Neue Spielzeit Theater Chemnitz blickt vorsichtig voraus

Der Generalintendant der Theater Chemnitz, Christoph Dittrich lächelt am 12.09.2013 vor der Oper Chemnitz in die Kamera. 7 min
Bildrechte: dpa

MDR KULTUR - Das Radio Di 07.07.2020 12:00Uhr 07:28 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Der erste Ausblick auf die nächste Spielzeit an den Theatern Chemnitz reicht nur von September bis Dezember. Wie Generalintendant Christoph Dittrich am Dienstag im Gespräch mit MDR KULTUR erklärte, wolle man die Entwicklung der Corona-Pandemie abwarten und dann im Herbst den zweiten Teil der Pläne für die Saison 2020/2021 vorstellen. Gleichwohl arbeite das Haus bereits jetzt an konkreten Projekten, die dann den aktuellen Bedingungen angepasst werden könnten.

"Hoffnungspositionen": "My Fair Lady" und "Fledermaus"

Geplant seien zunächst Aufführungen wie das Musical "Cabaret" im Opernhaus oder kleinere Werke wie Mozarts Singspiel "Bastien und Bastienne". Als "Hoffnungspositionen" nannte Dittrich die Premieren von "My Fair Lady" und "Fledermaus" im November. Dafür seien Orchester und Chor notwendig. Wenn eine große Besetzung nicht möglich sei, würden diese Aufführungen als Gala "mit statischem Ensemble" gezeigt. Termine seien ihm heilig. Mit "Gut gegen Nordwind" nach dem Briefroman von Daniel Glattauer soll das Schauspiel am 18. September die erste Premiere der neuen Spielzeit feiern. Dostojewskis "Traum eines lächerlichen Menschen" erlebt nach derzeitiger Planung am 17. Oktober die deutschspachige Erstaufführung. Uraufgeführt werden soll am 21. November "Arche Noa", eine Farce von Sören Hornung, ausgezeichnet mit dem Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik 2020.

In Planung seien für nächstes Jahr Inzenierungen wie "Die Leiden des jungen Werther" nach Goethe, "Der Drache" von Jewgeni Schwarz oder die Uraufführung "The Rape of Lucrece" frei nach Ovid und Shakespeare, ein Kooperationsprojekt mit Kollektiv Eins und Kosmos Theater Wien. Außerdem sollen im März "Tschick" nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf, "Messer in Hennen" oder "In der Strafkolonie" nach Kafka Premiere feiern. Als weitere Uraufführung geplant ist "Undine" als Art-Musical von Carsten Knödler und Steffan Claußner nach der Märchennovelle von Friedrich de la Motte Fouqué. Kinder dürfen sich auf "Ronja Räubertochter" als Sommertheater im Küchwald freuen.

"Freude auf Begegnungen" in großen Räumen

Er hoffe auf Normalisierung, sagte Dittrich weiter. Derzeit spreche man einerseits über die Kunst, andererseits immer über technische Belange und die Umstände der Aufführungen entsprechend den Hygiene- und Abstandsregeln auf der Bühne und im Publikum. So sei "Cabaret" vorgezogen worden, weil sich die Inszenierung auf alle Fälle realisieren lasse. Derzeit sei man außerdem mit Experten im Gespräch, um die Klimaanlagen-Technik gegebenenfalls zu verändern: "Wir wollen vorbereitet sein. Und dann gehen wir in die großen Räume. Die Stadthalle zum Beispiel, wo wir regelmäßig unsere Sinfoniekonzerte spielen. Die fasst 1.800 Menschen. Am Anfang werden da etwa 400 Leute möglich sein." Auf jeden Fall stehe dort eine große Bühne zur Verfügung, "wo wir uns sogar trauen im 1. Sinfoniekonzert Schostakowitsch zu spielen." Die schwierige Situation führe auch dazu, dass der Begegnung im Theater ein neuer Wert beigemessen werde.

Weihnachtsmärchen im Opernhaus

Aus all diesen Gründen werde das traditionelle Weihnachtsmärchen, das immer viel Zuspruch erfahre, vom Schauspiel ins große Opernhaus verlegt, kündigte Dittrich weiter an. Gegeben werden soll "Die feuerrote Blume" von Irina Karnauchowa und Leonid Braussewitsch.

Mit Blick auf das abgesagte 11. Sächsische Theatertreffen meinte Dittrich, nachgeholt werden könne es nicht, auch wenn ihm das Herz blute. Viele Inszenierungen wären dort erst entstanden, die Theater kämpften derzeit damit, überhaupt einen Spielplan auf die Beine zu stellen, so dass das Treffen derzeit nicht die erste Priorität haben könne.

Mehr zu Kultur & Leben in Chemnitz

Alte Dampflokomotiven im Chemnitzer Eisenbahnmuseum 2 min
Historische Loks im Eisenbahnmuseum in Chemnitz Bildrechte: Johnny Ullmann

Sachsenradio-Serie zur Sächsischen Landesausstellung Zu Besuch im Chemnitzer Eisenbahnmuseum

Zu Besuch im Chemnitzer Eisenbahnmuseum

Silvio Zschage klappert die Orte ab, die ab Sonnabend bei der Landesausstellung mitmachen. Eine Station ist das Sächsische Eisenbahmuseum in Chemnitz. Hatte unser Moderator dort einen Wow-Effekt?

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Di 07.07.2020 07:20Uhr 02:13 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/saechsische-landesausstellung-chemnitz-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Die Lage der Theater in der Pandemie

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 07. Juli 2020 | 13:10 Uhr