Ursula Karusseit
Ursula Karusseit (1939 - 2019) Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Trauer Schauspielerin Ursula Karusseit gestorben

Ursula Karusseit
Ursula Karusseit (1939 - 2019) Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Die Schauspielerin Ursula Karusseit ist tot. Wie ihr Mann der Nachrichtenagentur dpa bestätigte, starb sie am Freitag im Alter von 79 Jahren in einem Berliner Krankenhaus. Zuvor hatte die Tageszeitung "Neues Deutschland" bereits berichtet.

Die am 2. August 1939 im ostpreußischen Elbing geborene Künstlerin war eine der bekanntesten Persönlichkeiten des DDR-Theaters und des ostdeutschen Films.

Eine der wichtigsten Theater-Schauspielerinnen der DDR

Nach ihrer Ausbildung an einer Wirtschaftsschule studierte Ursula Karusseit 1960 an der Staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin. Sie spielte von 1969 bis 1987 vor allem an der Berliner Volksbühne und wird zu einer der wichtigsten Theater-Schauspielerinnen der DDR. Zu den ihren großen Rollen am Theater gehört etwa die Rolle der Roten Rosa in "Moritz Tasso" von Peter Hacks sowie die Rolle der Elsa in "Der Drache" von Jewgeni Schwarz (1966) und der Shen Te in Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan".

Programmänderung: Aufgrund des Todes von Ursula Karusseit ändert das MDR FERNSEHEN sein Programm wie folgt:

Samstag 2. Februar: 16.30 Brücken der Liebe (Fernsehfilm D 2002)

Sonntag 3. Februar: 15.30 In aller Freundschaft, Folge 489: "Späte Hochzeit" (Hochzeit von Charlotte und Otto) (Fernsehserie D 2010)

Dienstag 5. Februar: 22.50 Polizeiruf 110: Abschiedslied für Linda (Kriminalfilm DDR 1987)

Donnerstag 7. Februar: 22.35 Lebensläufe: Ursula Karusseit – Eine Vollblut-Schauspielerin

Seit 1998 Cafeteria-Chefin bei "In aller Freundschaft"

Ihr Filmdebüt gab sie 1963 in dem Fernsehfilm "Was ihr wollt", später folgte u.a. der Fünfteiler "Wege übers Land" und zahlreiche weitere DFF- und DEFA-Produktionen. Seit 1998 spielte sie in der ARD-Fernsehserie "In aller Freundschaft" die Chefin der Cafeteria Charlotte Gauss.

Ursula Karusseit heiratete 1969 den Schweizer Regisseur Benno Besson. Ihr gemeinsamer Sohn Pierre kam zwei Jahre zuvor zur Welt. Seit 1998 war Karusseit in zweiter Ehe mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Johannes Wegner verheiratet. Zuletzt lebte sie in Senzig, südlich von Berlin. Dort arbeitete Karusseit an einem Buch mit dem Titel "Zugabe". Es soll nach Angaben des Eulenspiegel-Verlages im März erscheinen.

MDR trauert um eine "Vollblutschauspielerin"

Ursula Karusseit
Ursula Karusseit bei Dreharbeiten Bildrechte: MDR/Wernicke

Ursula Karusseit alias Charlotte Gauss gehörte seit 1998 zum festen Ensemble der vom MDR produzierten ARD-Fernsehserie "In aller Freundschaft". Der MDR zeigt sich bestürzt über den Tod von Ursula Karusseit. MDR-Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi würdigte die Schauspielerin in einer ersten Reaktion: "Wir sind bestürzt über den Tod von Ursula Karusseit. Seit der ersten Folge von "In aller Freundschaft" vor 21 Jahren hat sie sich in die Herzen der Fans gespielt. Wir nehmen Abschied von einer großartigen Schauspielerin."

MDR-Fernsehfilm-Chefin Jana Brandt äußerte sich ebenfalls zum Tod der Schauspielerin: "Ursula Karusseit war nicht nur die gute Seele der Serie, sondern auch des ganzen Teams der "Sachsenklinik". Vor allem die jungen Kolleginnen und Kollegen begegneten der erfahrenen Schauspielerin mit großem Respekt. Wir trauern um eine Vollblutschauspielerin".

Auch MDR KULTUR-Filmkritiker Knut Elstermann bringt seine Bewunderung für die Schauspielerin, die er im besten Sinne als Volksschauspielerin bezeichnet, zum Ausdruck: "Man merkte, das war eine Frau, die verstand ihr Handwerk. Die ist nicht über Nacht zum Star geworden, sondern die hat von der Pike auf gelernt Figuren und Texte zu entwickeln".

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 01. Februar 2019 | 17:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2019, 10:21 Uhr

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