Wilde Tiere im Garten Den Garten mit Ringelnattern teilen

Der Anblick einer Ringelnatter löst bei manchem Gartenbesitzer Unruhe aus. Doch die Schlangen sind harmlos und stehen auf der Roten Liste der geschützten Tierarten. Mareike Fedders aus Berlin teilt ihren naturnahen Garten gern mit den Tieren und macht ihnen das Leben so schön wie möglich. Sie hilft zum Beispiel mit extra angelegten Schlangenbruthaufen.

Ringelnattern leben gern in der Nähe von Gewässern, in Auenlandschaften oder auf Feuchtwiesen. Manchmal lassen sich die scheuen Tiere auch am Gartenteich nieder und vermehren sich, wenn sie sich wohl fühlen, Brutplätze finden und ausreichend Nahrung.

Auf dem Grundstück von Mareike Fedders im Havelland bei Berlin leben inzwischen mehrere Ringelnatter-Pärchen. Dort haben sie ideale Bedingungen: einen kleinen bewachsenen Teich, in dem viele Kröten leben, viele Verstecke vor Fraßfeinden, wie zum Beispiel Katzen, und einen großen Komposthaufen, in dem sie ihre Eier ablegen können. Durch die Verrottung des organischen Materials entsteht Wärme, die Ringelnattern zum Ausbrüten der Eier nutzen. Sie selbst bleiben nicht wie Vögel auf den Eiern sitzen, der Komposthaufen übernimmt das Brutgeschäft. Auch die ausgewachsenen Schlangen selbst nutzen den Komposthaufen als Überwinterungsquartier.

Eine Frau hockt an einem Gartenteich mit Schilf
Mareike Fedders sitzt gern an ihrem Teich und beobachtet, was sich hier alles tummelt. Bildrechte: MDR/ Dorte von Stünzner


Einen Schlangenbruthaufen anleg
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Die Grundlage für den Schlangenbruthaufen sind dickere Äste, die einfach wild übereinander geschichtet werden. Darüber kommt Kompostmaterial wie Rasenschnitt und Stroh, Pferdeäpfel oder auch ausgereifter Humus. Zwischendurch kann immer wieder eine Lage Äste eingebracht werden. Diese erleichtern es den Schlangen später, ins Innere zu kriechen. 

Eine Frau schichtet dickere  undbelaubte Äste ungeordnet übereinander
Am Anfang werden Äste übereinander geschichtet. Bildrechte: MDR/ Dorte von Stünzner

Verschiedene Materialien sollten aber nicht auf dem Ringelnatter-Bruthaufen landen, sagt Mareike Fedders. So sollten keine Bestandteile von Nadelbäumen dabei sein. Auch Eichenlaub und die Blätter von Kirschlorbeer sind schlecht geeignet, da diese sehr lange brauchen, um zu verrotten und so auch keine Wärme freisetzen.

Erde mit Holzteilen
So sieht gute Komposterde aus. Bildrechte: MDR/ Dorte von Stünzner

Nahrung für Ringelnattern

Ringelnattern ernähren sich vor allem von Fröschen und Kröten, gelegentlich verspeisen sie auch mal eine Maus oder Schnecken - wenn nichts anderes da ist. Im Teich von Mareike Fenders tummeln sich Knoblauchkröten-Kaulquappen, die in zwei Monaten sehr groß werden und zur Leibspeise der Ringelnattern gehören.

Zwei Frösche in der Nahaufnahme beim Paaren
Frösche und Kröten gehören zur Lieblingsspeise der Ringelnatter Bildrechte: Franziska Schönwald

Sobald die Kröten eine gewisse Größe haben, wimmelt es in unserem Teich von Ringelnattern. Die leider auch Jagd auf die Kaulquappen machen. Aber alles hat seine Berechtigung und wir freuen uns, beide zu sehen, beide Tiere hier zu haben.

Mareike Fedders

Besonderer Schutz für Ringelnattern

Wie alle europäischen Schlangenarten ist die Ringelnatter streng geschützt! Das bedeutet: Sie darf nicht gefangen oder getötet werden. Das Reptil ist laut der Roten Liste vom Aussterben bedroht.

Kopf einer Ringelnatter
Eindeutiges Erkennungsmerkmal: die zwei gelben Flecken rechts und links am Kopf. Bildrechte: MDR/ Dorte von Stünzner

Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. Juli 2021 | 08:30 Uhr