Gartengestaltung Einen Garten neu anlegen - Das sollten Sie beachten

Einen Garten neu anlegen - das braucht Köpfchen. Eine gute Vorbereitung ist alles. Und die erfordert Zeit. Immer der Reihe nach ist die Devise. Bevor man sich über die Art der Pflanzen und Blütenfarben Gedanken macht, sollte man Grundlegendes klären. Das rät zumindest Gartenplaner Björn Burmeister.

Baustelle in einem Garten. Neben einem alten Zaun liegen Ziegelsteine.
Einen Garten ganz neu anzulegen, ist eine große Herausforderung, bietet aber viel Raum für die Verwirklichung von Gartenträumen. Bildrechte: Grit Hasselmann

Der Garten sollte in die Gegend passen

Der Garten soll neu oder umgestaltet werden. Womit aber anfangen, wenn man vor einem kargen und neu zu gestaltenden Grundstück steht? "Die Umgebung abchecken", empfiehlt der Fachmann. Björn Burmeister rät auch einmal einen Blick zu den Nachbarn zu werfen.

Fügen sich die Ideen für den eigenen Garten ins Bild ein? Oder kann ich mir sogar etwas abschauen? Auch das ist erlaubt.

Gartenplaner Björn Burmeister

Beim Anlegen und Planen das Gartenrecht beachten

Außerdem ist der Blick ins Gesetzbuch wichtig. Um späteren Streitigkeiten aus dem Weg zu gehen, sollte man das Nachbarschaftsgesetz und vor allem die Grundstückgrenzen genau kennen. Denn bei Neupflanzungen in der Nähe der Grundstücksgrenze müssen bestimmte Abstände eingehalten werden. Wichtig sind auch eventuelle Vereinbarungen oder Verträge. Nicht selten gibt es ein Wegerecht, über das ein Neu-Eigentümer nicht unbedingt Bescheid weiß. Auch Leitungen sind ein oft unterschätztes Thema. Gas, Wasser, Strom - man sollte wissen, wo welche Leitung verläuft. Sonst gibt es später ein böses Erwachen, wenn der heiß geliebte Baum seine Wurzeln um die Leitungen schließt.

Ein maßstabsgetreuer Plan hilft bei der Gestaltung

Ist das getan, geht es um den Maßstab. Passt wirklich alles, was ich mir für meinen Garten wünsche, ins Grundstück hinein? Burmeister rät zu maßstabsgetreuen Zeichnungen. "Ein Zentimeter Platz auf dem Papier, einen Meter im Garten - und man bekommt ein gutes Raumgefühl", so der Planer.

gezeichneter Plan des Gartens von Gärtnerin Brigitte Goss
Einen Plan aufs Papier zu bringen kann Spaß machen und hilft, den Garten zu gestalten. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

To-do-Liste für die Gartengestaltung 1. Plan machen
2. Wunschliste erstellen (Terrasse, Sitzecke, Sommerküche, Rasenfläche, Wasserspiele, Wege, Nutzgarten, Sichtschutz, Spielecke)
3. Plätze auswählen und Projekte im Plan platzieren
4. Materialien und Pflanzen auswählen

Sitzecke, Sommerküche, Sandkasten - Gartenelemente auswählen

Und dann kommen die Wünsche: ein Autostellplatz, eine Terrasse, der Kinderspielbereich und Platz für Beete. Was davon muss es wirklich sein? Burmeister rät dazu abzuwägen. Muss der Autostellplatz wirklich gleich am Haus und bequem zu erreichen sein? Oder sind ein paar Schritte mehr zumutbar, wenn ich dafür einen Grünstreifen am Haus gewinne?

Eine Holzterrasse mit einer Pergola. Über die Balken der Pergola rankt Wein.
Für die Terrasse lieber ein bisschen mehr Platz einplanen. Bildrechte: MDR/Dr. Philipp Schönfeld

Den Kinderspielbereich rät Burmeister möglichst klein zu halten. Kinder werden sehr schnell groß und weichen dann aus - auf einen richtigen Bolzplatz zum Beispiel. Eine transportable Sandkiste, ein kleines Fußballtor und vielleicht eine Schaukel - das reicht. Ein Baumhaus? In den meisten Fällen ist das laut Burmeister etwas für Väter, die Spaß am Bauen haben. Plant man eines ein, sollte man überlegen, wie lange es der Nachwuchs tatsächlich nutzt. Lieber sollte man mehr Platz für eine Terrasse einplanen, wie der Gartengestalter empfiehlt. Dieser schöne Platz wird oft zu klein geplant - und bei der Gartenparty gibt's Gedränge. Also lieber etwas größer denken. Wichtig ist außerdem, die Terrasse in der Wegebeziehung gut mit dem Haus zu verbinden. Denn wer mag auf dem Weg zum Tisch schon gern nasse Füße bekommen? Denken Sie auch über mehrere Sitzgelegenheiten nach, je nach Stand der Sonne und Tageszeit.

An die Haustiere im Garten denken

Nicht vergessen sollte man auch die Vierbeiner. Auch sie haben einen Anspruch auf Platz. Sei es ein Freigehege für die Nager oder der Auslauf für den Hund. Ein paar Quadratmeter brauchen auch sie.

Der Garten braucht eine Handschrift

Das Aussehen des Gartens ist natürlich eine Frage des Geschmacks. Grundsätzlich gibt es die formale Variante, in der gerade Linien und eine geometrische Struktur dominieren. Dann gibt es die organische Gestaltung, in der man der Natur mehr ihren Lauf lässt. Beides habe seine Vorzüge, nur mischen würde er es nicht, sagt Burmeister. Einmal entschieden, sollte man bei seinem Stil bleiben. Und auch bitte nicht mit Gewächsen überfrachten, so sein Plädoyer.

Die richtigen Pflanzen auswählen

Was in die Erde kommt, richtet sich natürlich nach dem Boden und der Umgebung. Klarheit, für welche Pflanzen der Boden geeignet ist, schafft eine Bodenprobe. Auch das Thema Trockenheit im Garten sollte eine Rolle spielen. Nicht mehr jeder Baum und jede Pflanze halten das wärmer gewordene Klima aus.

Da lohnt es sich, den Gärtner des Vertrauens zu konsultieren oder aber noch besser zu schauen, was wächst bei den anderen? Oder was stand vorher auf meinem Grundstück, denn das ist ein Garant, dass es wieder wächst.

Gartenplaner Björn Burmeister

Wohnen Allergiker im Haushalt? Dann muss es nicht unbedingt die Birke sein. Auch Haselnuss tut vielen Menschen nicht gut. Viele Punkte sind bei einer Gartenplanung zu bedenken. Um sicher zu gehen, geben Experten gern Tipps. In manchen Volkshochschulen gibt es auch Kurse dazu.

Zwerg-Chinaschilf mit dem Sortennamen Yakushima Dwarf in einem Staudenbeet im Egapark in Erfurt
Gräser gibt es für jeden Standort. Mit hohen Ziergräsern wie dem Chinaschilf können Sie richtige Gartenräume einrichten. Die Pflanzen sollten aber zum Gartenstil passen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 11. Juli 2020 | 09:10 Uhr