Mitteldeutschland Trockenheit gefährdet UNESCO-Weltnaturerbe

Die anhaltende Trockenheit gefährdet zunehmend die UNESCO-Weltnaturerbestätten in Mitteldeutschland. Das ergaben Recherchen von MDR KULTUR. Der Nationalpark Hainich in Thüringen, das Gartenreich Dessau-Wörlitz in Sachsen-Anhalt und der Fürst-Pückler-Park Bad Muskau in Sachsen beklagen massive Schäden aufgrund von Hitze und fehlendem Niederschlag.

Vor allem alte Buchen betroffen

Nationalpark Hainich Bäume.
Die Bäume im Hainich brauchen viel Wasser Bildrechte: imago/blickwinkel

Im Nationalpark Hainich sei deshalb die Buche an wasserarmen Standorten an den Grenzen ihrer Existenz, so der Nationalpark-Leiter Manfred Großmann. "Man muss sicherlich künftig auch noch auf mehr Baumarten und natürliche Entwicklung setzen." Für Großmann ist es ein Alarmzeichen, wenn sich selbst angepasste Waldbestände wie die Buchenwälder im Hainich unter den aktuellen Klimabedingungen verändern.

"Es bräuchte keine heftigen Gewitterschauer, sondern eher tage- oder wochenlange ergiebige Regenfälle, damit das Wasser auch in dem Bereich ankommt, aus dem die Bäume ihr Wasser ziehen", sagte Großmann weiter. Es seien vor allem eher alte Buchen betroffen, Bäume, die 120 bis 140 Jahre alt sind und sehr große Kronen haben. "So eine Buche kann durchaus am Tag mal 500 Liter verdunsten“, betont Großmann. "Wo sollen diese Mengen herkommen, wenn es in der letzten Zeit zu wenig geregnet hat und zu viel verdunstet ist?“

Weniger Wasser im Wörlitzer See

Gondeln im Gartenreich Dessau-Wörlitz
Der Wörlitzer See wird immer flacher Bildrechte: Heinz Fräßdorf

Im Gartenreich Dessau-Wörlitz hat der Wörlitzer See seit dem vergangenen Sommer einen halben Meter Wasser eingebüßt, berichtet Direktorin Brigitte Mang bei MDR KULTUR. Für sie ein alarmierender Zustand: "Die Lampe blinkt rot. Es ist Handlungsbedarf gegeben." Man müsse strategische Veränderungen im Gehölz und bei den Gewässern vornehmen. Auch der Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter sowie mehr Schattenplätze für Touristen müssten ins Visier genommen werden.

Grundwasserstand zu niedrig

Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau zwingt die Trockenheit vor allem die Altbaumbestände, die noch aus der Pücklerzeit stammen, in die Knie. Parkdirektor Cord Panning sagte: "Wenn man einfach kein Wasser mehr zum Wässern hat, weil der Grundwasserstand zu niedrig ist, dann wird es eng. Dann kann man den Park, so wie wir ihn heute haben und er über hunderte von Jahren gegärtnert wurde, nicht mehr halten."

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kulturnachrichten | 23. Juli 2019 | 06:30 Uhr

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