Tomi Ungerer, Zeichner, Karikaturist und Kinderbuchautor lacht bei einem Festakt.
Tomi Ungerer lebte zuletzt in Irland. Bildrechte: dpa

Trauer Französischer Zeichner und Autor Tomi Ungerer ist tot

Tomi Ungerer, Zeichner, Karikaturist und Kinderbuchautor lacht bei einem Festakt.
Tomi Ungerer lebte zuletzt in Irland. Bildrechte: dpa

Der französische Zeichner, Karikaturist und Kinderbuchautor Tomi Ungerer ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in Irland im Haus seiner Tochter, wie mehrere französische Medien übereinstimmend am Samstag berichteten. Ungerer schrieb und illustrierte berühmte Kinderbücher wie "Die drei Räuber" und "Der Mondmann". Außerdem schuf er scharfzüngige Bilderbücher für Erwachsene und fand mit Plakatkunst und erotischen Zeichnungen Anerkennung. Nach Angaben seiner Internetseite veröffentlichte er insgesamt mehr als 140 Bücher, die in 28 Sprachen übersetzt wurden.

Werke von Tomi Ungerer

Tomi Ungerer, französischer Grafiker, Schriftsteller und Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene, aufgenommen am 15.11.2016 in Straßburg in Frankreich.
Tomi Ungerer erlebte als Kind die deutsche Besatzung des Elsass. Das Nachbarland ließ in später nicht mehr los. Bildrechte: dpa
Tomi Ungerer, französischer Grafiker, Schriftsteller und Illustrator von Bilderbüchern für Kinder und Erwachsene, aufgenommen am 15.11.2016 in Straßburg in Frankreich.
Tomi Ungerer erlebte als Kind die deutsche Besatzung des Elsass. Das Nachbarland ließ in später nicht mehr los. Bildrechte: dpa
Eine Karrikatur des französischen Zeichners Tomi Ungerer ohne Titel aus dem Jahr 1999 zum deutsch-französischen Verhältnis.
Hier eine Karrikatur aus dem Jahr 1999 zum deutsch-französischen Verhältnis (ohne Titel). Bildrechte: dpa
Eine Besucherin der Ausstellung Satiricon betrachtet am Dienstag (06.12.11) im Frankfurter Caricatura-Museum das Bild Pas de baiser pour maman (Mama bekommt keinen Kuss) von Tomi Ungerer.
Das Bild "Pas de baiser pour maman": Es stammt aus dem Buch "Kein Kuss für Mutter" aus dem Jahr 1973. Bildrechte: imago/epd
Eine junge Frau betrachtet am 11.05.2010 in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall in der Ausstellung "Eklips - Neues für die Augen 1960 bis 2010" Werke des Zeichners, Illustrators und Schriftstellers Tomi Ungerer.
Tomi Ungerer stellte auch immer wieder in Deutschland aus: 2010 zeigte die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall die Ausstellung "Eklips - Neues für die Augen 1960 bis 2010". Bildrechte: dpa
Toilettenhäuschen designt von Tomi Ungerer in Plochingen.
Ungerer beschränkte sich nicht nur aufs Zeichenblatt: hier ein von ihm entworfenes Toilettenhäuschen in Plochingen. Bildrechte: IMAGO
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Aus dem Elsass in die Welt

Ungerer wurde 1931 in Straßburg geboren. Er fiel durchs Abitur, trampte durch Europa und veröffentlichte erste Zeichnungen im "Simplicissimus". In New York begann dann seine Karriere als Kinderbuchautor und Zeichner. Seit 1976 lebte Ungerer mit seiner dritten Frau in Irland. "Er starb in der Nacht. Es war seine Frau, die mich am Morgen angerufen hat", sagte Robert Walter, ehemaliger Berater und langjähriger Freund Ungerers, der Nachrichtenagentur AFP.

"Er war nicht nur ein großer Künstler, er verkörperte auch die Komplexität des Elsass, seiner Doppelkultur. Wir haben uns vorgestellt, dass es ewig ist, und jetzt verlässt er uns", sagte Alain Fontanel, erster stellvertretender Bürgermeister von Straßburg, wie die Zeitung "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" berichtete.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 09. Februar 2019 | 13:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Februar 2019, 13:40 Uhr