Eine in zwei Hälften zerteilte Avocado
Dass die Avocado viele gesunde Eigenschaften besitzt, wussten wahrscheinlich schon die Azteken. Bildrechte: colourbox.com

Frucht im Trend Was macht die Avocado zum Superfood?

Eine Frucht mit Geschichte: Die Avocado ist älter als die Azteken, die sie "Hoden" nannten. Inzwischen ist sie DIE Lifestyle-Frucht des Jahrzehnts und die Nachfrage steigt. Doch die Beere verbraucht viel Wasser, das in Anbaugebieten oft fehlt.

Eine in zwei Hälften zerteilte Avocado
Dass die Avocado viele gesunde Eigenschaften besitzt, wussten wahrscheinlich schon die Azteken. Bildrechte: colourbox.com

Die Avocado ist aus den Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken. Das ganze Jahr über wird sie mittlerweile angeboten, teilweise sogar weich und damit "genussreif".

Eine erotische und eine gesunde Frucht

Entgegen der verbreiteten Auffassung, die Avocado sei ein Gemüse, ist sie aus botanischer Sicht ein Obst. Sie existierte schon lange, bevor die Azteken sie entdeckten und anbauten. Für sie hatte die Avocado eine erotische Bedeutung, sie nannten sie "Hoden" und Frauen war es verboten, sie zu ernten.

Avocados und Avocadocreme
Ein beliebtes Avocado-Gericht: Guacamole Bildrechte: IMAGO

Seitdem die Avocado zum "Superfood" auserkoren wurde, ist die Nachfrage nach der Frucht enorm gestiegen. Doch was genau macht sie so besonders?

"Die Avocado ist einfach unglaublich gesund", sagt Kathrin Konrad MDR KULTUR. Sie hat jüngst ein Buch zur Avocado veröffentlicht. "Die Avocado besteht zu 85 Prozent aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren und hat viele gute Eigenschaften", so Konrad. So töte sie beispielsweise Bakterien ab und helfe in der Prävention gegen Arteriosklerose und andere altersbedingte Krankheiten.

Ein Boom mit Schattenseiten

Doch der Aufstieg der Avocado zur Lifestyle-Frucht hat auch negative Auswirkungen. Das Obst kommt aus tropischen und subtropischen Gebieten und braucht viel, viel Wasser. Um ein Kilogramm Avocados zu ernten, werde in etwa so viel Wasser benötigt wie bei einem Kilo Bananen, erklärt Konrad – das seien etwa 900 Liter. Doch meist werde die Avocado in Gegenden angebaut, wo Wassermangel herrsche, wie etwa Mexiko, Ruanda, Griechenland oder Israel.

Die Expertin rät daher, die Avocado nicht täglich zu verzehren. "Sie ist etwas besonderes", so Konrad. Sie selbst esse die Frucht höchstens ein Mal in der Woche.  

Angaben zum Buch "Avocado", von Kathrin Konrad
erschienen im Mandelbaum-Verlag
60 Seiten, gebunden
ISBN: 978385476-531-8
12 Euro

Über dieses Thema berichtete MDR KULTUR auch im: Radio | 28.04.2017 | 11:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juni 2017, 16:48 Uhr

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Hinweisschild der Straße der Romanik vor dem Dom in Naumburg
Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer
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