Kornblume mit Biene in einem Bauerngarten
Kornblumen passen gut in einen Bauerngarten und bieten Nahrung für Bienen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

So gelingt der Gartentraum Bauerngarten anlegen: Darauf kommt es an

Wenn von einem Bauerngarten die Rede ist, denkt man meist sofort an ein romantisches, üppiges Durcheinander von Blumen, Gemüse und Kräutern. Doch der Bauerngarten ist trotz seines Durcheinanders von Zier- und Nutzpflanzen immer ein geordneter Raum. Durch geometrische Formen und Symmetrie kommt die Pflanzenvielfalt erst so richtig zur Geltung. Und der Bauerngarten ist erstaunlich leicht anzulegen.

Kornblume mit Biene in einem Bauerngarten
Kornblumen passen gut in einen Bauerngarten und bieten Nahrung für Bienen. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Was auf den ersten Blick als wildes, buntes Durcheinander erscheint, ist tatsächlich das Ergebnis eines gut durchdachten Plans. Zugleich bietet dieser nostalgische, urtümliche Gartenstil eine Vielzahl individueller Gestaltungsmöglichkeiten. Jeder Bauerngarten kann anders aussehen.

Die richtige Ausrichtung der Beete im Bauerngarten

Der Bauerngarten lebt von seiner Üppigkeit. In einem Bauerngarten muss es blühen, Insekten sollen von Blüte zu Blüte fliegen. Damit die Pflanzen gut gedeihen, ist der richtige Standort der Beete das A und O.

  • Sonnige bis halbschattige Lage
  • Warm und luftig, ohne zu viel Wind
  • Nährstoffreicher Boden
  • Feucht bis mäßig trocken, keine Staunässe

Unabhängig von der Größe des Areals ist es hilfreich, eine Skizze anzufertigen. Ob von Hand oder mit einem Online-Planer im Internet, das bleibt Ihnen überlassen. Halten Sie dabei die verschiedenen Lichtverhältnisse fest, was die spätere Pflanzenauswahl erleichtert.

Wege und Beete im Bauerngarten anlegen

Zuerst werden die Wege angelegt. Wenn möglich, sollte auf Steinpflaster verzichtet werden, da der Boden idealerweise nicht versiegelt ist. Wer allerdings ein Grundstück umgestaltet und schon fertige Steinwege hat, kann diese natürlich im eigenen Ermessen mit einbeziehen. Alles kann, nichts muss - das gilt auch für den Bauerngarten.

Plan eines bauerngarten am Computer erstellt. Typische Wegkreuzung in einem Bauerngarten mit angrenzenden Beeten und Rasenflächen.
Im Internet gibt es viele kostenlose Programme, die bei der Gartenplanung helfen. Bildrechte: Grit Hasselmann

Folgende Grundelemente charakterisieren den Bauerngarten

Hinter einem Weidenzaun befinden sich allerlei Wildkräuter und -pflanzen.
Die Beete im Bauerngarten verfügen jeweils über eine Einfassung. Dazu eignen sich zum Beispiel niedrige Zäune aus Weidengeflecht. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

  • Das Grundgerüst bilden vier gleich große, rechteckige oder quadratische Beete.
  • Der Zugang zu den Beeten erfolgt über ein Wegekreuz.
  • Jedes Beet verfügt über eine eigene Einfassung.
  • Ein Rondell bildet das Herzstück, die Kreuzung der Wege.
  • Ein umlaufender Weg ermöglicht den Zugang zu jedem Beet von außen.
  • Eine Einfriedung mit ein oder zwei Eingängen fungiert als Grenze.
  • Zwischen umlaufendem Weg und Umzäunung bietet ein Abstand von 60 bis 100 Zentimetern Raum für weitere Pflanzen, zum Beispiel Staudenbeete oder einjährige Blühpflanzen.

