Werbeartikel für das Dok-Festival
Beim DOK Leipzig 2019 werden 310 Filme aus über 60 Ländern gezeigt. Bildrechte: dpa

Ticker Das war das DOK Leipzig 2019

Eine Woche lang hat sich in Leipzig alles um den Film gedreht: beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig). Von 28. Oktober bis 3. November wurden 310 Filme aus über 60 Ländern gezeigt. Thematisch widmete sich das DOK Leipzig 2019 den Themen Umwelt, Kapitalismus und Rechtsextremismus. 161 Filme konkurrierten im Wettbewerb um die Goldene Taube, die am Samstag verliehen wurde. MDR KULTUR hat täglich über alle wichtigen Festivalereignisse informiert. Der Ticker zum Nachlesen.

Werbeartikel für das Dok-Festival
Beim DOK Leipzig 2019 werden 310 Filme aus über 60 Ländern gezeigt. Bildrechte: dpa

Montag, 4. November 08:29 Uhr | DOK Leipzig 2019 beendet

Am Sonntag ist das DOK Leipzig Festival 2019 zu Ende gegangen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 24 Preise mit einem Gesamtwert von 82.000 Euro vergeben. Das Ende des Festivals bedeutet gleichzeitig das Ende der Amtszeit von Festivalchefin Leena Pasanen. Nach fünf Jahren geht Sie nun für einen neues Projekt nach Italien. Pasanen sagte zu MDR KULTUR, wie es ihr mit dem Abschied geht:

Ich freue mich darauf, nach Italien zu gehen, aber auch traurig Leipzig zu verlassen. Zusammengefasst kann man sagen: Ich bin fast glücklich. Es war für mich in diesem Jahr eines der erfüllendsten Festivals der vergangenen fünf Jahre. Es war voll Freude, das Team war entspannt, das Publikum war unglaublich – wie in jedem Jahr. Und diese zwei Dinge, dieses leidenschaftliche Team und ein Publikum, das so bei der Sache ist – das macht die Magie von Leipzig aus – und das werde ich auf jeden Fall vermissen.

Leena Pasanen, Leiterin DOK Leipzig 2019

Das DOK 2020 wird dann erstmals von Christoph Terhechte geleitet, der zum 1. Januar neuer Intendant und künstlerischer Leiter des DOK-Festivals wird. Mittendrin dabei dann auch wieder MDR KULTUR mit allen wichtigen Festival-Infos.

15:35 Uhr | Zwei Preise kommen vom MDR

Der MDR ist exklusiver Medienpartner beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm und hat auch in diesem Jahr zwei Preise verliehen. Der Hauptpreis für den besten internationalen Langfilm ging an "Exemplary Behaviour" von den litauischen Filmemachern Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius (Litauen, Slowenien, Bulgarien, Italien 2019). Übergeben wurde der mit 10.000 Euro dotierte Preis von MDR-Programmdirektorin Dr. Katja Wildermuth. Der MDR stiftet bereits seit 2013 eine der "Goldenen Tauben".

Der mit 3.000 Euro dotierte MDR-Filmpreis für den besten osteuropäischen Film ging an "The Wind. A Documentary Thriller" von Michał Bielawski (Polen, Slowakei 2019), er wurde von Dr. Ulrich Brochhagen, dem Leiter der MDR-Redaktion Geschichte und Dokumentationen überreicht.

Sonntag, 3. November 10:12 Uhr | Auszeichnungen für die besten Filme 

Am Samstag wurden die Preise des diesjährigen Festivals vergeben. Eine internationale Goldene Taube sowie zwei weitere Preise gingen an den Film "Exemplary Behaviour" der litauischen Filmemacher Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius. Mickevičius starb während der Dreharbeiten zu dem Film über lebenslänglich verurteilte Straftäter, Milerius führte den Film zu Ende. Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb erhielt der Film "Zustand und Gelände" von Ute Adamczewski. Sie zeigt frühe Lager der Nazis in ihrem heutigen Zustand, verbunden mit den Beschreibungen des Grauens, das an diesen Orten ab 1933 stattfand.

17:42 Uhr | Hommage an die Brothers Quay 

Eine Frau steht an einer Tafel.
Filmszene aus "Institute Benjamenta or This Dream People Call Human Life" Bildrechte: Brothers Quay, Dok Leipzig

Die Brothers Quay haben einen ganz eigenen Stil entwickelt, so animieren sie Puppen zu schaurig-schönen Geschichten. Eine Retrospektive zeigt zahlreiche Filme der kreativen Zwillingsbrüder Stephen und Timothy Quay aus Pennsylvania, darunter "Stille Nacht IV: Can’t Go Wrong Without You", "In Absentia" und "The Cabinet of Jan Švankmajer, Prague’s Alchemist of Film". Und die Brüder sind extra nach Leipzig gereist und waren auf der DOK Leipzig zu ihrem Schaffen im Gespräch.

