Äpfel der Sorte Roter Berlepsch
Die alte Apfelsorte 'Roter Berlepsch' eignet sich sehr gut für die Lagerung. Die Früchte schmecken knackig-frisch und müssen knapp reif geerntet werden, wenn sie über den Winter einlagert werden sollen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach der Ernte Äpfel richtig lagern

In einem guten Apfeljahr haben viele Gartenfreunde mehr Früchte, als sie auf einmal essen können. Als Alternative zum Apfelmus oder -saft aus eigener Herstellung bietet sich an, die Äpfel frühzeitig zu ernten und knapp reif einzulagern. Monika Möhler von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt gibt Tipps dazu.

Äpfel der Sorte Roter Berlepsch
Die alte Apfelsorte 'Roter Berlepsch' eignet sich sehr gut für die Lagerung. Die Früchte schmecken knackig-frisch und müssen knapp reif geerntet werden, wenn sie über den Winter einlagert werden sollen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach einer guten Apfelernte fragen sich viele Gartenbesitzer, ob sie die Früchte nicht nur verarbeiten, sondern auch einlagern können. Dabei ist zu bedenken, dass sich nur bestimmte Äpfel für die Lagerung über mehrere Monate eignen. Entscheidend ist unter anderem der Zeitpunkt der Ernte: Die Äpfel sollten nur knapp reif sein, das heißt sie müssen ausreichend Stärke enthalten, die noch nicht in Zucker umgewandelt wurde. "Lassen Sie die Äpfel nicht so lange wie möglich am Baum", rät Monika Möhler vom Fachbereich Obstbau der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt. Der Stiel sollte sich beim Pflücken allerdings gut vom Ast lösen.

Sorten wie 'Topaz' oder 'Golparmäne' lassen sich gut lagern

Mittelgroße Äpfel sind besser zu lagern als große. "Die kleinen Früchte können für die Vögel am Baum hängen bleiben", sagt die Obstanbau-Expertin. Ein wenig Recherche ermöglicht Gartenbesitzern, zu bestimmen, ob es sich bei Ihrem Apfelbaum um eine Sommer-, Herbst- oder Lagersorte handelt. Sortenbücher und -listen sowie Obstbaumkundler, Pomologen genannt, können auch dabei helfen, die Apfelsorte zu bestimmen. Monika Möhler empfiehlt für die Lagerung zum Beispiel die Sorten 'Topaz', 'Goldparmäne', 'Roter Berlepsch' oder die alte Sorte 'Schöner von Nordhausen'.

Lagern Sie nur makellose Äpfel mit Stiel ein

Unabhängig von der Sorte gilt: Die Stiele dürfen vor dem Einlagern nicht entfernt werden. An den Äpfeln sollten auch keine Teile des Fruchtholzes hängen.

Hände tragen mit einem Pinsel eine braune Flüssigkeit auf die Schnittfläche eines halbierten Apfels auf
Mit Jodlösung lässt sich prüfen, ob der Apfel noch Stärke enthält. Nur zum Essen eignet er sich danach nicht mehr. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

"Lagern Sie nur makellose Früchte ein", rät Möhler. Die Äpfel dürfen weder Druckstellen noch oberflächliche, dunkle Schimmelflecken haben, die zum Beispiel nach anhaltendem Regen auftreten können. "Wenn die Wachsschicht, die den Apfel schützend umgibt, beschädigt ist, eignet er sich nicht mehr für die Lagerung", erklärt die Expertin. Die Wachsschicht bildet der Apfel, um weniger Feuchtigkeit zu verlieren. Schimmelpilze können diese Schicht angreifen - der Apfel ist dadurch zwar nicht verdorben, sollte aber nicht mehr lange aufbewahrt werden.

Ideal für die Lagerung sind Temperaturen von drei bis zehn Grad Celsius. Der Reifeprozess kann hinausgezögert werden, indem eine mit kleinen Löchern versehene Plastikplane über die Früchte gebreitet wird. Der Ort, an dem die Äpfel lagern, darf nicht zu trocken sein. Holzstiegen eignen sich besser für die Aufbewahrung als Papierkartons.

Äpfel in Erdmieten aufbewahren

Der Keller ist nicht immer die beste Wahl, um Obst und Gemüse den Winter über aufzubewahren. Vor allem bei neu gebauten Häusern sind die Keller oft zu trocken und zu warm.

Hände halten einen Apfel mit vertrockneten Blättern am Stiel
An diesem Apfel hängen noch Teile des Fruchtholzes - keine gute Voraussetzung für die Lagerung. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Manche Gartenbesitzer lagern ihre Äpfel deshalb auch in Erdmieten im Freien. Eine solche Erdmiete lässt sich zum Beispiel mit einer Regentonne oder einem Plastikkübel anlegen: Das Kunststoffgefäß wird an einer geschützten, trockenen Stelle im Garten in die Erde eingegraben. Abgedeckt wird es mit einer Plastikplane, die Löcher zur Belüftung benötigt. In niederschlagsreichen Gebieten ist möglicherweise eine zusätzliche Abdeckung durch Wellblech oder -plastik ratsam. Bei großer Kälte kann die Erdmiete einfach mit einer Decke gegen Frost geschützt werden. Trockenes, gesundes Laub oder Stroh bieten sich zum Ausstopfen an, eine Sandschicht am Boden als Drainage. In der Erdmiete lassen sich die Äpfel auch in Holzstiegen stapeln.

Kurz & knapp: Äpfel lagern

  • pünktlicher Erntetermin, wenn die Äpfel knapp reif sind
  • nur mittelgroße Äpfel lagern
  • Äpfel einzeln legen
  • regelmäßig auf Schadstellen kontrollieren und aussortieren
  • nicht unter null Grad lagern - fünf Grad sind optimal
  • als Lagerraum eignen sich Gartenlauben oder Keller, dunkel muss es nicht sein

Grün-rote Äpfel liegen auf einer dunklen Tischplatte mit einem grünen Blatt, auf dem "Goldparmäne" geschrieben steht
Die alte Sorte 'Goldparmäne' eignet sich ebenfalls für die Lagerung. Die Äpfel sind gelb mit rötlicher Färbung an der Sonnenseite, das Fruchtfleisch schmeckt süß-säuerlich. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 28. Oktober 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. Oktober 2018, 16:01 Uhr

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