In Ihre Skizze können Sie auch schon Sitzgruppen, Bänke oder andere Deko-Elemente einzeichnen: einen Springbrunnen, Rosenbögen über den Eingängen oder auch Statuen als Blickfang zum Beispiel.

Holz und Stein in allen Variationen unterstreichen den Anspruch eines originalen Bauerngartens. Egal ob das Grundstück groß oder klein ist, wichtig ist vor allem, natürliches Baumaterial zu verwenden. So sind gesammelte Feldsteine im Bauerngarten immer zu gebrauchen - ob als kleine Mauer oder Umrandung einer Kräuterspirale.

Bester Zeitpunkt den Bauerngarten anzulegen

Sobald im Frühjahr der Frost aus dem Boden gezogen ist, können die Arbeiten für das Grundgerüst des Bauerngartens beginnen. Entsprechend der Zeichnung werden jetzt die Wege und Flächen markiert. Maurerschnur eignet sich dafür gut. Es gibt sie in verschiedenen, gut sichtbaren Farben. Achten Sie beim Abstecken auf rechte Winkel. Zuerst werden im Bauerngarten die Wege angelegt.

Obstgehölze für den Bauerngarten

Zur Ausstattung eines Bauerngartens gehört in vielen Fällen auch Beerenobst. Größere Bäume sind nicht typisch für einen Bauerngarten, müssen aber auch nicht stören. Wichtig ist, das die Beete später möglichst viel Sonne tanken können. Büsche werden im Bauerngarten an die Ränder gepflanzt. Flieder, Schneeball und hohe Stauden am Rande des Gartens sorgen für ein günstiges Kleinklima.

Zaun oder Hecke?

Ein Garten
Auch ein schöner Gartenzaun hat Charme. Bildrechte: IMAGO

Die Auswahl der Umfassung des Gartens hängt von verschiedenen Aspekten ab. Wie groß ist der Garten? Liegt er am Haus oder in einer Gartenanlage? Wie viel darf der Zaun kosten? Holzzäune gibt es in verschiedenen Ausführungen. Wunderschön - und unsere persönliche Empfehlung - sind blühende Hecken, die zusätzlich mit Stauden kombiniert werden können. Diese Pflanzen sind nicht nur eine natürliche Abschirmung, sondern bieten zugleich Insekten und Kleinstlebewesen einen sicheren Rückzugsort.

Die Beetumrandung

Klassiker der Beetumrandung im Bauerngarten ist der Buchsbaum. Allerdings ist der auf dem Rückzug, da sich der hartnäckige Buchsbaum-Zünsler explosionsartig ausbreitet und viele Pflanzen eingehen. Deswegen empfehlen wir Lavendel oder Kräuter als Beeteinfassung. Sehr hübsch und gute geeignet sind auch Einfassungen aus Polsterpflanzen wie Teppichphlox, Blaukissen oder Steinkraut. Auch hier freuen sich Insekten, wenn Sie bienenfreundliche Pflanzen wählen.

Lila blühender Salbei in Detailaufnahme.
Eine Beetumrandung aus einjährigen Pflanzen ist nicht nur etwas für das Auge - auch die Insekten freuen sich. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Die Einfassung bringt nicht nur Ruhe und Ordnung ins Bauerngarten-Beet – sie verhindert zudem, dass sich die Kulturpflanzen auf die Wege ausbreiten und Unkraut zwischen das Gemüse drängt. Sollten sie keine "grüne" Beeteinfassung wollen, eigenen sich auch geflochtene Zäune, hübsche Steine aus der Gegend oder kleine Stämme. Wenn Sie noch nicht sicher sind, was Sie wollen, können Sie im ersten Jahr auch eine Beetumrandung aus einjährigen Pflanzen säen und sich das Ergebnis erst einmal anschauen.

