MDR Gartenreise Slowenien: Gärten zwischen Alpen und Adria

Mit rund zwei Millionen Einwohnern leben in Slowenien so viele Menschen wie in Thüringen. Von der Fläche ist es nur knapp so groß wie Sachsen-Anhalt. Doch das Land zwischen Alpen und Mittelmeer vereint einige der schönsten Landschaften Europas.

Hochgebirge, Meeresküste, sonnige Weinberge, sanfte Hügel und von Höhlen durchzogene Karstlandschaften: Slowenien bietet Europas Naturschönheit im Kleinen. Eingerahmt wird es von Kroatien, Österreich, Ungarn und Italien. In dem Land am Mittelmeer, das einst zu Jugoslawien gehörte, gibt es zudem ganz unterschiedliche Gärten zu entdecken.

Der beliebteste Park des Landes: Volčji Potok

Wal-Skulpturen im Park Volčji Potok
Im Park Volčji Potok ist auch an die kleinen Gäste gedacht: Große Wale und Dinosaurier bevölkern den Park. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Bei unserer MDR Gartenreise Anfang Mai 2019 haben wir einige von diesen bemerkenswerten Anlagen besucht. So zählt das Arboretum Volčji Potok zu den beliebtesten Parks in Slowenien. Jährlich flanieren rund 200.000 Besucher über das 85 Hektar große Areal nahe der Hauptstadt Ljubljana. Die Gäste bestaunen prächtige Gehölze und die Blütenfülle in Volčji Potok - von Wild- und Edelrosen über Tulpen bis hin zum liebevoll gepflegten Steingarten. Diesen hat der frühere Chefgärtner Lado Pergovnik angelegt. Seit zehn Jahren ist Pergovnik pensioniert, er schaut sich den Steingarten aber noch jede Woche an. "Es liegt mir am Herzen, zu sehen, was mit den Pflanzen so passiert. Und wenn ich nochmal jung wäre, ich würde wieder Gärtner werden", sagt Pergovnik. Volčji Potok bietet außerdem beeindruckende Skulpturen im Park und das ganze Jahr über Häuser für Orchideen, tropische Schmetterlinge und Kakteen.

Logo MDR 5 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sehenswert ist außerdem der zehn Hektar große Mozirski Gaj im Norden des Landes, der Hain von Mozirje. Hinter dem Projekt steht ein Verein, dessen Mitglieder sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für den gemeinsamen Traumgarten einsetzen. Einer dieser Ehrenamtlichen ist Parkdirektor Darko Bele. "Wir bekommen keine Fördergelder. Das funktioniert aber nur, weil es uns immer gelingt, andere zu überzeugen, hier mitzumachen", berichtet Bele. Mozirski Gaj am Fluss Savinja ist zugleich ein Freilichtmuseum: Restaurierte Mühlen und Häuser geben Einblicke in das traditionelle Leben der Slowenen. Themengärten wie ein Alpen- und ein Japanischer Garten verdeutlichen, dass der Park zwar von Freiwilligen, aber auf keinen Fall amateurhaft gestaltet ist.

Traumgarten dank Freiwilligen: Rundgang im Mozirski Gaj

Der Park Mozirski Gaj in Slowenien hat eine besondere Geschichte: 1978 wurde er von Freiwilligen gegründet. Seitdem kümmern sich nur Ehrenamtliche um den zehn Hektar großen Garten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Mit Blumen bepflanztes Tor zum Park Mozirski Gaj
Der Park Mozirski Gaj liegt im Norden Sloweniens am Fluss Savinja. Hohe Skulpturen und ein blühender Bogen begrüßen die Besucher im Frühling. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Mit Blumen bepflanztes Tor zum Park Mozirski Gaj
Der Park Mozirski Gaj liegt im Norden Sloweniens am Fluss Savinja. Hohe Skulpturen und ein blühender Bogen begrüßen die Besucher im Frühling. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Tulpe im Park Mozirski Gaj in Slowenien
Im Frühling werden die Besucher von tausenden Tulpen unterschiedlichster Farbe und Form empfangen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Landschaftspark Mozirski Gaj in Slowenien
Ein Versicherungskonzern spendierte ein Beet, ein Küchenhersteller ließ den Aussichtsturm erbauen, Gärtnereien spendeten Pflanzen und richteten ganze Abteilungen ein. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Zierpflanze Salomonssiegel im Park Mozirski Gaj
Salomonssiegel im Mozirski Gaj: Während der Saison von Anfang April bis Mitte Oktober ist der Park täglich zwischen 9 und 19 Uhr geöffnet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Bachlauf im Park Mozirski Gaj in Slowenien
Einen Steingarten gibt es ebenfalls. Und der Park ist zugleich eine Freilicht-Ausstellung, die mit vielen originalen, hier wieder aufgebauten Häusern Einblick in das traditionelle Arbeiten und Leben der Slowenen gibt. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ziergehölze im Park Mozirski Gaj in Slowenien
Verschlungene Pfade führen in verschiedene Bereiche des "Hains von Mozirje". Immergrüne, interessant gefärbte und blühende Gehölze säumen den Wegesrand. Eine historische Wassermühle wurde in dem Park ebenfalls wieder aufgebaut, sie stand zuvor in einem Nachbarort von Mozirje. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Tulpe der Sorte Mozirski Gaj in Slowenien
Zur Feier seines 30-jährigen Bestehens bekam der Park im Jahr 2008 ein ganz besonderes Geschenk: eine eigene Tulpensorte. Die 'Mozirski Gaj' zählt zur Gruppe der Triumph-Tulpen und blüht von Ende April bis Anfang Mai. Niederländische Tulpenzüchter haben die Zwiebelpflanze nach dem slowenischen Park benannt und offiziell registrieren lassen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Landschaftspark Mozirski Gaj in Slowenien
Eine Besonderheit des Mozirski Gaj: Ein Verein hat den Park 1978 gegründet und betreibt ihn seitdem. Spenden und ehrenamtliches Engagement haben dem Garten zu seiner Schönheit verholfen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Rote Holzbrücke im Park Mozirski Gaj
Ein Japanischer Garten mit schmucker, roter Holzbrücke gehört ebenfalls zum Mozirski Gaj. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Teich mit Fontäne im Park Mozirski Gaj
Wasser ist ein wichtiges Element in dem Park. Doch einst drohte es den Garten für immer zu zerstören: Am 1. November 1990 trat die Savinja über die Ufer, überschwemmte den Park und riss Erde sowie Pflanzen mit. Die Mitglieder des Gartenvereins waren entsetzt. Doch sie gaben nicht auf und bauten den Mozirski Gaj wieder auf. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Alle (10) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 26. Mai 2019 | 08:30 Uhr