15:04 Uhr | Länderfokus Kroatien

Kroatien wird in diesem Jahr mit einem Festivalschwerpunkt in den Fokus gerückt. Reichlich vier Millionen Menschen leben in dem Land an der Adria. Der wohl bekannteste kroatische Filmschaffende ist Branko Lustig, er produzierte u.a. "Schindlers Liste", "Gladiator", für beiden Filme erhielt er einen Oscar.

After Party
Filmszene aus "After Party" Bildrechte: Viktor Zahtila/Dok Leipzig

Auf der DOK Leipzig werden jedoch keine Blockbuster gezeigt. Zu sehen gibt es zum Beispiel die Trennungsgeschichte "After Party" von Viktor Zahtila oder den experimentellen Dokfilm "White Trash über eine Mülldeponie, auf der Menschen ihre Arbeit verrichten und Möwen Nahrung suchen.

Der Film "They Just Come and Go" zeigt die Realität des Urlaubslandes Kroatien, ein Partystrand wird in der Morgendämmerung beobachtet, während die Urlauber in ausgelassener Stimmung ihre Reise genießen, räumen die Einheimischen die Hinterlassenschaften auf.

Ein Liebespaar steht - sich eng umschlungen küssend - im Wasser.
"They Just Come and Go", ein beobachtender Film zum Tourismus in Kroatien Bildrechte: Boris Poljak/Dok Leipzig

Samstag, 2. November 10:56 Uhr | Zeitreise mit Nachgeschmack

Ein alter Röhrenfernseher steht auf einem Tisch.
Anfang der 90er sah man mit Röhrenfernsehern fern Bildrechte: imago/Niehoff

Die Programme lokaler TV-Sender in Sachsen von 1990 und 1995 haben Rüdiger Steinmetz und Judith Kretzschmar für ihre Dokumentation "Ent-grenzt: Fernsehen von nebenan." analysiert. Die Fernsehbilder beantworten Fragen zur Wiedervereinigung. Sie zeigen eine Gemeindesitzung mit westdeutschen Investoren oder die Ankunft von Russlanddeutschen in der Oberlausitz. Vier Jahre lang haben die beiden Leipziger Medienwissenschaftler die filmischen Zeitzeugnisse gesichtet, insgesamt etwa 700 Videokassetten verschiedener Lokalsender. Manche Befürchtungen der in den Filmen zu sehenden Personen haben sich heute als wahr erwiesen.

Der Film ist am Samstag, 14:30 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum zu sehen.

19:02 Uhr | Filmprotagonist nach russischer Haft auf DOK Leipzig

Manchmal wird bei diesem Festival das Weltgeschehen unglaublich greifbar: beim Get-Together des Adami-Medienpreises treten Regisseurin Angelina Kariakina und ihr Filmprotagonist Sasha Kolchenko auf die Bühne.

Angelina Kariakina (3. von links) und Oleg Sentsov (rechts)
Angelina Kariakina (3. von links) und Oleg Sentsov (rechts) Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

Kolchenko ist erst vor kurzem im Rahmen eines Gefangenenaustauschs aus einem russischen Gefängnis entlassen worden. Dort saß er fünf Jahre lang mit dem Filmemacher Oleg Sentsov ein, die beiden Ukrainer wurden 2014 während der Krim-Proteste verhaftet. "Ich und meine Kollegin Anna Tsyhyma haben uns in unserem Film 'From Crimea to Siberia' auf ihre Spuren begeben", erzählt Kariakina: "Wir durften sie aber nie im Gefängnis besuchen. Jetzt erscheint es uns wie ein Wunder, dass beide so plötzlich frei kamen und wir hier zusammen in Leipzig sein können!"

Das Filmteam wurde bereits im Frühjahr mit dem Adami-Medienpreis ausgezeichnet, ein vom deutschen Außenministerium finanzierter Preis, mit dem die kulturelle Vielfalt in Osteuropa gefördert werden soll. Beim DOK Leipzig läuft er heute Abend um 20 Uhr im Polnischen Institut.

18:08 Uhr | "We the people" – so kann Demokratie auch funktionieren

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich zweifeln viele Menschen an der heutigen Demokratie: 2018 war der sechzigste Geburtstag der Fünften Französischen Republik, doch vom Idealismus von einst ist nicht viel übrig geblieben.

We the People, Film, Filmbild
"We the People" – ein Film von Claudine Bories und Patrice Chagnard Bildrechte: Claudine Bories, Patrice Chagnard / Dok Leipzig

Im Film "We the people" wird nun gezeigt, wie die Aktivistengruppe "Les Lucioles du Doc" das Problem angeht. Sie bringt drei Gruppen von Menschen, die sonst in der Gesellschaft wenig zu sagen haben, zusammen, um über deren Ideen für eine neue Verfassung zu diskutieren: männliche Strafgefangene sind dabei, eine Frauenvereinigung sowie Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums. Es geht um Polizeigewalt, Sexismus, Bildungsgerechtigkeit. Ein spannender Film, der zeigt, wie direkte Demokratie funktionieren kann – aber auch, wie anstrengend sie sein kann. Da heißt es: reden, reden, reden ...

