Raunächte | 25. Dezember bis 6. Januar Räuchern mit Kräutern – So geht's

Räuchern ist eine jahrtausendealte Tradition. Bis heute ist sie vor allem in der asiatischen und orientalischen Kultur verbreitet, aber auch in der christlichen Religion verankert. Wie räuchern funktioniert und was Sie dafür brauchen, lesen Sie hier.

In einer großen Muschel mit Sand qualmt eine Räucherkohle-Tablette mit Kräutern. Zwei Hände halten die Muschel. Darunter ist ein Glastisch zusehen auf dem Räucherutensilien stehen.
Zum Räuchern sollte ein feuerfestes Gefäß verwendet werden. Das kann auch eine große Muschel sein. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Was brauche ich zum Räuchern?

Die Grundausrüstung besteht aus einem feuerfesten Gefäß, Sand, Räucherkohle, Räucherzange, Mörser und Stößel sowie Räucherwerk. Eine Variante des Räucherwerks sind getrocknete Kräuter, die je nach Anlass oder Wirkung ausgewählt werden können. Mörser und Stößel werden benötigt, um die Kräuter zu zerkleinern, so wird deren Wirkung intensiviert. Als Räucherkohle können spezielle Kohletabletten verwendet werden. Wer einen Ofen oder Kamin hat, kann aber auch daraus ein ganz normales glimmendes Kohlenstück verwenden. Die Zange hilft beim Hantieren mit der heißen Kohle. Als feuerfeste Gefäße können unter anderem gusseiserne Töpfchen, Keramik- oder Steinschalen verwendet werden.

Raunächte Als Raunächte wird die Zeit zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) und dem Dreikönigstag (6. Januar) bezeichnet. Früher glaubte man, dass an diesen zwölf Tagen dunkle Mächte um die Häuser zögen. Deshalb blieben die Menschen Zuhause. Um Haus und Stall zu schützen, wurden die Gebäude tagsüber mit Schutzpflanzen ausgeräuchert. In der Nacht wurde mit Orakelpflanzen geräuchert und in die Zukunft geschaut – dabei stand jede der zwölf Nächte für einen Monat des neuen Jahres.

Wie räuchere ich?

Räucherkohle anzünden - Eine Räucherkohle-Tablette wird mit einer Metallzange gehalten und mit einem Feuerzeug angezündet.
Zünden Sie die Räucherkohle seitlich an. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

  1. Stellen Sie Ihr Räuchergefäß auf einen feuerfesten Untergrund.
  2. Füllen Sie das Gefäß mit Sand.
  3. Bereiten Sie Ihr Räucherwerk vor. Zerkleinern Sie ggf. die Kräuter mit dem Mörser.
  4. Halten Sie die Kohle mit der Zange und zünden Sie diese seitlich an.
  5. Warten Sie, bis sich weiße Stellen bilden und legen Sie die Kohle auf den Sand in dem Gefäß.
  6. Wenn die Kohle komplett von der Glut durchwandert ist, können Sie das Kraut oder die Kräutermischung auf die Kohle legen.

Wie lange dauert eine einfache Räucherung?

Eine einfache Räucherung ist relativ schnell vorbei. Sie dauert von wenigen bis zu zwanzig Minuten.

Warum wird überhaupt geräuchert?

Es gibt viele Gründe, um zu räuchern. Einige räuchern ihre Wohnung oder ihr Haus aus, um Veränderungen im Leben zu begünstigen. Andere räuchern, um die Gesundheit positiv zu beeinflussen. So wurde beispielsweise im Mittelalter viel mit Wacholder geräuchert, um die Pest abzuwenden. Wacholder gilt als desinfizierend und reinigend. Allerdings wird auch traditionell an bestimmten Tagen im Jahreskreis sowie an christlichen Feiertagen im Gottesdienst geräuchert.

Raunächte Räuchern – Kräuter und ihre Wirkung

Von Liebes- bis Heilräucherung – für jeden Zweck ist das passende Kraut gewachsen. Eine Auswahl an Kräutern und ihre Wirkung stellen wir hier vor.

