Einfach gärtnern Tipps für Garten-Anfänger: Gelungener Start mit eigenem Kleingarten

Sie überlegen, sich einen Kleingarten anzuschaffen, sind aber noch unsicher? Sie haben gerade einen Garten übernommen und wissen nicht, wie Sie nun am besten anfangen sollen? Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie Einsteigern der Start ins Gärtnerdasein gelingt.

Kleingarten mit geöffneter Gartentür
Rückzugsort im Grünen: Die Beschäftigung mit dem Kleingarten sollte vor allem Freude machen. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Was erwarte ich von meinem künftigen Kleingarten?

Habe ich das Bedürfnis, mich in einem kleinen Stück Natur zu verwirklichen? Oder brauche ich einfach nur einen Rückzugsort, um die Seele baumeln zu lassen? Wolfgang Preuß vom Landesverband Thüringen der Gartenfreunde empfiehlt: "Die Freude sollte vorherrschen, sein eigenes kleines Paradies gestalten zu können."

Wie finde ich überhaupt einen Kleingarten?

Kleingärten sind in vielen Städten seit Beginn der Corona-Pandemie besonders gefragt. Mit Ausdauer, Glück und Geduld kann der Traum vom eigenen Kleingarten trotzdem Wirklichkeit werden. Die Bloggerin, Buchautorin und Kleingarten-Besitzerin Carolin Engwert rät, sich bei allen in Frage kommenden Vereinen auf Wartelisten setzen zu lassen. Die Anlage sollte innerhalb von einer halben Stunde erreichbar sein. Glück könne man zum Beispiel bei Kleinanzeigen im Internet haben. Es hilft laut Engwert aber auch, sich im Bekanntenkreis umzuhören und einfach herumzufragen.

Wer fündig wird, sollte sich den Kleingarten gut angucken: Wie hoch ist der Renovierungsbedarf der Laube? Welchen Eindruck machen die Gartennachbarn? Wie funktioniert die Wasser- und Stromversorgung des Gartens? Und: Wie sieht es mit einer Toilette aus? Diese Fragen zu klären, hilft dabei, den Aufwand am Anfang besser einzuschätzen.

Mit dem Vorhandenen im Kleingarten arbeiten - und ein Gartenjournal führen

Kleingärtner beginnen in der Regel nicht bei Null, denn ein Kleingarten enthält schon viele Dinge: Obstbäume, Beerensträucher, Stauden, Grabeland, Beete, eine Laube. Damit kann man arbeiten, es ist meist unnötig, von vorne zu beginnen. Beobachten Sie den Garten in der ersten Saison gut. Veränderungen können allmählich vorgenommen werden, wenn die eigenen Erfahrungen wachsen. Dabei hilft es, ein Gartenjournal, das heißt eine Art Tagebuch, zu führen. Machen Sie sich etwa alle zwei Wochen Notizen, wie sich Ihr Kleingarten im Laufe der Zeit verändert. Halten Sie die Gartensaison unbedingt auch in Bildern fest. Fotos helfen Ihnen dabei, sich einen Plan des Gartens für weitere Umgestaltungen und Pflanzungen zu machen. Ganz wichtig: Beschriften Sie Aussaaten und neue Pflanzungen am Anfang. Das vermeidet Doppelarbeit.

Komm mit in den Garten - Der MDR Garten-Podcast mit Nadine Witt

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Nachbar-Patenschaften: Wo bekomme ich Hilfe?

Die Gartennachbarn sind meist die ersten Ansprechpartner für Fragen und Nöte. Man kann Wissen, Pflanzen, Samen und Gartengeräte austauschen. Auch helfen sich Nachbarn gegenseitig beim Gießen während der trockenen Monate. Außerdem verfügen die Kleingartenanlagen über Fachberater. Man sollte nicht zögern, sie zu kontaktieren.

Mit einfachen Kulturen starten - und "schlechte" Beetnachbarn kennen

Es muss am Anfang nicht gleich Blumenkohl oder gar Spargel sein, der Gärtner-Ehrgeiz sollte mit dem eigenen Wissen wachsen. Erdbeeren, Erbsen, Kartoffeln oder Radieschen sind Kulturen, die auch Einsteigern leicht gelingen. Auch Kräuter und Beerensträucher sind genügsam und verzeihen Anfängerfehler. Sehr wichtig ist allerdings, sich mit guten und ungünstigen Beetnachbarn zu beschäftigten. Dabei helfen Tabellen zu Mischkulturen. Ein weiterer Tipp von Gartenbuch-Autorin Carolin Engwert lautet: Säen und pflanzen Sie Ihr Gemüse zeitlich versetzt, um die Ernte über einen längeren Zeitraum hinzuziehen. Schließlich sind sonst alle Salatköpfe gleichzeitig reif.

Sich nicht entmutigen lassen

Es hat mal wieder mit den Kürbissen nicht geklappt? Rückschläge gehören zum Gärtnerleben wie die Nacktschnecke zum Salat. Lassen Sie sich davon bitte nicht entmutigen! Probieren Sie aus, welche Pflanzen in Ihrem Garten gut gedeihen, denn nicht alles wächst überall. Und holen Sie sich Informationen, sei es aus Gartenbüchern, Fernsehbeiträgen, Webseiten oder den sozialen Medien. Oder gucken Sie über den Gartenzaun und fragen Sie Ihre Nachbarn.

Grüne Gießkanne unter Wasserhahn in Kleingarten
Beim Gießen gilt: lieber seltener, dafür aber durchdringend wässern. Bildrechte: MDR/Nadine Witt

Tipps für die erste Gartensaison im eigenen Kleingarten Die Bloggerin und Kleingarten-Pächterin Carolin Engwert rät vor allem dazu, die eigenen Ansprüche am Anfang herunterzuschrauben.

- Im Kleingarten während Trockenperioden lieber seltener, dafür aber durchdringend gießen (in der Regel zweimal pro Woche).

- Frühzeitig in geeignete Schutznetze gegen Schädlinge investieren, um Enttäuschungen vorzubeugen.

- Beete mulchen (zum Beispiel mit Stroh oder Schafwolle), um Trockenheit, Schädlingen und Wildkräutern vorzubeugen.

- Gemüse zeitversetzt aussäen oder anpflanzen, damit die Ernte in die Länge gezogen werden kann.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 29. März 2020 | 08:30 Uhr