"We the people" ist nominiert für den Publikumspreis Leipziger Ring, er wird noch einmal gezeigt am Sonntag, 20 Uhr, in der Schauburg.

15:18 Uhr | Positiver Dauerstress beim Festivalteam

Während Besucherinnen und Besucher sich bei DOK Leipzig entspannt in gemütlichen Kinosesseln zurücklehnen können, ist das Festivalteam im Dauerstress. Doch auch das hat sein Gutes, wie Deborah Kunze vom Guest Office erzählt: "Seit August haben wir Filmteams aus der ganzen Welt eingeladen, hierher zu kommen. Manchmal war das durchaus schwierig - bei Menschen aus Ländern wie dem Iran braucht es viel Einsatz und Geduld, die nötigen Visa zu organisieren. Eine Kollegin stand ständig mit den verschiedenen Botschaften in Kontakt. Jetzt können wir die Filmemacher hier im Festivalzentrum begrüßen, das ist die Belohnung für unsere Mühe!"

Menschen an euinem Stand
Das Festivalteam von DOK Leipzig gibt alles. Mit dabei: Deborah Kunze (rechts) Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

14:01 Uhr | Eindrücklicher Film über inhaftierte Mörder: "Exemplary Behaviour"

Szenenbild: Exemplary Behaviour - Gefängnisinnenhof
Filmszene aus 'Exemplary Behaviour' Bildrechte: DOK Leipzig

Filmemachen, das ist nicht einfach ein Beruf. Sondern eine Sache, auf die man sich mit Haut und Haaren einlässt. Ein sehr eindrückliches Beispiel dafür: der litauische Film "Exemplary Behaviour" von Audrius Mickevičius. Der Regisseur starb während der Dreharbeiten, wollte aber unbedingt, dass sein Werk beendet wird und bat deswegen einen Freund, weiterzumachen. Vermutlich, weil es im Film um eine sehr persönliche Geschichte geht: Audrius Mickevičius' Bruder wurde ermordet. Von den Verdächtigen kam einer frei, der andere wurde nach fünf Jahren wegen "guter Führung" entlassen. Genau dieser Bezeichnung spürt der Film nun nach: Inhaftierte Mörder werden im Gefängnis portätiert, ihr Alltag gezeigt, zwischen Warten, Arbeiten und Verrücktwerden. Ein eindrücklicher und nachdenklicher Film, der nun im Internationalen Wettbewerb läuft.

Der Film ist noch zweimal zu sehen: Samstag, 20 Uhr, im Polnischen Institut und Sonntag, 16 Uhr, im Cinestar.

13:19 Uhr | Großer Andrang beim DOK

Großer Andrang bei DOK Leipzig
Schlangestehen! Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

Anstehen, um einen Dokumentarfilm zu sehen. Das gibt es im normalen Leben selten, ist bei DOK Leipzig aber ganz normal. Schnell sind Vorstellungen auch mal komplett ausverkauft.

12:14 Uhr | Meisterklasse mit Tan Pin Pin

DOK: Meisterklasse mit Tan Pin Pin
Meisterklasse mit Tan Pin Pin (rechts) Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

Von den Besten lernen: Das ist das Prinzip der Meisterklassen. Bei diesen Treffen kommt der Nachwuchs (viele Studierende von Filmhochschulen besuchen das Festival) mit bekannten Gästen des Festivals zusammen. Gerade erzählt Tan Pin Pin, Regisseurin aus Singapur, der in diesem Jahr auch eine Hommage bei DOK Leipzig gewidmet ist, von ihren filmischen Anfängen: In ihrer Kindheit fand sie ihre eigene Kultur und auch den eigenen Dialekt nicht in Filmen wieder. Später drehte sie dann mit "Singapore GaGa" den ersten Dokumentarfilm, der in Singapur im Kino gezeigt wurde: "Ich habe mir für ein Jahr erlaubt, mich einfach fließen zu lassen. Habe die Leute getroffen, die ich treffen wollte. Es hat dann natürlich sehr lange im Schnitt gebraucht. Bis mir irgendwann im Traum erschien, welcher rote Faden sich dramaturgisch durchzieht."

10:36 Uhr | Ein kalter Festivaltag beginnt

Infopersonal in einer DOK-Box in der Leipziger Innenstadt
Fragen zum DOK-Festival werden vom Team in der DOK-Box beantwortet. Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

Festivaltage beginnen spät und enden spät: Das Team der DOK-Box unweit des Marktplatzes saß gestern Nacht noch bis ein Uhr in der Vorstellung "Junggesellenhaus" (ein Film über kurdische Junggesellen, die zusammen in einem Haus in Istanbul leben, anscheinend sehr empfehlenswert), ist aber jetzt wieder vor Ort, um Fragen von allen Interessierten zu beantworten. Die drei sind mit viel heißem Tee ausgerüstet, denn noch ist es eisig kalt!

Freitag, 1. November, 9:52 Uhr | "Robolove" gewinnt Gedankenaufschluss-Preis

Der Dokumentarfilm "Robolove" bekommt beim DOK Leipzig den Gedankenaufschluss-Preis. Die Auszeichnung wird von jungen Strafgefangenen der JVA Regis-Breitingen vergeben. Die offzielle Verleihung des Gedankenaufschluss-Preises findet am Samstag statt.

