Populärer DDR-Romanautor Schriftsteller Wolfgang Schreyer ist tot

Der DDR-Schriftsteller Wolfgang Schreyer ist tot. Er sei im Alter von 89 Jahren in Ahrenshoop gestorben, sagte Angelika Bruhn vom BS-Verlag in Bargeshagen bei Rostock am Freitag. Im Osten Deutschlands war Schreyer ein populärer Romanautor, während die Leser im Westen ihn kaum kannten. Bekannt wurde er für seine Spannungs- und Tatsachenliteratur.

Seit 1952 verfasste er mehr als 40 Bücher; sie seien in einer Gesamtauflage von mehr als fünf Millionen Exemplaren erschienen. Schreyers letztes Buch "Zu guter Letzt - Erinnerungen, Erzählungen und Essays" mit fiktiven Erzählungen und journalistischen Betrachtungen erschien 2016 im BS-Verlag.

Zahlreiche Bücher von der DEFA verfilmt

Schreyer wurde 1927 in Magdeburg geboren. 1952 debütierte er mit "Großgarage Südwest". Nach dem Erscheinen dieses Romans arbeitete er fortan als freischaffender Schriftsteller. "Großgarage Südwest" war nach Worten Bruhns der erste Kriminalroman, der in der DDR veröffentlicht wurde.

Schreyer war seit 1952 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR und seit 1974 des PEN-Zentrums der DDR (später PEN-Zentrum Deutschland). 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Zahlreiche seiner Werke wurden von der DEFA verfilmt. Sein Œuvre gilt als Unterhaltungsliteratur, allerdings trägt es stark gesellschaftskritische Züge. So stand der Schriftsteller auch für längere Zeit unter Beobachtung des Staatssicherheitsdienstes der DDR.

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 17. November 2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. November 2017, 13:56 Uhr

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