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Obststiegen, eingewecktes Obst und Gemüse - der Wintervorrat ist in solch einem Gewölbekeller gut aufgehoben. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

VorratskammerGemüse richtig lagern und haltbar machen

Stand: 20. Oktober 2022, 14:59 Uhr

Gemüse aus dem Garten kann mit der richtigen Lagerung unsere Küche den ganzen Winter bereichern. Wie Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Lauch und anderes Gemüse haltbar gemacht und gelagert wird, erklärt Gärtnerin Ilka Hoffman von der Grünwerkstatt Holzhausen. Garten-Podcasterin Nadine Witt hat sich mit ihr unterhalten.

Kartoffeln luftig im Keller lagern

Kartoffeln halten richtig gelagert bis zum nächsten Jahr. Wichtig: Nach der Ernte auf dem Beet trocknen lassen, Erde an den Kartoffeln lassen. So bleibt die Schale unbeschädigt und die Kartoffeln faulen nicht. Die Knollen dann am besten in einem Erdkeller oder einem Gewölbekeller in einer Holzkiste lagern. Der Raum sollte etwa acht bis zwölf Grad Celsius warm und nicht zu feucht sein. Sonst haben Schimmelpilze leichtes Spiel.

Wurzelgemüse in Sand eingraben

Wurzelgemüse wie Karotten, Rote Bete, Sellerie, Petersilienwurzel, alle Kohlgewächse, auch Kohlrabi, kann in feuchtem Sand lange gelagert werden. Durch den Sand trocknet das Gemüse nicht aus, schimmelt und verschrumpelt nicht. Wichtig: keinen Bausand, sondern Spielsand benutzen.

Im Sand vergraben, sind Rote Bete und Co auch nach Wochen und Monaten noch frisch. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Spielsand ist ohne Zusatzstoffe wie Kalk und für das Gemüse geeignet. Der Sand kann in einer Wanne oder einem Tontopf lagern, oder aber in einer Erdmiete. Beim Gemüse sollte das Grün nur abgedreht werden, damit keine Schnittwunden entstehen. Beschädigtes Gemüse nicht lagern!

Kraut von Möhren und Sellerie trocknen, Kohl gleich verarbeiten

Kraut von Möhren und Sellerie eignet sich als Suppengrün für selbst gemachte Gemüsebrühe. Dafür das Kraut einfach klein schneiden und trocknen lassen, dann in ein Schraubglas füllen.

Rotkraut kann eingekocht, Sauerkraut gleich angesetzt werden.

Zwiebeln und Knoblauch als Zopf binden und aufhängen

Zwiebeln und Knoblauch müssen nach der Ernte trocken gelagert werden. Nur so halten sie sich für eine lange Zeit. Ideal ist es, sie mitsamt Stiel zu ernten und einen Zopf zu flechten. Dieser kann auf dem Dachboden oder an einem anderen trockenen Ort hängen.

So schön wie auf dem Weimarer Zwiebelmarkt sehen die selbstgemachten Zöpfe meist nicht aus. Aber sie erfüllen ihren Zweck. Bildrechte: dpa

Lauch im Beet einschlagen

Lauch verträgt Kälte gut, sollte aber in einem Beet eingeschlagen werden, damit man ihn bei allen Temperaturen verwenden kann. Dafür den Lauch ernten, wenn es nicht friert, dann die Stangen in einem Beet dicht an dicht stellen. Erde rundum aufschichten, Stroh als extra Isolierschicht außen rum packen, damit der Boden nicht friert.

Die Einschlagetechnik eignet sich auch für Rosenkohl. Dieser kann alternativ lange im Beet bleiben oder als Strunk in den Keller gestellt werden.

Rosenkohl mag und braucht Frost. Er darf wirklich lange draußen bleiben. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Tomaten und Chili

Tomaten lassen sich für eine kurze Zeit lagern und reifen auch nach. Ganz anders sieht es bei Paprika und Chili aus. Sie sollten so lange wie möglich an der Pflanze bleiben. Dann können Chilis aufgefädelt zum Trocknen aufgehängt werden. Ebenso gut lassen sie sich einfrieren.

Tipp: Gemüse nach dem Einlagern kontrollierenEingelagertes Gemüse und Obst muss regelmäßig kontrolliert werden. Früchte, die treiben oder faulige Stellen haben, sofort aussortieren.

Quitten, Äpfel und Birnen in Stiegen lagern

Quitten sowie späte Sorten von Äpfeln und Birnen halten sich im Keller bis in den Januar, Februar hinein. Wichtig ist, dass nur völlig gesunde, unverletzte Früchte in Stiegen gelegt werden. Mit Abstand und dem Stiel nach oben.

Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Tipp: Vorsicht bei Äpfeln und KartoffelnÄpfel und Kartoffeln nicht zusammen lagern. Äpfel produzieren das Reifegas Ethylen. Es lässt Kartoffeln schrumpeln und gammeln.

So können Sie Obst und Gemüse einkochen oder trocknen

Quelle: Gärtnerin Ilka Hoffman von der Grünwerkstatt Holzhausen, Podcasterin Nadine Witt; MDR Garten (anz)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 22. Oktober 2022 | 09:05 Uhr