Humanoider Roboter
Szene aus dem Dokfilm "Robolove" Bildrechte: NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH

Der Dokumentarfilm der österreichischen Regisseurin Maria Arlamovsky widmet sich dem Thema Künstliche Intelligenz. Er zeigt, wie ähnlich uns humanoide Roboter schon sind, wie sie menschliches Verhalten, Mimik und Gestik imitieren können. Die Regisseurin folgt den Konstrukteuren dabei als Beobachterin, ohne zu kommentieren.

Der Film geht außerdem der Frage nach, wie Roboter unser Privatleben, unsere Gesellschaft verändern werden und er deckt einen Missstand auf: Denn die überwiegend männlichen Programmierer geben ihren Robotern das Aussehen von Modells – mit Maßen einer Barbiepuppe und leicht geöffnetem Mund. Hier werden Männerfantasien ausgelebt, und das Patriarchat erlebt ein Revival durch die Hintertür.

Der Dokumentarfilm "Robolove" ist am 1., 2. und 3. November, jeweils 19:30 Uhr, im Cinestar zu sehen.

17:22 Uhr | Wunderschöner Beitrag "Opera Glasses"

Menschen vor einer Kinoleinwand.
Mila Zhluktenko stellt ihren Film vor Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

Ebenfalls im Deutschen Wettbewerb läuft "Opera Glasses" von Mila Zhluktenko. Die in der Ukraine geborene Regisseurin zeigt darin den Alltag in der Nationaloper in Kiew, und zwar all das, was außerhalb des Theatersaals passiert. Da stellen sich die Garderobieren ihr mitgebrachtes Essen bereit, testen die zum Verleih stehenden Operngläser und beschweren sich über die mangelnden Fähigkeiten der Sänger. Und das Publikum streicht seine Pelzumhänge glatt, zieht vor den Spiegeln Lippenstift nach und macht Selfies vor den riesigen Kristallleuchtern im Foyer. "In der Ukraine ist es ganz normal, dass man ins Theater geht, auch für die nicht so gebildeten Menschen", erklärt die Regisseurin. Der Film sei eine Reise zurück in ihre Kindheit, zeige das Theater als Erlebnis.

Genau das kommt auch rüber – ein liebevoller, mit unzähligen Details gespickter Wettbewerbsbeitrag. Der Film läuft noch zwei mal beim Festival: am Freitag, 13:15 Uhr und Sonntag 12:45 Uhr im Cinestar.

16:51 Uhr | Filmemacherin Ute Adamczewski über "Zustand und Gelände"

Häuser und Straßen in Dresden
Szene aus "Zustand und Gelände" Bildrechte: Stefan Neuberger/Ute Adamczewski

"Zustand und Gelände" heißt ein Dokumentarfilm im Deutschen Wettbewerb, der durch eine klare und strenge Komposition auffällt. Es geht um sogenannte frühe Lager, auch Schutzhaftlager, die die Nationalsozialisten unmittelbar nach der "Machtergreifung" im Januar 1933 eingerichtet hatten, um den politische Gegner einzuschüchtern und auschalten. Besonders viele Lager gab es in Sachsen. Heute sind sie fast vergessen. Regisseurin Ute Adamczewski sich seit 2011 mit diesem Thema beschäftigt. Und im Ergebnis einige der frühen Lager in einem fast zweistündigen Film neu ins Bild gesetzt. Ein Interview:

Wie sind sie auf die Idee zu dem Film gekommen?

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Warum Sachsen?

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Zu den Bildern hört man Texte. Welche?

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Wie ist heute der Umgang mit diesen Orten. Ist das überall gleich?

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Das Schlussbild des Filmes zeigen Reinigungsarbeiten in einem Freibad. Wie ist das gemeint?

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16:12 Uhr | Ausstellung über neue Formen des Dok-Films

Direkt unterhalb des Festivalkinos Cinestar gibt es gerade die Möglichkeit, neue Formen dokumentarischen Arbeitens zu entdecken. Die "Filmische Initiative Leipzig" hat ein einem leeren Ladengeschäft im Petersbogen die temporäre Ausstellung "Paradoks" eingerichtet, die zwar nicht zum DOK Leipzig gehört, aber sehenswert ist. Unter anderem wird die Arbeit "Habitat" von Emerson Culurgioni und Jonas Matauschek gezeigt: In der Installation mit vier im Quadrat angeordneten Bildflächen erzählen Alteingesessene und Neuankommlinge, die rund um den Geiseltalsee leben. Unter anderem treffen ehemalige Bergleute auf Asylsuchende. Ein sehenswerter Film, gerade auch durch die ungewöhnliche Zuschauerperspektive, denn man steht oder sitzt inmitten der vier Projektionsflächen.

