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Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

VorratskammerAus Äpfeln, Birnen und Weintrauben Saft selber machen

Stand: 27. September 2022, 11:23 Uhr

Wenn die Obstbäume voller Früchte hängen, bergen sie literweise Saft. Aber wie kommt der Saft aus Äpfeln, Birnen, Quitten und Weintrauben in die Flaschen? Dafür gibt es eine ganze Reihe Möglichkeiten. Wir stellen die wichtigsten vor.

In kleinen Portionen zu Hause Saft pressen

Für geringe Mengen frischen Saftes eignen sich kleine Haushalts-Saftpressen. Allerdings bleibt in vielen Modellen ein großer Teil des wertvollen Saftes in der Frucht. Günstig ist eine Vertikalpresse, in der die Früchte erst geschreddert und dann so geschleudert werden, dass der Saft vollständig herausrinnt. Diese Saftmengen sind vor allem zum sofortigen Trinken geeignet. Wer fleißig ist, kann auch damit die Vorratskammer füllen. Aber das ist viel Arbeit. Denn alle zu verarbeitenden Äpfel müssen gewaschen, geviertelt sowie von Kerngehäuse und schadhaften Stellen befreit werden. Der Saft muss pasteurisiert, das heißt kurzzeitig erhitzt, und in Flaschen gefüllt werden.

Pasteurisierung: Selbst hergestellten Saft konservierenDer frische Saft wird auf 75 bis 80 Grad Celsius erhitzt und sofort randvoll in sterilisierte Flaschen gefüllt. Das können Milchflaschen, Bügelflaschen oder Weinflaschen sein, die mit einem Plastikstopfen verschlossen werden. Wichtig: Nach dem Abkühlen muss man bei Milch- und Weinflaschen deutlich sehen, dass in der Flasche der gewünschte Unterdruck entstanden ist. Der Deckel ist leicht nach innen gewölbt. Ist die Flasche ordnungsgemäß verschlossen, hält der Saft mindestens ein Jahr.

Wie ein Profi zu Hause Saft pressen

Im größeren Stil lässt sich auch zu Hause Saft pressen. Dazu notwendig sind eine Obstmühle oder ein Obstschredder, in denen Äpfel und andere Früchte zerkleinert werden. Die fertige Masse wird in einen Sack gefüllt, dieser in eine Spindelpresse gesteckt und ausgepresst. Der entstandene Saft muss auch hier selber pasteurisiert und in Flaschen gefüllt werden.

Kleine Mostereien, die Saft pressen

Mit Obstschredder und Spindelpresse arbeiten vielerorts kleine Mostereien in der Nachbarschaft. Dorthin bringt man die gewaschenen Früchte sowie Kanister, in die der fertige Saft gefüllt wird. Das ist ein tolles Erlebnis, denn man kann zuschauen, wie aus den Äpfeln der leckere Saft rinnt. Den füllt man später selber in Flaschen.

Saubere leere Milchflaschen sind eine Möglichkeit, frischen, pasteurisierten Saft aufzubewahren. In Kästen lassen sie sich gut stabeln und im Keller aufbewahren. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Auch für Weinliebhaber ist diese Methode wunderbar. Der fertige Saft kommt dann vom Kanister direkt in den Weinballon. Die Pressen funktionieren auch für Weintrauben. Für Quittengeleeliebhaber sind Mostereien, bei denen man den fertigen Saft im Kanister wieder mitnimmt, ebenfalls eine gute Idee. Sie ersparen sich das mühevolle Zerschneiden und Entsaften der Quitten und können aus dem fertigen Saft Gelee kochen.

Mostereien, bei denen Saft pasteurisiert und abgepackt wird

Wer keine Lust hat, seinen Saft selbst zu konservieren, sucht eine Mosterei, bei der fertig gepresster Saft erhitzt und in Plastikschläuche gefüllt wird. Diese stecken in Pappboxen und lassen sich im Keller gut lagern. Bag-in-box lautet der Fachbegriff. Vorteil: wenig Arbeit und trotzdem Saft von eigenen Äpfeln, Birnen oder Quitten. Tipp: Häufig sind auf Herbstfesten und -märkten mobile Mostereien unterwegs.

Der Bag-in-box-Saft ist lange haltbar, da zwar Saft aus dem Schlauch nach außen kann, aber nichts aus der Umwelt nach innen. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Kellereibetriebe und Saftproduzenten

Das ist die einfachste Variante, an Saft aus frischen Früchten zu kommen. Viele Betriebe, die Saft herstellen, nehmen Früchte an. Für die abgegebenen Mengen gibt es Gutscheine, die gegen Saft eingetauscht werden können. Vorteil: Hier muss man nur die Früchte auflesen und abgeben. Für die Gutscheine gibt es Saft aller Sorten. Nachteil: Wer gerne den Saft aus seinen eigenen Früchten genießen möchte, hat hier keine Chance. Es gibt Saft. Aber nicht den eigenen.

Quelle: MDR Garten (anz)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 10. September 2022 | 09:05 Uhr