 5.000. Durch wissenschaftlich-restauratorische Untersuchungen wurde die ursprüngliche Farbgestaltung ermittelt.

Wo & Was Hermann-Beims-Siedlung
Beimsplatz 5
39110 Magdeburg Stadtfeld West

Historische Musterwohnung mit Ausstellung von 11 bis 17 Uhr geöffnet
Führungen um 11 Uhr und 14 Uhr

Wittenberg: Kornspeicher

Der Speicher wurde 1942 fertiggestellt und ging als "Kornhaus Wittenberg" in Betrieb. Er diente bis Kriegsende dem "Reichsnährstoffprogramm" und nach Kriegsende als "volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb". Damals wurde darin Getreide aus der Zwangsablieferung von Privatbauern gelagert, daneben aber auch kleine Mengen anderer Rohstoffe wie Kaninchenfelle oder Schweinshäute.

Wo & Was Kornspeicher Wittenberg
Dessauer Straße 4a
06886 Wittenberg

Geöffnet nur zu den Programmpunkten: Führungen um 9 Uhr und 14 Uhr (maximal je zehn Personen)

Oberharz am Brocken: Diakonissen-Mutterhaus

Das Schwimmbad im Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode, direkt unter dem Kirchsaal gelegen.
Das Schwimmbad unter der Kirche Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Das Gebäude wurde 1932-34 im Bauhaus-Stil erbaut und wird aktuell von rund 150 Frauen bewohnt. Es punktet mit klaren Linien und großer Funktionalität: So kann man im Andachtsraum die Kanzel abbauen und eine Bühne etwa für Theater-Vorführungen davor errichten.

Der Architekt Godehard Schwethelm entwarf den Stahlskelettbau mit einer Besonderheit: Unter der Kirche befindet sich ein Schwimmbad, das bis heute genutzt wird.

Eingang des Diakonissen-Mutterhauses Neuvandsburg.
Eingang des Diakonissen-Mutterhauses Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wo & Was Diakonissen-Mutterhaus
Unter den Birken 1
38875 Oberharz am Brocken/Elbingerode

Führungen durch Diakonissen um 11 Uhr und 15 Uhr (Anmeldung erforderlich)

Merseburg: Kreuzkapelle

Die Kreuzkapelle war 1932 das letzte Gebäude, das der Stadtbaurat Friedrich Zollinger errichtete. Sie wurde für 5.000 Reichsmark in nur drei Monaten in Schüttbetonbauweise erbaut und Weihnachten 1932 eingeweiht. Im Inneren ist vor allem die geniale Lamellen-Dachkonstruktion sehenswert, das so genannte "Zollingerdach".

Wo & Was Kreuzkapelle
Knapendorfer Weg 52
06217 Merseburg

Geöffnet 10 bis 17 Uhr / Führungen nach Bedarf
Es wird halbstündlich ein Zollinger-Film gezeigt.

Aschersleben: Lutherhof

Lutherhof Aschersleben
Lutherhof Aschersleben-Drohndorf Bildrechte: Marlen Luther

Der historische Vierseithof ist seit fast 500 Jahren im Besitz der Familie Luther. Er wurde 1536 von Jakob, dem Bruder des Reformators Martin Luther, für seinen Sohn Johannes erworben.

Der Hof ist ausschließlich am Tag des offenen Denkmals geöffnet. Kai und Marlen Luther informieren Besucher über die Geschichte des Gebäudes.

Wo & Was Lutherhof
Lutherstraße 43
06449 Aschersleben Drohndorf

Geöffnet 11 bis 17 Uhr
Führungen 12, 14 und 16 Uhr

Benndorf: Mansfelder Bergwerksbahn

Zug
Eine Dampflok der Mansfelder Bergwerksbahn Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Mansfelder Land begann der Bergbau mit der Entdeckung von Kupfer 1199. 1880 wurde eine Lokomotivförderbahn gebaut sowie eine noch heute existierende Bahnwerkstatt.

Von den ehemals 23 Dampf- und sieben Dieselloks sind heute noch drei Dampf- und zwei Dieselloks übrig, außerdem zehn Personen- und 50 Güterwagen. Am Tag des offenen Denkmals ist auch die original eingerichtete Schmiede in Aktion, dazu weitere Maschinen aus der Bahnwerkstatt.

Wo & Was Mansfelder Bergwerksbahn
Hauptstraße 15
06308 Benndorf

Geöffnet von 10 bis 18 Uhr

Führungen stündlich bis 17 Uhr (Treffpunkt im Bahnhofsgebäude Klostermansfeld)

Imbissangebot im Bahnhofsgebäude

Halle: Historisches Technikzentrum im Schalthaus Turmstraße

Stadtwerke Halle, das im August stillgelegte Umspannwerk Süd am Wasserturm
Im ehemaligen Umspannwerk Süd sind diverse technische Geräte zu sehen Bildrechte: IMAGO

Das Technikzentrum wurde 1928 erbaut, 1972 modernisiert und war bis 2010 in Betrieb. Der dunkelrote Klinkerbau wurde vom damaligen hallischen Stadtbaurat Wilhelm Jost entworfen. Hier wurde Strom vom 15 kV auf 3kV transferiert. Heute zeigt die Ausstellung technische Geräte zur Energie- und Wasserversorgung sowie zum ÖPNV in früheren Zeiten. Die Anlagen sind im Originalzustand erhalten. Außerdem werden Fragen zum Beginn des Straßenbahnverkehrs in Halle beantwortet oder erklärt, wie ein Abwasserkanal gereinigt wird.

Wo & Was Historisches Technikzentrum im Schalthaus Turmstraße
Lauchstädter Straße 14c/d (Zugang über Turmstraße)
06110 Halle

Geöffnet 14 bis 18 Uhr

Harzgerode: Heilstätte

Die insgesamt acht Gebäude der Heilstätte Harzgerode wurden 1928-31 von Godehard Schwethelm im Stil des Neuen Bauens errichtet. Bis 1998 wurden sie als Kinder- und Lungenklinik genutzt. Heute will eine Genossenschaft dort ein Wohnprojekt für Menschen unterschiedlichen Alters etablieren. Der schlichte Funktionsbau soll durch verspielte Formen wie runde Fenster aufgelockert werden. Viele architektonische Besonderheiten sind im Original erhalten und können besichtigt werden.

Heilstätte Harzgerode
Historische Aufnahme der Heilstätte Harzgerode Bildrechte: imago/Arkivi

Wo & Was Heilstätte Harzgerode
Freie Feldlage 9
06493 Harzgerode

Geöffnet von 10 bis 18 Uhr, halbstündliche Führungen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. September 2019 | 09:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. September 2019, 04:00 Uhr

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