Schaufenster einer Ausstellung
Ausstellung "Paradox" Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

14:46 Uhr | "BRDDR" in der Retrospektive

In die Geschichte eintauchen – das kann man jedes Jahr bei der Retrospektive. Hier werden originale historische Filmdokumente zu einem Thema gezeigt, die sonst im Archiv der DEFA-Stiftung oder im Bundesarchiv lagern. In diesem Jahr geht es unter dem Titel "BRDDR" um vierzig Jahre deutsche Doppelstaatlichkeit. Block 4, gerade gesehen, beschäftigt sich mit dem Antifaschismus der DDR. Unter anderem präsentierte der Animationsfilmer Jörg Herrmann hier seinen Kurzfilm "Hitlerpinochet": Ein sogenanntes "Filmplakat" von 1976, das damals zwischen Vor- und Hauptfilm in den Kinos gezeigt wurde. Hier wird Hitler mit Pinochet verglichen – im anschließenden Publikumsgespräch gab es ganz unterschiedliche Reaktionen auf das an John-Heartfield-Collagen erinnernde Werk. Am Freitag und Samstag werden noch fünf weitere Teile der Retrospektive gezeigt.

13:16 Uhr | Symposium "Wem gehört die Wahrheit"

Der Kupfersaal ist an diesem Mittag gut gefüllt: Das Festivalteam hat zu einem Symposium eingeladen mit dem Titel "Wem gehört die Wahrheit?". Es ist eine Reaktion auf die Zuschauerproteste in den vergangenen Jahren zu "Montags in Dresden" und "Lord of the toys", im Zentrum steht die Frage, wie politische Gegner im Dokumentarfilm inszeniert werden, bzw. was hier die Anspruchshaltung des Publikums ist. Braucht es etwa eine Einordnung, wenn Protagonisten rechte und menschenverachtende Sprüche vor der Kamera äußern? Programmchef Ralph Eue beschließt seinen Eröffnungsvortrag mit den Worten: "Ich freue mich auf kreativen Dissenz an diesem temporären Streitraum. Let's geht ready to rumble!" – Das Symposium geht noch bis morgen 19 Uhr, zahlreiche Diskussionen finden statt und historische Beispiele werden gezeigt.

Menschen sitzen auf einer Bühne
"Let's geht ready to rumble!" bism Symposium "Wem gehört die Wahrheit" Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

12:32 Uhr | Ein Blick hinter die Kulissen

Menschen sitzen mit Kopfhörern an Computern.
Filme schauen bei "DOK-Market" Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

Die Dokwoche ist nicht nur Freizeitvergnügen - hier werden auch Geschäfte gemacht. Filmemacherinnen und Filmemacher treffen etwa auf Produktions- und Verleihfirmen, um künftige Projekte zu besprechen und Gelder einzuwerben. Beim DOK-Market können bereits fertige Filme angeschaut werden. Vielleicht finden sie ja auf diesem Weg ins Kino oder ins Fernsehen.

Donnerstag, 31.10., 11:55 Uhr | "Meet the filmmakers": Iranische Filmemacher im Gespräch

Gäste aus der ganzen Welt kommen nach Leipzig um ihre Filme vorzustellen. In diesem Jahr sind auffällig viele iranische Filmemacher dabei. Sie behandeln in ihren Werken ganz unterschiedliche Themen, sind auf den ersten Blick auch nicht immer "typisch iranisch". Was ihnen gemeinsam ist, ist aber der Rhythmus der Filme: Sie nähern sich langsam ihren Themen und Protagonisten. Genau darüber sprechen die Regisseure gerade im Podium "Meet the filmmakers". Nasser Zamiri etwa erklärt, je älter er werde, desto mehr wende er sich dem "Slow Cinema" zu: "Die Frage, die mich umtreibt ist – wie langsam muss ich werden, dass mein Publikum genau das Gleiche sieht, was ich sehe?"

Menschen sitzen auf einer Bühne.
Podiumsdiskussion "Meet the filmmakers" Bildrechte: MDR/Mareike Wiemann

16:02 Uhr | Festivaldirektorin Pasanen würdigt Rolle der Religionen

Die Direktorin des DOK, Leena Pasanen, hat die gesellschaftspolitische Rolle der Kirchen gewürdigt. Beim Empfang der Interreligiösen Jury auf der DOK sagte sie "Angesichts der politischen Entwicklungen ist es wichtig, den Dialog zu stärken, und viele Religionsvertreter tragen dazu bei, aktiv Türen für den Dialog im Kampf um menschliche Würde, Menschenrechte und Frieden zu öffnen". Der Preis der Interreligiösen Jury ist mit 2.500 Euro dotiert. Zu den Kriterien für die Vergabe des Preises sagte Jury-Mitglied Tom Alesch, der Film müsse "eine neue Perspektive auf Menschenrechte und Frieden" bringen, da derartige Perspektivwechsel den Dialog positiv bereichern würden. Der Jury gehören außerdem Theaterregisseur Majid Movasseghi (Iran), die evangelische Pfarrerin Anne-Kathrin Quaas (Deutschland) und die Autorin Aurite Kouts (Frankreich) an.

