Spezialwerkzeug für Bodenproben
Mit diesem Bohrstock lassen sich bequem Bodenproben in 20 Zentimetern Tiefe gewinnen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

FAQ Bodenprobe im Labor - das sollten Sie wissen

Fachleute empfehlen, alle fünf Jahre Bodenproben aus dem eigenen Garten untersuchen zu lassen. Die Analysen ergeben Hinweise für die Düngung und kosten in der Regel nicht viel Geld. Wir erklären in unserem FAQ, wie Sie Bodenproben gewinnen, was beim Einsenden zu beachten ist und welche Ergebnisse Sie erwarten können.

Spezialwerkzeug für Bodenproben
Mit diesem Bohrstock lassen sich bequem Bodenproben in 20 Zentimetern Tiefe gewinnen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Warum ist eine Bodenprobe wichtig?

Die Untersuchung einer Bodenprobe liefert Hobbygärtnern wichtige Hinweise darauf, wie der Boden beschaffen ist. So kann der Gärtner, noch bevor den Pflanzen Nährstoffüberschuss oder -mangel anzusehen ist, darauf reagieren. Zu hoch dosierte oder falsche Düngergaben können so vermieden werden. Das ist besser für das Wachstum der Pflanzen, aber auch für den Geldbeutel. Eine Analyse von Bodenproben lohnt sich vor allem für Gemüsebeete und Rasenflächen.

Was kostet eine Bodenprobe im Labor?

Die Analyse ist schon für 9 bis 15  Euro zu haben. Eine Düngungsempfehlung kostet in manchen Laboratorien zusätzlich Geld. Wer eine umfangreiche Analyse mit Auskünften über Schadstoffe wünscht, muss mit Kosten von 50 bis 100 Euro und mehr rechnen. Für umfangreichere Untersuchungen empfiehlt sich eine Preisanfrage im Labor. Dann lohnt sich ein Preisvergleich.

Wann sollte eine Bodenprobe entnommen werden?

Im zeitigen Frühjahr, wenn nach der Winterruhe die Vegetation wieder erwacht, kann eine Mischprobe entnommen werden. Für die Entnahme eignet sich aber auch der Herbst, wenn die Beete abgeerntet sind.

Was ist eine Mischprobe?

Werden mehrere Proben entnommen und gemischt, ergibt sich die Mischprobe. Das wird notwendig, wenn die Bedingungen im Garten nicht einheitlich sind. Sonst würde es reichen, an einer Stelle im Garten Erde zu entnehmen. Gibt es jedoch deutliche Unterschiede bei der Bodenzusammensetzung, dem Wassergehalt, der Festigkeit des Bodens oder durch eine stärkere Hangneigung, sollten mehrere Proben gezogen werden. Am besten werden dann an mindestens zehn Stellen Proben entnommen.

Wie wird eine Bodenprobe entnommen?

Wer kein Spezialwerkzeug (Bodenprobennehmer) hat, kann es sich eventuell bei einem Kleingärtnerverein leihen - oder einfach den Spaten benutzen. Dazu wird ein etwa 25 bis 30 Zentimeter tiefes Loch gegraben. Von dessen Rand wird eine wenige Zentimeter dicke Scheibe Boden abgestochen, um ein mindestens 20 Zentimeter tiefes Bodensegment zu bekommen. Die auf dem Spaten liegende Scheibe kann nun vorsichtig mit einer Handschaufel von links und rechts verkleinert werden. Übrig bleiben sollte ein drei bis vier Zentimeter breiter Erdstreifen, der zusammen mit den anderen Proben in einem Eimer gesammelt wird.

Was passiert mit den Proben?

Für die Untersuchung reicht es aus, 500 Gramm der Probe bzw. Probenmischung in einen Folienbeutel abzufüllen. Achten Sie dabei darauf, dass keine Erntereste, Dünger, Steine oder andere Fremdkörper mit in die Probe gelangen. Schicken Sie die Probe möglichst unmittelbar nach der Entnahme ein. Lagerung und Transport sollten unter kühlen Bedingungen erfolgen. Es sollte verhindert werden, dass sich das Probenmaterial stärker erwärmen kann, da dies das Ergebnis verfälscht.

Vergessen Sie nicht Probenbezeichnung, Name und Adresse des Einsenders sowie die vorwiegende Nutzungsart der Fläche, zum Beispiel für den Gemüseanbau, auf wisch- und wasserfesten Kärtchen zu notieren und beizufügen. Ein Untersuchungsauftrag muss ebenfalls beigelegt werden. Es ist sinnvoll, dabei gleich eine Düngungsempfehlung anzufordern.

Wer untersucht die Bodenproben?

Es gibt verschiedene Untersuchungslabore, die Bodenproben anbieten. Hier finden Sie Kontaktdaten von Untersuchungslabors in mehreren Bundesländern, die Bodenproben für Hobbygärtner analysieren. Die Liste stammt von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft.

Was genau wird untersucht?

Die Standarduntersuchung umfasst in der Regel, in welcher Konzentration die Hauptnährstoffe von Pflanzen vorliegen: Phosphor, Kalium und Magnesium. Auch der Säuregehalt des Bodens, der pH-Wert, wird bestimmt. Er gibt Auskunft über die Versorgung mit Kalk. Für Gemüse gilt: Bei einem pH-Wert von 6,5 bis 7, also auf annähernd neutralem Boden, gedeihen die Pflanzen am besten. Liegt der pH-Wert darunter, ist der Boden zu sauer und kann zu Mangelerscheinungen bei Pflanzen führen.

Wie lange dauert es bis das Ergebnis vorliegt?

Das Ergebnis der Bodenanalyse liegt meist in ein bis zwei Wochen vor.

Könnte ich eine Bodenprobe auch selbst analysieren?

Grundlegen ja. Mit Hilfe von Schnelltestmethoden aus dem Laborhandel können Sie selbst beispielsweise den pH-Wert und den Gehalt an Stickstoff, Phosphor und Kalium untersuchen. Genauer und damit auch vergleichbarer ist jedoch eine Untersuchung in einem anerkannten Labor. Hier wird nach festgelegten Methoden gearbeitet, um die oben genannten Werte und auch den Salzgehalt, den Humusgehalt oder weitere Nährstoffe zu bestimmen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. März 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. März 2018, 08:30 Uhr