Dirigent Ramin Djawadi
Komponist Ramin Djawadi als Dirigent der "Game of Thrones Live Concert Experience", die jetzt auch durch Deutschland tourt. Bildrechte: IMAGO

Der "perfekte Trailer" zur nächsten Staffel "Game of Thrones" jetzt als Konzert-Show in Deutschland

Die HBO-Serie "Game Of Thrones" ist weltweit Kult. Gerade warten die Fans auf die achte und letzte Staffel, die 2019 laufen soll. Das Warten verkürzt die Show "Game of Thrones Live Concert Experience", die ab Mai in Deutschland auf Tour geht. Filmmusik-Komponist Ramin Djawadi bringt alle musikalischen Hauptthemen der Serie - die verschiedenen Häuser ebenso wie entscheidende Schlüsselszenen der Handlung - in einer aufwendigen Inszenierung auf die Bühne. MDR KULTUR hat ihn zum Gespräch getroffen.

von Vincent Neumann, MDR KULTUR

Dirigent Ramin Djawadi
Komponist Ramin Djawadi als Dirigent der "Game of Thrones Live Concert Experience", die jetzt auch durch Deutschland tourt. Bildrechte: IMAGO

Allein die "Game of Thrones"-Titelmelodie lässt den meisten Fans schon wohlige Schauer über den Rücken laufen. Geschrieben hat sie der gebürtige Duisburger Ramin Djawadi, der inzwischen in Hollywood heimisch geworden ist. Seit mittlerweile sieben Jahren und ebenso vielen Staffeln kümmert er sich um die klangliche Ausgestaltung der fiktiven mittelalterlichen Welt von Westeros - das sind fast 70 Stunden Filmmaterial. So ein Langzeit-Serien- Projekt bringt nicht nur für Drehbuchautor oder Regisseur, sondern auch für einen Komponisten ganz andere Möglichkeiten als ein Zwei-Stunden-Kinofilm: "Also, wir hatten jetzt über die sieben Staffeln sehr viel Zeit, die Themen zu entwickeln, auch neue hinzuzufügen. Als Beispiel gebe ich immer gerne Arya: Die hat natürlich Haus Stark als Thema, aber dann, als sich ihr Charakter mehr und mehr entwickelt hat, hat sie dann auch ihr eigenes Thema bekommen", erzählt Djawadi.

Ich hatte zuerst viel zu viel Musik ausgewählt - da hätte ich wirklich ein Zwei-Tages-Konzert machen können!

Ramin Djawadi, Komponist
Musikerinnen spielen auf einer Bühne.
Spiel mit Klang und Bild Bildrechte: imago/Agencia EFE

Doch gerade eine solch komplexe Welt, in der sich in verschiedenen Klimazonen zahllose Charaktere, Familien, Völker und Religionen tummeln, die ständig miteinander über Kreuz liegen, stellt auch eine besondere Herausforderung dar - zumindest, wenn man all das auf einen einzigen Abend im Konzert-Format reduzieren möchte: "Wir hatten über sechs oder jetzt sogar sieben Staffeln Zeit, die Musik zu entwickeln und auszuweiten. Da war es zuerst natürlich hart, die Musik und auch die Handlung auf eine ungefähr zweistündige Show zusammenzufassen", erklärt Djawadi.

Mit aufwändiger Videotechnik, Kunstschnee und Feuerwerk

Fast drei Jahre hat Ramin Djawadi - parallel zu all seinen anderen Verpflichtungen - an der Entwicklung und Umsetzung der "Game of Thrones Live Concert Experience" gearbeitet, unterstützt von den Produzenten David Benioff und Dan Weiss. Die Größenordnung des Unternehmens entspricht dem Gigantismus der Serie, dazu gehören neben der aufwendigen Videotechnik auch Kunstschnee und Feuerwerk. So wird aus dem Konzertabend ein Kurzbesuch in den sieben Königreichen von Westeros; ein Rund-Um-Erlebnis, das nicht nur die Ohren, sondern alle Sinnesorgane ansprechen dürfte. Und ganz nebenbei lässt sich so - wie die US-Tour im vergangenen Jahr deutlich gemacht hat - auch hervorragend Werbung in eigener Sache machen: Das Konzert sei wie ein "perfekter, zweistündiger Trailer für die nächste Staffel".

Endlich endlich?

2019 wird mit "Game of Thrones" eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten zu Ende gehen - zumindest, bis es dann mit den schon jetzt angedachten Prequals, Sequals oder sonstigen Spin-Off-Produktionen weitergeht. Für Ramin Djawadi muss das nach rund acht Jahren Arbeit ein überwältigendes Gefühl der Erleichterung, der Freiheit sein, sich endlich wieder vermehrt anderen Projekten widmen zu können und vielleicht sogar Urlaub zu machen. Oder etwa nicht?

Ich muss ehrlich sagen: Ich bin jetzt schon traurig, wie wahrscheinlich viele andere Fans der Show auch. Aber ich glaube auch, dass eine gute Show irgendwann auch mal enden muss, und zwar mit einem richtigen Kracher.

Ramin Djawadi, Komponist

Er selbst weiß natürlich auch noch nicht, was in der nächsten Staffel passieren wird. Er sei genauso gespannt wie alle anderen auch - und könne es kaum erwarten. Ihm selbst, aber auch allen anderen Fans der Serie dürfte die Tour dabei helfen, die Wartezeit zu überbrücken. Die "Game of Thrones Live Concert Experience" ist aber mehr als nur ein Lückenfüller: Allein mit seiner Musik zur Serie lieferte Ramin Djawadi ein Meisterwerk, das in der Welt des Fernsehens seinesgleichen sucht und nun in angemessen-spektakulärem Rahmen auch die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient:

Das war einfach die Wahl, so ein Konzert zu gestalten mit Bild und Pyro-Effekten. Ich wollte halt einfach eine große Show machen, und wollte, dass die Leute Spaß haben.

Ramin Djawadi, Komponist

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | MDR KULTUR am Morgen | 14. Mai 2018 | 08:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 11:22 Uhr

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