Ein grüner Wachholder-Zweig mit dunkelblauen Wacholderbeeren.
Wacholder gehört zu den verbreitetsten Räucherhölzern. Er wirkt desinfizierend. Deshalb wurde er früher dafür verwendet, Krankenzimmer mit seinem Rauch zu reinigen. Vor allem während der Pest war er deshalb beliebt. Wegen seiner desinfizierenden Wirkung wird er oft auch zum Konservieren von Speisen (beispielsweise Fleisch, Fisch oder eingelegten Gurken) verwendet. Zum Räuchern werden vom Wacholder das Harz, die Nadeln aus den Triebspitzen, das Holz und die Beeren verwendet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein grüner Wachholder-Zweig mit dunkelblauen Wacholderbeeren.
Wacholder gehört zu den verbreitetsten Räucherhölzern. Er wirkt desinfizierend. Deshalb wurde er früher dafür verwendet, Krankenzimmer mit seinem Rauch zu reinigen. Vor allem während der Pest war er deshalb beliebt. Wegen seiner desinfizierenden Wirkung wird er oft auch zum Konservieren von Speisen (beispielsweise Fleisch, Fisch oder eingelegten Gurken) verwendet. Zum Räuchern werden vom Wacholder das Harz, die Nadeln aus den Triebspitzen, das Holz und die Beeren verwendet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Wacholder-Zweige mit grünen und blauen Wacholder-Beeren in einem Korb.
Wacholderbeeren benötigen zwei Jahre, um zu reifen. Nach einem Jahr werden sie grün, im zweiten Jahr erst dunkelblau bis schwarz. Der Echte Wacholder ist in der Natur geschützt, die Beeren dürfen aber gepflückt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein grüner Mistelzweig mit weißen Mistelbeeren.
Wacholder lässt sich gut in einer Räuchermischung mit Misteln kombinieren. Die Mistel soll als Räucherkraut negative Stimmungen binden und ins positive wandeln. Ihr wird eine stark schützende Kraft nachgesagt. Weil sie einen dezenten Geruch hat, kann sie neben Wacholder auch gut mit Eisenkraut und Beifuß gemischt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Getrockneter Beifuß.
Beifuß (auch Frauen- oder Machtwurz) gilt als alte Schutz- und Heilpflanze. Zum Räuchern werden Blatt und Blütenrispe, die kurz vor der Blüte stehen, getrocknet. Beifuß hilft als Räucherkraut beim Loslassen, Trauern sowie bei seelischem Schmerz. Er soll das Weibliche stärken. In der chinesischen Medizin wird Beifuß auch für Akupunktur mit Moxastäben (Beifuß in Zigarrenform), das sogenannte Moxen, verwendet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Getrockneter Rainfarn.
Zum Räuchern werden vom Rainfarn Blätter und Blüten verwendet. Rainfarn soll die Abwehr und das Selbstwertgefühl stärken. Außerdem hilft er gegen Ungeziefer und Mücken. Wie der Wacholder gilt er auch als desinfizierend. Schwangere sollten nicht mit Rainfarn räuchern. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Getrockneter Lavendel.
Lavendel ist ein weiteres desinfizierendes Kraut. Es wirkt reinigend und schafft Klarheit. Lavendel wird zur Segnung von Babys und Kleinkindern verwendet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Getrocknete Schafgarbe.
Schafgarbe wird auch "Heil aller Welt" genannt. Es hilft, die innere Mitte zu finden. Die Schafgarbe wurde ursprünglich zum Hellsehen, Wahrträumen und Orakeln benutzt. Zum Räuchern wird die Blüte verwendet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Getrockneter Salbei.
Salbei wirkt beim Räuchern klärend. Er fördert außerdem die Konzentration. Mit ihm können Räume, Wohnung oder Häuser räuchernd gereinigt werden. Dabei sollten die Fenster leicht geöffnet sein, denn Salbei soll störende und stressbeladende Energien vertreiben – und diese sollen ja entweichen können. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwei Hände halten ein geöffnetes Aufbewahrungsglas mit getrockneten Rosenblättern.
Rosenblätter sind ein Muss bei Liebesräucherungen. Sie fördern harmonische Beziehungen; sie schaffen Versöhnung und Verbindung. Getrocknete Rosenblätter entfalten beim Räuchern allerdings kaum Duft. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Dezember 2018 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Dezember 2018 | 08:30 Uhr