Corona-Krise Thüringen: Museen dürfen wieder öffnen

Mitte März kam das kulturelle Leben zum Erliegen – zumindest das in der analogen Welt. Jetzt aber wagt Thüringen ein kleines Stückchen Normalität. Die Museen im Freistaat dürfen ab heute wieder ihre Türen öffnen. Hier erfahren Sie, welche Häuser diese Möglichkeit nutzen, und wie sie mit dem neuen Corona-Alltag umgehen.

Die Leuchtenburg aus der Vogelperspektive
Wieder offen für Besucher: Ausstellungen in der Leuchtenburg bei Kahla Bildrechte: Pressestelle Leuchtenburg

Welche Häuser öffnen wieder?

Da Montag der klassische Schließtag für die Museen ist, öffnen nur wenige Häuser direkt am ersten Tag ihre Türen. Hier sind etwa das Grenzmuseum Schifflersgrund, das Stadtmuseum Camburg oder auch die Leuchtenburg zu nennen. Am Dienstag folgen unter anderem das Museum St. Marien in Mühlhausen und die Nordhäuser Traditionsbrennerei. Und in den kommenden Tagen folgen schrittweise immer mehr Häuser: Am 29. April öffnet die Heidecksburg in Rudolstadt, am 1. Mai wollen die Meininger Museen wieder Publikum begrüßen, am 4. Mai öffnen das Bauhaus-Museum in Weimar und das Museum auf der Wartburg. Viele Museen haben allerdings geänderte Öffnungszeiten, hier sollte man sich individuell informieren.

Welche Hygienemaßnahmen werden in den Häusern getroffen?

Der Museumsverband Thüringen hat zwölf Handlungsempfehlungen erarbeitet, die von den Mitgliedern umgesetzt werden sollten. Grundsätzlich geht es darum, dass die Gesamt-Besucherzahl nicht überschritten werden darf und dass ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden soll. Außerdem sollen Touch-Screens nicht benutzt werden und auch Audio-Guides nicht bereit gestellt werden. Nach Recherchen von MDR KULTUR planen die Museen nicht, etwa durch Online-Tickets mit bestimmten Zeitfenstern die Besucherströme zu lenken.

Wieso bleiben manche Museen weiterhin geschlossen?

Hier gibt es verschiedene Gründe. Das Panorama Museum in Bad Frankenhausen etwa, in dem das Bauernkriegspanorama von Werner Tübke zu sehen ist, steht etwa vor konzeptionellen Herausforderungen: Wie kann es den Besucherinnen und Besuchern das komplexe Werk vermitteln, wenn keine Audioguides oder Führungen erlaubt sind? Andere Häuser haben eher räumliche Probleme, sie können Ein- und Ausgang etwa nicht räumlich trennen, wie vom Museumsverband empfohlen. Außerdem gibt es manchmal finanzielle Gründe dafür, Museen geschlossen zu lassen: Gerade wenn Häuser sehr von Eintrittsgeldern abhängig sind, kann es besser für sie sein, die Türen verschlossen zu lassen und auf Kurzarbeit zu setzen. Denn vermutlich werden die Besucherzahlen im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten stark absinken.

Werden die Museen, die aufmachen, dennoch Sonderausstellungen eröffnen?

Das ist ganz unterschiedlich. Ein paar Museen haben dies vor, zum Beispiel soll Ende Mai im Museum Dornburger Schlösser eine Schau mit Positionen der Gegenwartskunst eröffnet werden. Es gibt aber auch Häuser, die alle Sonderausstellungen abgesagt oder in den Herbst, bzw. ins kommende Jahr verschoben haben. Denn in den kommenden Wochen werden natürlich auch keine öffentlichkeitswirksamen Eröffnungen stattfinden können. Grundsätzlich kann es natürlich auch passieren, dass die Museen wieder schließen müssen, sollten die Infektionszahlen in die Höhe schnellen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 27. April 2020 | 07:10 Uhr

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