Klassiker, Literaturfilm, Superfrauen Was kommt 2020 ins Kino?

Daniel Craig gibt 2019 mit "Keine Zeit zu sterben" seinen Ausstand als James Bond, Christopher Nolan bringt seinen Film "Tenet" heraus, die "Känguru-Chroniken" erobern die Kinoleinwand und der britische Sozialdrama-Regisseur Ken Loach rechnet mit dem Turbokapitalismus ab. Im neuen Kinojahr sorgen außerdem Superheldinnen wie "Black Widow", "Wonder Woman" und Harley Quinn für Action. Nach dem für Disney sehr erfolgreichen Kinojahr 2019 setzt der Konzern auch 2020 auf bewährte Rezepte. MDR KULTUR-Filmkritikerin Anna Wollner blickt auf die cineastischen Höhepunkte 2020.

Daniel Craig, 2015
Daniel Craig geht nach seinem 2020-er James-Bond-Film in die Geheimagenten-Rente. Bildrechte: dpa

Im neuen Kinojahr kommt ein Abschied mit Ansage: Daniel Craig erhält im insgesamt 25. James-Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" als Geheimagent im Auftrag seiner Majestät ein letztes Mal die Lizenz zum Töten. Im April 2020 kommt die Bond-Jubiläumsausgabe auf die Leinwand und Craig wird in den wohl verdienten 007-Ruhestand geschickt.

Während der eine in Rente geht, erleben die anderen ihr Comeback. Actionstar Tom Cruise, immerhin auch Mitte Fünfzig belebt als "Maverick" den 80er-Jahre-Klassiker "Top Gun" neu und die "Ghostbusters" gehen im dritten männlichen Abenteuer erneut auf Geisterjagd. Disney bleibt sich und seinem Erfolgsrezept treu, alte Zeichentrickklassiker als Realverfilmung ins Kino zu bringen. Diesmal ist es "Mulan", in dem sich die gleichnamige Heldin als Junge verkleidet, um an Stelle ihres Vaters in den Krieg zu ziehen.

Inception-Regisseur spielt wieder mit der Zeit

Regisseur Christopher Nolan am Set des Films "The Prestige" (2006).
Regisseur Christopher Nolan Bildrechte: IMAGO

Ein großes Geheimnis um seinen neuen Film "Tenet" macht Christopher Nolan. Es soll ein Spionagefilm mit Starbesetztung werden, mit dabei unter anderem Robert Pattinson, Elizabeth Debicki und Kenneth Branagh.

Nolan spielt erneut mit der Zeit – und mit dem Zuschauer, denn der erste englische Trailer verrät: Nichts.

Superheldinnen in Sicht

Gal Gadot als "Wonder Woman"
Gal Gadot ist wieder "Wonder Woman". Bildrechte: Warner Bros.

Nicht fehlen dürfen 2020 natürlich auch die Superhelden. Und die haben geballte Frauenpower. Bei Marvel geht es nach dem Ende der Avengers mit "Black Widow" in ihrem ersten Einzelabenteuer weiter. Margot Robbie als Harley Quinn darf sich in "Birds of Prey" als Antiheldin in Szene setzen und Gal Gadot reist als Wonder Woman ins Jahr 1984. Das ist Frauenpower pur, denn nicht nur auf der Leinwand stehen die Frauen im Mittelpunkt, auch auf dem Regiestuhl haben bei allen drei Filmen Frauen Platz genommen: Cate Shortland, Cathy Yan und Patty Jenkins.

Um Frauen geht es auch in Greta Gerwigs "Little Women", die Romanadaption des Literaturklassikers "Betty und ihre Schwestern" um die unterschiedlichen Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy, angesiedelt im 19. Jahrhundert.

Abrechnung mit Turbokapitalismus

Ken Loach
Ken Loach bei der Präsentation seines Films "Sorry We Missed You" bei den 72. Filmfestspielen in Cannes. Bildrechte: imago images / PanoramiC

Der Brite Ken Loach rechnet in seinem Sozialdrama "Sorry We Missed You" gewohnt eindrucksvoll mit dem Turbokapitalismus ab. Er schlägt sich auf die Seite der Ausgebeuteten, einem selbstständigen Subunternehmer, der als Paketlieferant ganz am Ende der Nahrungskette steht.

Neben so viel frischem Wind dürfen die Altmeister nicht fehlen. "Ein verborgenes Leben" von Regiephantom Terrence Malick ("Der schmale Grat") ist eine spirituelle Auseinandersetzung mit dem Zweiten Weltkrieg. Die Lebensgeschichte des österreichischen Bauern und Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter bettet Malick in eine Liebeserklärung an die Natur ein. Die Kamera ist ganz vernarrt in die Schönheit der Erde.

Szene aus dem Film "Ein verborgenes Leben". 2 min
Bildrechte: Pandora

So 29.12.2019 12:58Uhr 02:16 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-sonstige/video-trailer-ein-verborgenes-leben-100.html

Rechte: © 2019 Pandora

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Deutscher Film mit Literaturverfilmungen

Und dann ist da ja noch das deutsche Kino mit Dany Levys Verfilmung der Känguru-Chroniken, mit der Hermann-Hesse-Adaption "Narziss und Goldmund" und der modernen Adaption von Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz".

Känguru-Chroniken,Film 2 min
Bildrechte: X Filme, X Verleih

So 29.12.2019 12:58Uhr 01:56 min

https://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/video-sonstige/video-kaenguru-chroniken-100.html

Rechte: X Verleih AG

Video

Die Berliner Theater- und Filmschauspielerin Nina Hoss ist in gleich zwei Filmen zu sehen: In "Das Vorspiel" spielt sie eine strenge Geigenlehrerin, die, von ihrem Ehrgeiz getrieben, ihre Zöglinge zu Höchstleistungen bringen will und darüber hinaus ihren eigenen Sohn vergisst. In "Pelikanblut" gibt sie eine alleinerziehende Mutter von zwei Adoptivtöchtern – doch die Jüngste kann und will sich in ihre neue Familie nicht eingliedern. Ein Film irgendwo zwischen Drama und Horror, eine Grenzerfahrung.

Das Kinojahr 2020 verspricht abwechslungsreich zu werden.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 30. Dezember 2019 | 12:40 Uhr

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