Der Kammersänger Theo Adam am Tag der Wiedereröffnung der Semperoper vor dem wiederaufgebauten Opernhaus auf dem Theaterplatz in Dresden, aufgenommen am 13.02.1985.
Theo Adam vor der Semperoper Bildrechte: dpa

Trauer Opernsänger Theo Adam gestorben

Der Kammersänger Theo Adam am Tag der Wiedereröffnung der Semperoper vor dem wiederaufgebauten Opernhaus auf dem Theaterplatz in Dresden, aufgenommen am 13.02.1985.
Theo Adam vor der Semperoper Bildrechte: dpa

Der angesehene Opernsänger Theo Adam ist am Donnerstag im Alter von 92 Jahren gestorben. Nach Angaben seiner Familie starb er nach langer Krankheit in einem Dresdner Pflegeheim. Zuvor berichtete die Onlineausgabe der "Dresdner Neuesten Nachrichten" über Adams Tod.

Geboren wurde Adam am 1. August 1926 in Dresden. Dort war er als Kind Mitglied im Kreuzchor und studierte nach dem Krieg Gesang. Adam debütierte 1949 an der Staatsoper Dresden. Er zählt zu den großen Wagner-Interpreten seiner Zeit, sang alle Rollen seines Fachs bei den Bayreuther Festspielen, ob Amfortas, Wotan oder Hans Sachs.

Meine schönste Zeit war eindeutig Bayreuth.

Theo Adam anlässlich seines 80. Geburtstages
Der deutsche Baßbariton Theo Adam in der Rolle des Landgrafen in einer Aufführung der Wagner-Oper 'Tannhäuser', aufgenommen 1970.
Theo Adam in der Rolle des Landgrafen in der Wagner-Oper "Tannhäuser" bei den Bayreuther Festspielen 1970 Bildrechte: dpa

Dank seiner eindrucksvollen Stimme konnte der DDR-Bürger trotz Mauer weltweit auftreten. So sang er an berühmten Opernhäusern wie der New Yorker Met. Sein Stimmumfang erlaubte Partien als dramatischer Bass- und Heldenbariton aber auch Modernes wie Alban Bergs "Wozzeck". In seiner Laufbahn nahm Adam mit Dirigenten wie Herbert von Karajan, Herbert Blomstedt, Karl Böhm oder Franz Konwitschny mehr als 100 Alben mit Opernarien, Kantaten, Oratorien, Messen, Passionen und Liedern auf.

Neben seiner Gesangstätigkeit inszenierte Adam, moderierte im Fernsehen und verfasste Bücher. Auch für den Sängernachwuchs engagierte sich der Dresdner. Kurz nach seinem 80. Geburtstag hatte Adam Abschied von der Bühne genommen. Im November 2006 beendete er seine Karriere dort, wo sie 1949 begann: mit dem Eremiten in Webers "Freischütz" an der Dresdner Semperoper.

Würdigung des Weltstars aus Dresden

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hob hervor, dass die Bundesrepublik mit dem Tod von Adam einen der wenigen deutsch-deutschen Weltstars der Opernbühne verliere. Sein "Wotan" in Bayreuth habe Maßstäbe gesetzt. Der Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, sieht in Adam einen "der bedeutendsten Interpreten des 20. Jahrhunderts", der ein "seiner Heimatstadt stets verbundener kosmopolitischer Sängergigant" gewesen sei. An der Staatsoper trat Adam mehr als 250 Mal auf.

Rebekka Frömling, die amtierende Rektorin der Dresdner Hochschule für Musik, betonte "Er war ein brillanter Künstler und ebenso großartiger Pädagoge, der vieles von seiner Begeisterung für den Gesang an die Studierenden weitergeben konnte." Adam war nicht nur als Sänger Vorbild für Generationen von Studierenden gewesen, auch habe er den Sängernachwuchs als Honorarprofessor unterrichtet.

Theo Adam wird ein Fixstern am Opernhimmel bleiben.

Dominique Meyer, Direktor der Wiener Staatsoper

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 11. Januar 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2019, 15:10 Uhr