Ein Kartoffelturm im Garten
So sieht der Kartoffelturm aus, wenn er fertig ist. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Pflegeleichter Anbau Kartoffelturm - So klappt's auch in kleinen Gärten mit den Kartoffeln

Der Garten ist zu klein für ein Kartoffelbeet? Oder Ihnen ist die Pflege zu aufwändig, weil Schnecken das Kraut und Wühlmäuse die Kartoffeln lieben? Aber Kartoffeln möchte Sie trotzem anbauen. Dann haben wir eine Alternative für Sie: den Kartoffelturm.

Ein Kartoffelturm im Garten
So sieht der Kartoffelturm aus, wenn er fertig ist. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Warum sollte ich einen Kartoffelturm statt eines herkömmlichen Beetes anlegen?

Gegenüber der herkömmlichen Kartoffelbeete hat der Turm mehrere Vorteile: Es wird weniger Platz für den Anbau benötigt, so dass er sogar auf Balkon oder Terrasse gestellt werden kann. Außerdem kann er im Garten eine dekorative Funktion übernehmen. Bei der Pflege und Ernte ist wenig Aufwand nötig. Unkraut ist im Turm gut sichtbar und kann deshalb leicht entfernt werden. Mit einem geringen Pflegeaufwand kann man also in Ruhe bis zur Ernte abwarten.

Die Ernte ist ergiebig: Pro Pflanzkartoffel können im Schnitt über 20 Kartoffeln aus dem eigenen Bioanbau geerntet werden.

Welcher Standort ist für einen Kartoffelturm ideal?

Der Standort für den Kartoffelturm sollte möglichst sonnig sein. Der Untergrund ist in der Regel normaler Gartenboden. Wenn Sie den Turm auf die Wiese stellen oder auf ein altes Beet, müssen Sie nicht vorher umgraben. Es genügt, die Pflanzen zu kürzen. Auch Kies ist möglich, wenn darunter Erde ist und das Wasser einsickern kann. Unter dem Gitterkreis sollten Sie, wenn nötig, ein sehr feinmaschiges Maulwurfgitter legen. Der Untergrund darf das Regen- und Gießwasser auf keinen Fall stauen. Der Stand des Zylinders muss ebenerdig und fest verankert sein.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Bau eines Kartoffelturms?

Mit dem Aufbauen des Turms sollte bis nach den Eisheiligen gewartet werden. Da die Kartoffeln darin überirdisch gepflanzt werden, sind sie nämlich leichter Frost ausgesetzt als unter der Erde. Er kann bis Ende Juni angelegt werden. Der richtige Zeitpunkt hängt aber auch von den Kartoffelsorten ab - frühe Sorten sollten zeitiger gepflanzt werden als späte.

Wie wird er gebaut?

Diese Materialien benötigen Sie: + 2 x 1,5 Meter große Estrichmatte (Kaninchenzaun ist zu wenig stabil; Maschendrahtzaun geht, wenn er doppelt verwendet wird)
+ Bindedraht oder Kabelbinder
+ Bodenhaken
+ Stroh (oder getrockneter Grasschnitt, alte Zeitungen, Schafwolle, Laub)
+ Komposterde (2-3 Schubkarren)
+ Schilf- oder Bambusmatten
+ Markierungsstöckchen (oder Band oder Wäscheklammer)
+ Pflanzkartoffeln

Anleitung So bauen Sie einen Kartoffelturm

Während Kartoffeln normalerweise zwischen April und Anfang Mai gepflanzt werden müssen, können Kartoffeln im Turm sogar noch bis Ende Juni gesetzt werden. Ein Kartoffelturm ist vor allem für kleine Gärten geeignet.

