Premiere am Ostermontag Neues Tatort-Team in Saarbrücken: Vladimir Burlakov im Interview

Der Tatort im Ersten bietet in Krisenzeiten ein Stück Normalität. Am Ostermontag haben die Nachfolger von Devid Striesow in Saarbrücken Premiere. Dort ermittelt jetzt ein Duo: Daniel Sträßer als Kommissar Adam Schürk und Vladimir Burlakov als Kommissar Leo Hölzer. Burlakov spielte zuvor in der TV-Serie "Im Angesicht des Verbrechens" von Dominik Graf und in der Serie "Beat", die bei Amazon gezeigt wurde. Im Interview spricht er über seine neue Rolle und wie das Coronavirus auch die Tatort-Dreharbeiten behindert.

Vladimir Burlakov
Vladimir Burlakov als Tatort-Kommissar Leo Hölzer Bildrechte: SR/Manuela Meyer
Vladimir Burlakov 9 min
Bildrechte: SR/Manuela Meyer
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MDR KULTUR: Wie stellen Sie sich als Berliner auf das beschauliche Saarbrücken ein?

Ich war immer voreingenommen, wenn es um kleine Städte ging, wo man eine Zeit lang verbringt, wenn man dreht. In dem Fall aber war das wunderbar, ich hab mich schnell an Saarbrücken gewöhnt, die Frankreich-Nähe ist toll, es gibt gute Restaurants. Daniel Sträßer, mein Tatort-Kollege, kommt aus Saarbrücken und hat mir schöne Orte gezeigt. Ich hab mich sehr wohl gefühlt dort.

Welche Typen verkörpern Sie und Ihr Partner im Tatort?

Leo Hölzer ist für mich mehr als ein Polizist, er ist auch eine Art Psychologe, sehr analytisch. Und er ist mehr introvertiert als Adam. Adam ist impulsiv, will schnell handeln. Leo ist jemand, der sich auf sein Gegenüber in einem Verhörraum sehr individuell einstellt.

Der erste Fall heißt "Fleißiges Lieschen". Können Sie verraten, worum es da geht?

Es geht um eine industrielle Familie, die seit 150 Jahren besteht, das ist ein Unternehmen. Da hasst wirklich jeder jeden und den Patriarchen, der das Zepter übergibt an einen der beiden Enkel. Und der wird dann tot aufgefunden. Es gibt diesen klassischen Fall, dass man sucht: Wer hat den Enkel ermordet?

In "Im Angesicht des Verbrechens" haben Sie den Verbrecher Nikolai gespielt, jetzt sind Sie Kommissar – was ist interessanter?

Das hat immer mit dem Buch zu tun. Meine Rolle in "Im Angesicht des Verbrechens" zähle ich immer noch zu meinen besten und prägendsten Arbeiten für mich. Das war auch mein erster Film damals, 2008 haben wir das gedreht. Jetzt auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen und zu verhören ist auch spannend. In unserem Fall wurden auch persönliche Biografien sehr schön eingearbeitet, sodass das nicht nur so ein Fragensteller ist. Es gibt die traumatische Erfahrung in Leos Jugend, die Adam und mich verbindet, und mir sehr viel Spielraum gibt.

Der Tatort aus Saarbrücken kommt einmal im Jahr, da bleibt viel Zeit für andere Rollen. Gibt es konkrete Pläne?

Im Moment gibt es keine Pläne. Wir hätten jetzt den zweiten Tatort gedreht, am 16. April wäre Drehstart gewesen. Wegen der Corona-Krise ist das jetzt nicht möglich. Alles andere, was in der Schwebe war, pausiert.

Wird es nach der Corona-Krise in Ihrem Fach ein "Weiter so" geben oder rechnen Sie mit Veränderung?

Ich hoffe, dass sich nicht viel verändern wird, also kann es eigentlich gar nicht. Um einen Film zu realisieren, braucht es ein MakeUp-, Kostüm- und Ton-Departement, die Leute sind ja trotzdem an dem Menschen dran, wir haben Kontakt. Ich weiß nicht, ob man dann sagt: Wir verzichten auf Kuss-Szenen, Kampf-Szenen. Wie so ein Drehbuch allerdings in Zukunft aussehen könnte, bleibt spannend.

Das Gespräch mit Vladimir Burlakov führte Stefan Blattner für MDR KULTUR.

Tatort Saarbrücken: Daniel Sträßer und Vladimir Burlakov
Adam Schürk und Leo Hölzer melden sich zum Dienst! Daniel Sträßer als Adam Schürk (links) und Vladimir Burlakov als Leo Hölzer führen künftig als Kriminalhauptkommissare das Ermittlerteam des Tatort Saarbrücken. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. April 2020 | 13:10 Uhr