Grabgestaltung Das Grab nach der Beerdigung das erste Mal bepflanzen und herrichten

Plötzlich ist da dieser Hügel unter dem der geliebte Angehörige liegt. Und jetzt? – Was Sie nach der Beerdigung über die Bepflanzung des Grabes wissen sollten.

Ein mit vielen Blumen geschmücktes Grab auf einem Friedhof.
Ein frisches Grab nach der Beerdigung. Bildrechte: imago images/localpic

Wann kann ich nach der Beerdigung das erste Mal das Grab bepflanzen?

Das kommt auf die Begräbnisform an. Urnengräber lassen sich direkt nach der Beisetzung komplett bepflanzen. Bei Erdbestattungen sollte mit einer dauerhaften Grabgestaltung etwa ein Jahr gewartet werden. Doch bis ein Grabstein und eine eventuelle Einfassung angebracht werden, ist auch hier eine Wechselbepflanzung möglich. Bringen Sie dafür den Grabhügel in Form und klopfen Sie diesen etwas fest.

Lassen Sie sich für die Entscheidung über die Gestaltung des Grabes, so viel Zeit wie sie brauchen! Es ist nicht leicht, einen Grabstein zu finden, der auch zum Verstorbenen passt. Wenn Sie soweit sind und Sie sie sich für ein Grabmal entschieden haben, können Sie sich über die dauerhafte Bepflanzung Gedanken machen. Manchmal geht das auch mit der Wahl des Grabsteines einher, wenn beispielsweise Bodenplatten verlegt werden.

Wie kann ich meinem Grab bei der Gestaltung Individualität verleihen?

Erinnern Sie sich an den Verstorbenen: Was war er oder sie für ein Mensch? Was mochte Ihr Angehöriger? Was waren seine Vorlieben? – War der Verstorbene gern am Meer, können Muscheln und Steine vom Strand als Deko verwendet werden. Auch angespülte Holzstücke können in die Bepflanzung integriert werden.

Verwenden Sie Pflanzen und Formen, die zu der Person passen. Bei einem Musiker darf alles gern rund und leicht sein. Für das Grab eines Metallbauers eignen sich hingegen gerade Linien und strenge Formen.

klar strukturiertes Grab
Das Grab eines Metallbauers. Klare Linien dominieren bei der Gestaltung. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Wie bereite ich das Grab für die erste Pflanzung vor?

Das Wichtigste ist frische Erde. Tragen Sie dafür etwa 20 Zentimeter der alten Erde ab und geben Sie neue darauf. Achten Sie dabei auf Qualität! Ihre Pflanzen werden es ihnen sichtbar danken. Spezielle Friedhofserde ist nicht nur durch ihre dunkle Farbe dekorativ, sondern enthält auch Nahrung für die Pflanzen. Sie ist gedüngt. Außerdem ist sie fein und enthält keine groben Stückchen, die das Erscheinungsbild des Grabes stören.

Die Gärtnerei von Jens Prager testet derzeit ein Granulat, das in die Erde eingearbeitet wird und Wasser länger speichert. Das Granulat kann die Pflege – das Gießen – erleichtern und sollte vor dem Pflanzen in den Boden eingearbeitet werden.

Wohin mit der Erde, die ich wegnehme?

Normalerweise darf die alte Erde einfach in die vom Friedhof bereitgestellten Container entsorgt werden.

Welches Werkzeug brauche ich?

Lassen Sie sich nicht von der Größe des Grabes täuschen: Manchmal ist das Werkzeug imposanter als das Grab. Spaten, Rechen und Harke sind Werkzeuge, die Sie für die Grabpflege gut gebrauchen können. Manchmal kann eine Spitzharke auch hilfreich sein, wenn der Bereich, den Sie bepflanzen möchten, beispielsweise stark verwurzelt ist.

Wofür ist eine dauerhafte Bepflanzung gut?

Eine dauerhafte Bepflanzung bringt Ruhe in die Grabgestaltung. Sie kann beispielsweise das Grab mit einer kleinen Hecke einfassen und so der Gestaltung einen Rahmen geben. Auch wenn sie das Grab anders anordnen, bringt der Teil der dauerhaften Bepflanzung Struktur in die Gestaltung.

Außerdem ist dauerhafte Bepflanzung pflegeärmer als Wechselbepflanzung. Überlegen Sie sich daher, welchen Pflegeaufwand sie leisten möchten und können. Entscheiden Sie dann, wie Sie die Grabfläche aufteilen.

Diana Fritzsche-Grimmig und Jens Prager
Gesprächspartner: Friedhofsgärtner und Gartenbauingenieur Jens Prager von Pragers Blumen & Floristik in Gera. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. September 2020 | 08:30 Uhr