15:27 Uhr | Weltpremiere: "Gundermann Revier"

Heute Abend, 19 Uhr, feiert der Dokumentarfilm "Gundermann Revier" von Regisseurin Grit Lemke Weltpremiere. Der Film über den beliebten Liedermacher, Poet und Baggerfahrer Gerhard Gundermann läuft im "Internationalen Programm" und verbindet seine Songtexte mit Beobachtungen und Gesprächen aus einer Region im Umbruch.

Außerdem ist "Gundermann Revier" am 2. November, 19:30 Uhr, in der Osthalle des Hauptbahnhofes zu sehen.

15:07 Uhr | Christoph Terhechte wird neuer DOK-Intendant

Der Stadtrat Leipzig hat die Wahl von Christoph Terhechte zum neuen Intendanten und künstlerischen Leiter von DOK Leipzig bestätigt. Terhechte tritt die Ämter zum 1. Januar 2020 an. Er übernimmt die Leitung des Festivals von Leena Pasanen, die nach der DOK-Ausgabe 2019 zum Biografilm Festival in Bologna geht.

11:33 Uhr | MDR-Intendantin Karola Wille: "Dokumentarische Produktionen sind von unschätzbarem Wert"

Am MDR Tag findet auch die ARD-Programmwerkstatt zur Zukunft dokumentarischer Produktionen statt. An den Werkstattgesprächen nehmen Produzentinnen und Produzenten dokumentarischer Formate aus ganz Deutschland gemeinsam mit Vertretern der ARD und von Arte teil. Eines der Themen, die bei der Werkstatt diskutiert werden: Dokumentarische Formate in der digitalen Realität.

Karola Wille bei der ARD-Programmwerkstatt
MDR-Intendantin Karola Wille bei der ARD-Programmwerkstatt auf dem DOK Leipzig Bildrechte: MDR/Stefan Petraschewsky

In ihrem Grußwort erinnerte MDR-Intendantin Karola Wille an die Friedliche Revolution vor 30 Jahren. Die Leute seien damals auch für Meinungs- und Pressefreiheit auf die Straße gegangen. Und die Themen von damals seien auch die Themen von heute, weil auch heute wieder um Medienfreiheit gerungen werden müsse.  

Das müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen, dass freiheitliche Gesellschaften freie und unabhängige Medien brauchen. Medien, die die Wahrheit recherchieren, die Wahrheit herausfinden und die den Menschen eine Faktenbasis bereitstellen, auf deren Grundlage sich die Bürgerinnen und Bürger dann ihre Meinung bilden können.

Karola Wille, MDR-Intendantin

Weiter lobte Wille den "unschätzbaren Wert" von dokumentarischen Produktionen: "Sie stehen in der großen Tradition der Aufklärung und sie stehen dafür, dass man auf ganz besondere Weise Zeitchronist ist."

Mittwoch, 30.10., 10:16 Uhr | MDR-Tag auf dem DOK Leipzig

Auch am dritten Festivaltag gibt es zahlreiche Filme zu sehen. Ab 16 Uhr lädt der MDR zum "Special Screening" ins Cinestar und zeigt den Dokumentarfilm "Russlands Milleniumskinder" von Irene Langemann, eine WDR/MDR-Koproduktion. Die Regisseurin begleitet darin Jugendliche unterschiedlicher Milieus an verschiedenen Orten Russlands, die mit Beginn der politischen Ära Wladimir Putins, am 31. Dezember 1999, geboren worden sind und nur das Russland unter Wladimir Putin kennen. Im Anschluss findet ein Filmgespräch mit der Regisseurin Irene Langemann, dem Produzenten Wolfgang Bergmann, der Redakteurin für Dokumentarfilme beim WDR Jutta Krug sowie dem MDR-Redaktionsleiter Geschichte und Dokumentationen Dr. Ulrich Brochhagen statt.

Egor und Taja sind Zwillinge aus St. Petersburg. Sie haben viele gemeinsame Ansichten und Verhaltensweisen, so auch gemeinsam eine kritische Meinung zu Putin. Am Anfang des Films unterstützen sie die Nawalny-Bewegung aktiv. Durch die restriktive und gefährliche Staatspolitik gegenüber Andersdenkenen, haben sie sich ins Private zurückgezogen.
Russlands Millenniumskinder - Egor und Taja sind Zwillinge aus St. Petersburg Bildrechte: MDR/WDR/Lichtfilm/Irene Langemann

Darüber hinaus findet im Rahmen des MDR-Tages der ARD-Dokumentarfilmwettbewerb "Top of the Docs" statt. Gesucht wird ein kreatives und innovatives dokumentarisches Highlight für einen Sendeplatz im Ersten. Von den 37 Einreichungen aus ganz Deutschland sind die fünf besten Projekte nach Leipzig eingeladen und werden heute präsentiert. Der Gewinner des Wettbewerbs wird bei der ARD-Veranstaltung "Top of the Docs" im Rahmen der Berlinale 2020 in Berlin bekanntgegeben.

