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Thüringes Kulturminister Hoff zum Kulturlockdown"Wir müssen die zweite Welle brechen"

Thüringes Kulturminister Hoff zum Kulturlockdown

"Wir müssen die zweite Welle brechen"

Stand: 05. November 2020, 12:00 Uhr

Der zweite Lockdown trifft vor allem die Kulturbranche: Kinos, Theater, Konzerthäuser und Museen müssen erneut schließen. Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff zeigt trotz "gebrochenem Kulturherz" Verständnis für die Maßnahmen.

Thüringens Kulturminister hat den aktuellen Lockdown in der Kultur verteidigt. Benjamin-Immanuel Hoff argumentierte bei MDR KULTUR: Die bedrohliche gesundheitliche Situation wiege schwerer. "Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Eins davon ist natürlich ein gebrochenes Herz – das für die Kulturszene." Aber wenn Kontakte auf das notwendigste Maß beschränkt werden sollen, hätte das einen Einfluss auf die Kultur: "Theater, Konzerthäuser und andere kulturelle Institutionen, in denen man sich versammelt, um Kultur zu genießen, können dann nicht aufmachen."

Hygienekonzepte allein reichen nicht mehr

Hoff lobte die bisherigen Anstrengungen der Theater, Kinos u. a. Kulturinstitutionen. Die Hygienemaßnahmen, die sie entwickelt hätten, seien gut. "Das hat uns in diesem Sommer ermöglicht, ein weitgehend normales Leben zu führen." Das genüge in der aktuellen Situation aber nicht mehr. Es gebe gerade eine zweite Welle. "Da brauchen wir einen Wellenbrecher", so Hoff. Aber Museen könnten auch im Lockdown weiter forschen und Ausstellungen vorbereiten. Außerdem bleiben laut dem Kulturminister in Thüringen Galerien und Orte für kulturelle Jugendbildung geöffnet.

Verantwortung für die Kreativwirtschaft

In Richtung Bund forderte Hoff bei MDR KULTUR eine stärkere Unterstützung für die private Veranstaltungswirtschaft. "Festival- und Konzertveranstaltern geht es unglaublich schlecht. Da erwarte ich, dass sich die Wirtschaftspolitik noch stärker für die Kulturwirtschaft verantwortlich fühlt." Er lobte das Konzept der Kurzarbeit, das im Kulturbereich dazu geführt habe, dass bestimmte Einnahmeverluste betriebswirtschaftlich aufgefangen werden konnten.

Sein Ressort selber wolle noch einmal ein Stipendienprogramm der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen ermöglichen: "Das hat so gut funktioniert, dass wir jetzt prüfen, wie wir das kurzfristig größer wieder auflegen, um genau die Kulturschaffenden, die im privaten Bereich tätig sind, finanziell unter die Arme zu greifen."

Diesen November müssen laut einem Beschluss der Bundeskanzlerin gemeinsam mit den Ministerpräsidenten alle Kultur-Einrichtungen für mindestens vier Wochen komplett geschlossen werden. Deshalb fordert auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters neue finanzielle Hilfen für Kunstschaffende – "großzügige und unbürokratische Hilfe", vor allem für Einrichtungen, die nicht staatlich gefördert werden, wie Kinos, Galerien und Clubs. Es gehe um die Existenz von 1,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Milliarden Euro jährlich zum Bruttoinlandsprodukt beitragen, so Grütters. Gesprochen werden soll darüber am Montag auf einer Sitzung des Corona-Kabinetts.

Dieses Thema im Programm:MDR KULTUR - Das Radio | 02. November 2020 | 08:10 Uhr