Der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe am 15.10.1999 auf der Frankfurter Buchmesse.
Tom Wolfe wurde durch seinen Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten" weltberühmt. Bildrechte: dpa

Autor von "Fegefeuer der Eitelkeiten" US-Schriftsteller Tom Wolfe gestorben

Der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe am 15.10.1999 auf der Frankfurter Buchmesse.
Tom Wolfe wurde durch seinen Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten" weltberühmt. Bildrechte: dpa

Der amerikanische Schriftsteller Tom Wolfe ist tot. Wie seine Agentin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, starb der Autor und Journalist am Montag in einem Krankenhaus in Manhattan. Er wurde 88 Jahre alt. Weltruhm erlangte er mit seinem Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten".

Er spaltete die Meinungen

Der 1931 geborene Schriftsteller polarisierte die Menschen. Auf der einen Seite verkaufte er Millionen Bücher und scharte eine treue Fangemeinde um sich, auf der anderen Seite legte er sich immer wieder mit dem literarischen Establishment an. So warf ihm sein Kollege John Irving einst "Geschwätzigkeit" vor und gab an, Wolfes ersten Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten" nie zu Ende gelesen zu haben.

Die Mutter führte ihn in die Künste ein

US-Autor Tom Wolfe, 2013 in Barcelona
Tom Wolfe im Jahr 2013. Bildrechte: dpa

Der Autor wurde in Richmond im US-Bundesstaat Virginia geboren. Er war das Kind einer wohlhabenden Professoren- und Plantagenbesitzer-Familie. Zur Kunst kam er über seine Mutter, die die Interessen des Jungen förderte. Sein Studium absolvierte er an der Elite-Universität Yale, bevor er eine Karriere als Journalist bei verschiedenen Zeitungen begann. So arbeitete er für das "Esquire Magazin", dem "New York Herald Tribune" und die "Washington Post".

Arbeit als Journalist

Dabei gilt er als Miterfinder des "New Journalism", einer Form der Schriftstellerei, die literarische und nichtfiktionale Elemente mischt und die eine ganze Generation folgender Journalisten beeinflussen sollte. Mit seinen Werken erarbeitete er sich außerdem den Ruf eines Gesellschafts- und Zeitdiagnostikers, der zu jedem Jahrzehnt seine eigenen, literarischen Kommentare anfertigte. Im Laufe der Jahre veröffentlichte er mehr als ein Dutzend Essays und Reportagen.

Romane und Verfilmungen

Zwei Männer und eine Frau stehen in teurer Kleidung vor einer Leinwand.
Tom Hanks, Melanie Griffith und Bruce Willis in der Verfilmung von "Fegefeuer der Eitelkeiten" aus dem Jahr 1990. Bildrechte: imago stock&people

Ab Ende der 70er-Jahre widmete sich Wolfe, der meist immer in einem weißen Anzug auftrat, vermehrt dem Schreiben von Romanen. Sein größter Erfolg war dabei das Werk "Fegefeuer der Eitelkeiten" aus dem Jahr 1987, in dem er den Aufstieg und Fall eines Investmentbankers beschreibt. Eine Verfilmung des Buches entstand unter der Regie von Brian De Palma und mit Tom Hanks in der Hauptrolle. 1998 folgte "Ein ganzer Kerl" und im Jahr 2004 veröffentlichte er den Roman "Ich bin Charlotte Simmons". Sein letztes Buch "Back to Blood" erschien 2012. Für seine literarischen Arbeiten gewann er im Laufe der Zeit mehrere Preise, so auch den "American Book Award" für "Die Helden der Nation", was die Grundlage für den Kinoerfolg "Der Stoff, aus dem die Helden sind." bildete.

In den vergangenen Jahren hatte sich der 88-Jährige, der nie leugnete, auch ein eitler Selbstdarsteller zu sein, zunehmend von der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Mai 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2018, 21:01 Uhr

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