Der Duft des Sommers Rezepte: Lavendel ernten, trocknen und verwenden

Der Duft des Sommers lässt sich mit wenig Aufwand lange bewahren. Wer Lavendel schneidet und trocknet, hat den Rohstoff für Lavendelsalz oder Kekse mit Lavendel, aber auch für Duftsäckchen und Badezusätze.

Lavendelöl, Lavendelsalz und Lavendelplätzchen
Ob als Öl, Salz oder Plätzchen - Lavendel ist lecker. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Lavendel ernten und trocknen

Wenn der Lavendel zu blühen beginnt und der betäubende Duft Scharen von Bienen und Hummeln anlockt, dann ist der richtige Moment, den Sommerboten zu ernten. Schneiden Sie die langen Blütenstiele ab und sortieren Sie dünnere Bündel. Diese werden zusammengebunden und an einem luftigen, trockenen und schattigen Ort aufgehängt. Nach etwa einer Woche sind die Blüten getrocknet und lassen sich mit den Händen einfach abstreifen.

Wer nicht so lange warten möchte, kann auch einen Dörrapparat benutzen. Allerdings sollten die Blüten schonend auf der niedrigsten Stufe getrocknet werden. So bleiben die Inhaltsstoffe erhalten. Sind die Blüten getrocknet, können sie weiter verwendet werden. Achtung: Lavendel schmeckt sehr intensiv. Würzen Sie sparsam und probieren Sie zwischendurch!

Lavendel zu Sträußen geteilt, vorbereitet fürs Trocknen
In kleinen Bündeln luftig aufgehängt, trocknet Lavendel schnell. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Lavendelsalz

Lavendelsalz passt zu mediterranen Gerichten von Lamm über Fisch bis zu Salaten. Es verfeinert Dips und Dressings, schmeckt zu Ziegenkäse und anderen Käsearten. Für Lavendelsalz werden zwei Esslöffel getrocknete Lavendelblüten im Mörser leicht zerdrückt und anschließend mit 50 Gramm feinem Salz vermischt. Die Mixtur wird in ein Glas gefüllt. Sie kann mitsamt den Blüten verwendet werden. Wer keine Blüten im Essen mag, siebt nach zwei bis drei Wochen das Salz ab.

Lavendel, Salz und im Mörser zerriebene Lavendelblüten
Das fertige Lavendelsalz kann mit oder ohne Blüten verwendet werden. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Lavendelplätzchen

Den Geschmack des Sommers bringen Lavendelplätzchen auf den Teller. Mit einem Kaffee in der Sonne genossen, fühlt man sich wie in Südfrankreich. Für die Plätzchen braucht man:

  • 250 Gramm kalte Butter
  • 350 Gramm Mehl
  • 125 Gramm Puderzucker
  • vier Esslöffeln frische Lavendelblüten.

Die Butter in Stücke hacken und mit Mehl, Puderzucker und Lavendelblüten zu einem Teig verkneten. Der Teig wird zu etwa zwei Zentimeter dicken Stangen geformt und eine Stunde im Kühlschrank gekühlt. Dann werden etwa einen halben Zentimeter dicke Scheiben geschnitten und bei 180 Grad Celsius (Umluft 160 Grad) gebacken.

Teig für Lavendelplätzchen
Aus dem Teig spitzen die Lavendelblüten. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Tipp: Lavendelplätzchen kann man mit getrockneten und frischen Lavendelblüten backen. Welche Menge verwendet wird, hängt ein bisschen von der Intensität des Lavendels und dem persönlichen Geschmack ab. Wer noch nie Lavendelplätzchen gegessen hat, verwendet besser erst einmal eine geringere Menge. Teilen Sie doch einfach den Teig und mischen Sie in eine Hälfte zwei Esslöffel Lavendelblüten, in die andere nur einen.

Lavendelplätzchen
Der Geschmack von Lavendelplätzchen - nicht nur für Frankreichliebhaber einen Versuch wert. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Lavendelöl

Weniger für die Küche, sondern mehr für Massage oder Badewanne geeignet ist Lavendelöl. Die Herstellung ist denkbar einfach. Einige Lavendelzweige kommen in ein Glas oder eine hohe Flasche und werden mit Öl übergossen. Besonders gut eignen sich Mandel- oder Olivenöl. Sonnenblumenöl sollte dagegen nicht verwendet werden, da es schnell ranzig wird. Die Blüten sollten zwei bis drei Wochen im Öl ziehen, dann können die Blüten aus dem Öl gefiltert werden.

Für eine Massage wird das Öl pur verwendet. Für ein Wannenbad werden etwa zwei Esslöffel des Öls mit der gleichen Menge Sahne oder Vollmich vermischt, geschüttelt und unter fließendem Wasser dem Bade zugegeben. So verteilt sich das Öl besser. Vorsicht beim Aufstehen in der Wanne, es könnte rutschig sein.

Lavendelsäckchen

Der Klassiker sorgt im Wäscheschrank für wunderbar frischen Duft. Wer Lavendelsäckchen selber nähen möchte, nimmt dafür am besten glatte Baumwolle. Sehr gut geeignet sind auch alte Damastservietten oder Leinentücher. Schneiden Sie ein Stück etwa in der Größe 15x18 Zentimeter zu.

Eine schmale Seite mit einem Zickzackstich versäubern, einen Zentimeter umbügeln und mit einem Geradstich festnähen. Dann den Stoff in der Mitte falten und rechts auf rechts legen, der versäuberte Rand zeigt nach oben. Die beiden offenen Seiten zunähen, eventuell versäubern, das Säckchen auf links drehen und die Ecken ausformen. Getrocknete Lavendelblüten einfüllen und das Säckchen mit einem Rest Spitze, Metzgerfaden oder Wolle zubinden.

Lavendelsäckchen
Die kleinen Säckchen sind aus alten Stoffen schnell genäht. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Lavendel als Deko

Natürlich ist Lavendel nicht nur durch seinen Duft ein Highlight. Auch in der Vase oder als Kranz macht er eine wirkliche gute Figur, egal ob kombiniert mit anderen Pflanzen oder solo. Und wer auch noch im Winter Lavendel möchte, lässt die Stiele beim Schneiden etwas länger und trocknet die Blütenstände.

Lavendel in einer Vase
Ob im Garten oder in der Wohnung - Lavendel sieht in einer Vase einfach wunderschön aus. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Quelle: MDR Garten/anz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 13. Juni 2021 | 08:30 Uhr