Die Beete um das Wegekreuz

Die vier einzelnen Beete, die sich durch das zentrale Wegekreuz ergeben, werden jetzt noch unterteilt. Um gut arbeiten zu können, sollte ein Beet nicht breiter als 1,20 Meter sein. Ob Sie die längs oder quer anlegen oder in vier Vierteln, ist Geschmackssache. Die Wege innerhalb der Beete kann man einfach festtrampeln - oder mit Mulch oder Holz belegen.

Das Rondell in der Mitte

Die Wegkreuzung ist das Herzstück des Bauerngartens. Hier laufen alle Wege zusammen und ziehen auch die Blicke dorthin. Typischerweise ist das Kernstück rund geformt. Es spricht indes nichts dagegen, ihm eine rechteckige oder quadratische Form zu geben. Die Größe bestimmen Sie beim Wegebau selbst. Ebenso den Belag. Am Ende können Sie dort eine Skulptur platzieren, Sie können einen Solitär-Baum pflanzen oder eine Kräuterschnecke anlegen. Selbst die Feuerschale kann dort sehr schön aussehen.

Bepflanzen des Bauerngartens mit Vier-Felder-Wirtschaft

Jetzt können Sie sich endlich um die Pflanzen kümmern. Die sind im neu angelegten Bauerngarten besonders wichtig. Durch das Wegekreuz haben Sie vier große Beete, die jetzt in einer Mischkultur nach der Vier-Felder-Wirtschaft bestellt werden. Das hält den Pflegeaufwand im überschaubaren Rahmen. Optimiert wird das Resultat, indem die Beete jährlich wechselnd bepflanzt werden - mit stark-, mittel- und schwachzehrenden Nutz- und Zierpflanzen.

Welche Gemüse Sie dort anbauen, hängt komplett von Ihrem Geschmack ab. Das vierte Beet wird wahlweise genutzt als Kräuterbeet und Obstgarten, kann wie in unserem Fall aber auch ein kleiner Rasen sein. Eine Besonderheit des Bauerngartens: Die Gemüsepflanzen werden auch in den Beeten mit Blumen gemischt.

Blick in einen Kräutergarten
Ein Kräuterbeet liefert schmackhafte Gewürze und lockt Insekten an. Bildrechte: IMAGO

Wer sich in seinem Bauerngarten lieber entspannen möchte, sollte sich auf Zierpflanzen beschränken – schließlich ist der Gemüseanbau nicht nur arbeitsintensiver, die Ernte muss auch verarbeitet werden. Ob Sie nun Stauden, Zwiebel- und Knollengewächse oder Sommerblumen auswählen, wichtig ist vor allem, dass die Pflanzen zum Standort passen. Beliebte Bauerngartenblumen sind Wicken, Tränendes Herz, Kugeldistel, Stockrose, Margerite, Ringelblume und Studentenblume. Aber auch Akelei, Fingerhut und Kornblumen machen sich sehr gut. Auch einjährige Sommerblumen bringen von Jahr zu Jahr Abwechslung in den Bauerngarten.

Deko im Bauerngarten

Zwei rote Blüten einer Stockrose mit einer Hummel
Eine ganz typische Pflanze im Bauerngarten ist die Stockrose Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Dekorationen sind im bunten Bauerngarten natürlich extrem wichtig. Hier können Sie sich ganz nach Belieben und Geschmack verwirklichen. Sie können bepflanzte Weidenkörbe inmitten der Beete aufstellen, selbstgebastelte Dinge an Zäune und Sträucher hängen. Zinkgefäße vom Flohmarkt können bepflanzt werden. Sie können aber auch an verschiedenen Plätzen im Garten romantische Sitzecken gestalten.

Denken Sie bei der Dekoration auch an die Nützlinge des Gartens: Sie können alte Kaffeekannen oder Töpfe mit Holzwolle oder Stroh füllen und auf einen Pfahl stülpen. Hier fühlen sich Insekten und Kleinstlebewesen wohl und machen sich zum Dank auf die Jagd nach Schädlingen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. April 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2019, 13:01 Uhr