Dr. Katja Wildermuth 6 min
Bildrechte: MDR/Kirsten Nijhof

20:21 Uhr | "Autobahn" im Hauptbahnhof

DOK: Vorführung in Osthalle des Hauptbahnhofs
Etwa 300 Menschen sind in die Osthalle des Bahnhofs gekommen. Bildrechte: Ole Steffen/MDR

Im Hauptbahnhof läuft die Weltpremiere von "Autobahn", einer unserer DOK-Tipps. Der Film zeigt, was passiert, wenn zwischen zwei Autobahnen ein Stück Straße fehlt, nach Jahren eine Verbindungsstraße gebaut wird – und plötzlich Geschäfte links und rechts der neuen Straße in einen Dornröschenschlaf fallen.

Hinweis für Kurzentschlossene: Der Eintritt zu Vorführungen in der Osthalle des Hauptbahnhofs ist frei. Das Programm gibt es hier.

15:29 Uhr | Eröffnungsfilm "Das Forum": Sehenswerter Film mit Abstrichen

MDR KULTUR-Filmredakteur Stefan Petraschewsky war gestern beim Auftakt des DOK dabei und hat sich die Weltpremiere "Das Forum" angeschaut. Sein Urteil: Ein sehenswerter Film mit Abstrichen: Der Film wirke sehr lang, bis er am Ende an Fahrt gewinne und richtig gut werde. Es sei eine Art Abgesang auf die sogenannten alten weißen Männer. Die Tragik liege darin, dass diese Männer, die so viel Macht haben und jährlich beim Weltwirtschaftsforum zusammenkommen, ihre Chance nicht genutzt haben eine bessere Welt zu erschaffen (das ist ja der Anspruch dieses Treffens). Regisseur Marcus Vetter gelinge es, Bilder und Szenen zu finden, die das am Ende sehr unaufgeregt deutlich machen.

Das macht den Film zum Ende insgesamt sehr sehenswert, weil er eben sehr subtil zeigt, wie das kapitalistische System der Marktwirtschaft letztendlich doch stärker ist, als alle humanistisch motivierten Versuche es zu bändigen.

Stefan Petraschewsky, MDR KULTUR-Filmredakteur

14:18 Uhr | DOK Neuland gestartet

Am Mittag ist auch die fünfte Ausgabe von DOK Neuland gestartet. Die interaktive Ausstellung ist erstmals im Museum der Bildenden Künste zu sehen und steht unter dem Titel "Welcome to the Real World".

Still aus dem Projekt Candy World bei DOK Neuland
Bei "Candy World" erinnert zunächst alles an "Candy Crush", eins der meist gespielten Spiele der Welt. Bildrechte: Lenn Blaschke

In den vergangenen Jahren ging es in den DOK Neuland-Arbeiten vor allem darum, sich in die Räume hineinzuversetzen, in denen die Dokumentationen spielen – beispielsweise fährt der Besucher mit dem Kanu durch den Amazonas oder im Taxi durch den Kongo und urplötzlich steigt ein angeschossener Einheimischer ein, der verfolgt wird. Man wird quasi zur Anteilnahme verführt oder gar gezwungen.

In diesem Jahr kommt nun Kritik hinzu. Die virtuellen Räume, die unter anderem auch die Täter der Anschläge von Halle und Christchurch nutzten, macht Lenn Blaschke in seiner Virtual-Realtiy-Installation "Candy World" erfahrbar. Befindet sich der Rezipient zunächst in einer zuckersüßen, bunten und heilen Welt, die an das Spiel "Candy Crush" erinnert, konfrontieren einen die drolligen, aber anonymen Wesen im Spiel plötzlich mit menschenverachtenden Fragen.

Auf einem Laptop sind bunte Videospiel-Figuren zu sehen. Dahinter steht eine Frau mit einer VR-Brille.
Ein Blick in die interaktive Ausstellung DOK Neuland, bei der Virtual Reality erlebbar wird. Bildrechte: MDR/Stefan Petraschewsky

11:11 Uhr | "Marona’s Fantastic Tale" – Modernes Märchen

Mit "Marona’s Fantastic Tale" läuft am Mittag der einzig lange Animationsfilm zum ersten Mal im DOK-Programm. DOK-Programmkoordinatorin Kim Busch zufolge läuft dieser in der Kategorie Spätlese, in der "Festivalkracher" von anderen Festivals gesammelt und dem Leipziger Publikum vorgestellt werden, weil sie "tatsächlich großes Kino" sind. Hauptfigur in "Marona’s Fantastic Tale" ist eine Hündin, die sehr früh ihrer Mutter weggenommen wurde und anschließend die verschiedensten Besitzer hatte: von Artisten über Architekten bis hin zu einer alleinerziehenden Mutter mit Kind. Der Hund ermöglicht so einen kritischen Blick auf diese Menschen und deren Handlung.

Der Film zeigt auch, dass sich das Glück oft in kleinen Momenten wiederfindet. Die Filmemacherin Anca Damian benutzt ganz viele Animationstechniken, die sie zu surrealen Traumwelten kombiniert.