Mittelmeer-Klima im einst venezianischen Piran

Urlaubsort Bled in Slowenien mit Bleder See und Pletna-Boot
Mit dem Pletna-Boot über den Bleder See: Der Ort Bled am Südrand der Alpen ist bei Touristen beliebt. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Bei unserer MDR Gartenreise darf auch die Küstenstadt Piran am Mittelmeer nicht fehlen. Die Adria-Küste Sloweniens ist mit knapp 50 Kilometern Länge zwar nicht groß, aber dennoch sehenswert. So stand Piran früher unter venezianischer Herrschaft, der italienische Einfluss ist bis heute zu spüren. Fischfang war immer wichtig für das von drei Seiten vom Meer umspülte Piran. Für Ackerbau blieb dagegen kein Platz, nicht einmal für Selbstversorger-Gärten an den eng stehenden Häusern. Nur die Hänge unterhalb der Stadtmauern blieben, um etwas anzubauen. Nach wie vor verpachtet die Stadt Piran diese Terrassen an ihre Einwohner. Oliven, Mandeln, Kirschen, Feigen, Haselnüsse, Wein und Zitrusfrüchte reifen dort. Zu sozialistischen Zeiten waren diese Pachtgärten ein unersetzlicher Quell an Früchten.

Unsere Reise führt uns außerdem zum beliebten Bleder See am Alpenrand, ins Logartal, nach Ljubljana sowie in das Weindorf Stanjel. Morgens in den Alpen wandern, abends in der Adria baden: In Slowenien ist das möglich. Folgen Sie uns in dieses außergewöhnliche Land, zu seinen Landschaftsparks, Gärten und naturverbundenen Menschen.

Der Ferrari-Park in Štanjel: Kunst aus Stein und Wasser

Im Ferrari Park des slowenischen Dorfes Štanjel trifft wunderschöne Landschaft auf eine sehr besondere Architektur. Sie ist gleichzeitig formschön und zweckmäßig - vor allem im Umgang mit der knappen Ressource Wasser.

Ferrari-Park Slowenien
Die Bauten des Parks bestehen aus grauen Steinen und fügen sich hervorragend in die natürliche Umgebung ein. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Die Bauten des Parks bestehen aus grauen Steinen und fügen sich hervorragend in die natürliche Umgebung ein. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Sogar eine venezianische Brücke wurde von Max Fabiani gestaltet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Herzstück des Parks ist das große Wasserbecken. Es diente nicht nur als Zierde sondern auch als Regenwasserauffangbecken. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Vom Park aus eröffnen sich weite Blicke in die Karstlandschaft. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Ein Pavillon lädt zum Verweilen ein. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Der Einsatz von Beton war zur damaligen Zeit noch revolutionär. Sein Gebrauch setzte sich nach dem Ersten Weltkrieg zunächst nur zögerlich durch. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Vor allem Gewürze wachsen in den Beeten. Im Bild ist Currykraut zu sehen, das als Gewürz- und Heilpflanze verwendet wird. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Schnittlauchblüten sorgen für schöne Farbtupfer. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Blick auf das Dorf Štanjel, das vom Weinanbau geprägt ist. Bekannt ist vor allem der "Teran", ein dunkler, schwerer Wein, der nur um Štanjel herum produziert wird. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ferrari-Park Slowenien
Blick vom Dorf aus auf die slowenischen Alpen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Alle (10) Bilder anzeigen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 26. Mai 2019 | 08:30 Uhr

Slowenien-Karte mit Stationen der MDR Gartenreise
Slowenien wird eingerahmt von Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien. Für Urlauber, die sich für Parks und Gärten begeistern, hat das kleine Land einige sehenswerte Orte zu bieten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 26. Mai 2019 | 08:30 Uhr