Estrichmatte, Erde mit Kompost, Stroh, Pflanzkartoffeln, Bambusmatte, Kabelbinder, Plastikhaken als Material für Kartoffelturm
Für einen Kartoffelturm benötigen Sie eine 2 x 1,5 Meter große Estrichmatte (kein Hasendraht, der ist zu dünn), zwei Schubkarren Erde oder reifer Kompost, Stroh, Pflanzkartoffeln Ihrer Wahl, Kabelbinder und Plastikhaken, eine Bambusmatte, sowie große Steine. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Estrichmatte, Erde mit Kompost, Stroh, Pflanzkartoffeln, Bambusmatte, Kabelbinder, Plastikhaken als Material für Kartoffelturm
Für einen Kartoffelturm benötigen Sie eine 2 x 1,5 Meter große Estrichmatte (kein Hasendraht, der ist zu dünn), zwei Schubkarren Erde oder reifer Kompost, Stroh, Pflanzkartoffeln Ihrer Wahl, Kabelbinder und Plastikhaken, eine Bambusmatte, sowie große Steine. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Als Zylinder geformte Estrichmatte, die an den Enden mit Kabelbinder zusammengehalten wird.
Für den Rohbau des Turm wird die Estrichmatte zu einem Zylinder geformt. Die Enden werden mit einem Kabelbinder befestigt. Stellen Sie den Rohkörper nun dort auf, wo der Turm auch bleiben soll. Der Boden sollte vorher abgemäht werden. Verankern Sie das Gitter mit kleinen Haken im Boden. Dafür können z.B. alte Zeltheringe verwendet werden. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Ein Turm aus einer Estrichmatte mit einer Schicht Stroh.
Füllen Sie nun eine erste Schicht Stroh ein. Sie sollte etwa 20 bis 30 Zentimeter hoch sein. Das hält schön warm und verhindert matschige Erde auf dem Grunde des Turms. Dadurch wird die Ausbildung der Knollen gefördert. Als Alternative zum Stroh können auch getrockneter Rasenschnitt, Schafwolle, alte Zeitungen oder Pappe verwendet werden Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
In einem Turm aus einer Estrichmatte liegt eine Schicht Stroh mit drei Steinen.
Packen Sie auf die erste Strohschicht ein paar große Steine. Das sorgt für Stabilität und verhindert, dass sich ungebetene Besucher von unten durchgraben. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Ein Turm aus einer Estrichmatte mit einer Schicht Stroh, einer Schicht Erde und vier Kartoffeln.
Nun folgt die erste Schicht mit Erde oder einer Mischung aus reifem Kompost und Erde. Sie sollte zehn bis 15 Zentimeter hoch sein. Verteilen Sie darauf am Rand vier bis acht Pflanzkartoffeln mit einem Abstand von vier Zentimetern zum Rand. Die einzelnen Kartoffeln sollten etwa 20 bis 25 Zentimeter voneinander entfernt liegen. Damit Sie bei der nächsten Schicht Erde wissen, wo die Pflanzreihe sich befindet, können Sie sie mit einem Stock, einer Klammer oder einem Band markieren. Pflanzen Sie die Kartoffeln in den folgenden Erdschichten jeweils versetzt in die Lücken der vorhergehenden Ebene ein. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Kartoffelturm mit Schichten aus Erde und Stroh
Schichten Sie nun abwechselnd Erde und Stroh bis der Turm zu zwei Drittel gefüllt ist. Die Strohschichten sollten jeweils etwa zwanzig Zentimeter hoch sein, die Erdeschicht fünfzehn bis zwanzig Zentimeter. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Kartoffelturm mit einer letzten Schicht Erde und zwei Kartoffeln
Auf die letzte Erdschicht kommen die Kartoffeln dann nicht mehr an den Rand, sondern in die Mitte, damit auch oben Kraut heraus wächst. Verwenden Sie aber nicht zu viele, die Wurzeln mit den neuen Kartoffeln brauchen ja Platz. Auf die letzte Erdschicht sollten zwei, maximal drei Kartoffeln gepflanzt. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Eine Frau füllt in einen Kartoffelturm eine letzte Schicht Stroh ein.
Abschließen kommt noch einmal eine doppelte Strohschicht in den Turm. Sie schützt die Kartoffeln vor Licht. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Ein Kartoffelturm von der Seite. Darin sind abwechseln Stroh und Erde gestapelt.
Im Lauf der Zeit wird das Stroh zusammensinken, das ist aber nicht schlimm. Der geschichtete Turm sieht dann etwa so aus. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Eine Frau umwickelt einen Kartoffelturm mit einer Bambusmatte
Wickeln Sie den Turm nun straff in die Bambusmatte ein. Verschließen Sie die Enden wieder mit Kabelbindern. Die Matte verhindert, dass die Erde im Laufe der Zeit ausgeschwemmt wird. Schlitzen Sie die Matte ein, wenn die ersten Kartoffeln austreiben. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Eine Frau schneidet bei einem Kartoffelturm den überstehenden Rand einer Bambusmatte ab.
Schneiden Sie den überstehenden Rand der Bambusmatte ab. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Ein Kartoffelturm wird mit einer Gießkanne angegossen.
Gießen Sie abschließend den Turm aussreichend an. 30 bis 40 Liter Wasser sollten es schon sein. Beim späteren Gießen gilt: Lieber einmal pro Woche kräftig gießen, als immer nur ein bisschen. Das Wasser muss schließlich durch den ganzen Turm durchsickern. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
Ein Kartoffelturm im Garten
Fertig ist der Kartoffelturm! Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann
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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR Garten | 17. Juni 2018 | 08:30 Uhr

Wie kann ich den Kartoffelturm zusätzlich vor Schnecken schützen?

Als zusätzlichen Schutz vor Schnecken kann um den Turm ein Ring aus Sägemehl, Holzkohle oder anderen Schnecken-Schrecken ausgelegt werden. Das mögen Schnecken nicht.

Wie wird geerntet?

Je nach Kartoffelsorte kann vom Spätsommer bis in den Herbst hinein geerntet werden. Das sichere Zeichen für die richtige Erntezeit ist das vertrocknete Kraut.

Es gibt zwei Methoden für die Ernte:

  1. Entweder beginnen Sie vorsichtig damit, Schicht für Schicht mit einer Schaufel oder den Händen abzutragen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Kartoffeln jeweils frisch und kurz vor dem Verzehr geerntet werden.
  2. Oder Sie öffnen einfach den gesamten Turm. Dann bricht er zusammen und die Erdäpfel kullern heraus.

Wer noch etwas länger mit der Ernte warten kann: Nach dem Absterben des Krautes werden die Kartoffeln noch ungefähr zwei Wochen lang weiter wachsen. Dadurch wird ihre Schale dicker und sie sind besser zu lagern.

Kartoffelturm
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ein Kartoffelturm ist praktisch: Denn auch bei wenig Platz im Garten können mit ihm Kartoffeln angebaut werden. Außerdem ist er pflegeleicht. Und so wird er gebaut.

MDR FERNSEHEN So 17.06.2018 08:30Uhr 01:06 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/gestalten/video-206624.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kartoffelturm
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Ein Kartoffelturm ist praktisch: Denn auch bei wenig Platz im Garten können mit ihm Kartoffeln angebaut werden. Außerdem ist er pflegeleicht. Und so wird er gebaut.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 17. Juni 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2018, 08:05 Uhr