Kim Busch, Programmkoordinatorin DOK Leipzig

Buschs Urteil zum Film: "Ein modernes, schönes Märchen."

Dienstag, 29.10., 10:05 Uhr | Die Vorführungen starten

Nach dem gestrigen Auftakt geht es seit 10 Uhr mit einem vollgepackten Festivalprogramm beim DOK Leipzig weiter. Unter anderem ist am Vormittag der Film "Where we belong" zu sehen, eine Schweizer Produktion, in der fünf Trennungskinder über die Fragen und Leerstellen erzählen, die ihre Eltern hinterließen.

Welche der 310 gezeigten Filme Sie sich keinesfalls entgehen lassen sollten, hat MDR KULTUR-Filmredakteur Stefan Petraschewsky für Sie zusammengefasst:

21:30 Uhr | Bester Dokumentarfilm einer Regisseurin

Erstmals wurde zur Eröffnung des DOK Leipzig der Preis der sächsischen Kunstministerin für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin vergeben. Ressortchefin Eva-Maria Stange vergab die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung an die Produktion "Black Women & Sex" der südafrikanischen Regisseurin Godisamang Khunou.

21:00 Uhr | DOK-Festival offiziell eröffnet

Die Filmemacher von "Das Forum" stellen im Leipziger Cinestar Kino ihren Film vor.
Die Macher von "Das Forum" stellen im Leipziger Cinestar-Kino ihren Film vor. Bildrechte: MDR/Ole Steffen

Mit der Weltpremiere "Das Forum" von Marcus Vetter das Filmfestival DOK Leipzig eröffnet worden. 700 Zuschauer sahen im voll besetzen Cinestar den knapp zweistündigen Dokumentarfilm von Marcus Vetter. Ab 6.11. ist der Film dann übrigens in den Kinos zu sehen.

17:15 Uhr | "Das Forum": Blick hinter die Kulissen des Weltwirtschaftsforums

Das DOK Leipzig beginnt mit der Weltpremiere des Dokumentarfilms "Das Forum", der die Arbeit des Weltwirtschaftsforums thematisiert. Im Fokus steht dabei Klaus Schwab. Der 81-Jährige ist der Gründer und bis heute Geschäftsführer des Forums. Das Filmteam um Regisseur Marcus Vetter und Produzent Christian Beetz ist das erste überhaupt,  das mit der Kamera das Weltwirtschaftsforum in Davos begleiten durfte.

Regisseur Vetter sagte vor der Premiere im Interview bei MDR KULTUR, besonders herausfordernd sei bei den Dreharbeiten gewesen, dass die Kamera zwar überall dabei sein durfte, dann wiederum aber auch nicht. Bei Gesprächen zum Beispiel mit US-Präsident Trump oder der ehemaligen britischen Premierministerin May hätte das Team nach drei Minuten immer den Raum verlassen müssen. Er habe Schwab offen gesagt, er müsse wissen, was hinter den Türen verhandelt wird, sonst käme man ihm als Geschäftsführer nicht näher und dann könne man auch keinem Film machen. Vetters Plan ist aufgegangen und das Endergebnis im Dokumentarfilm "Das Forum" zu sehen.

Dinner-Tafel mit Donald Trump, Prof. Klaus Schwab und Europas Wirtschaftselite beim Weltwirtschaftsforum in Davos 2018 15 min
Bildrechte: World Economic Forum 2018

14:52 Uhr | DOK-Wochen beim MDR mit starken Frauen

Sechs Dokumentarfilme von internationalen Regisseurinnen stellt das MDR-Fernsehen zur DOK vor. Die Premieren stehen unter dem Motto "Starke Frauen – Starke Filme" und führen von Dresden bis in die Ukraine, von Thailand bis in eine Leipziger Schwimmhalle. Die Filme können auch online geschaut werden.

11:16 Uhr | Die Welt des DOK-Films entdecken - unsere Tipps

Sie möchten das DOK Leipzig besuchen, wissen aber nicht, für welchen der zahlreichen Filme Sie sich entscheiden sollen? Kein Wunder: Zu sehen sind insgesamt 310 Filme und interaktive Arbeiten aus aller Welt. Deshalb haben wir hier Empfehlungen für sehenswerte Dokumentarfilme, darunter sind auch zwei Weltpremieren:

Montag, 28.10., 10:00 Uhr | Herzlich Willkommen!

Das 62. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, kurz: DOK Leipzig, beginnt! In unserem MDR KULTUR-Live-Ticker halten wir Sie in den kommenden Tagen über die aktuellen Geschehnisse rund um das Filmfestival auf dem Laufenden.

Eröffnet wird das DOK Leipzig heute Abend mit der Weltpremiere des Dokumentarfilms "Das Forum", in dem es um das Weltwirtschaftsforum im Schweizer Ort Davos geht. Der Film gewährt einen Blick hinter der Kulissen des Weltwirtschaftsforums. Er läuft im Internationalen Wettbewerb und wird 18:30 Uhr in der Osthalle des Hauptbahnhofs gezeigt.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 28. Oktober 2019 | 07:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 09:01 Uhr