Gartengestaltung So planen Sie ein Staudenbeet

Ein Staudenbeet soll heute viele Erwartungen erfüllen: pflegeleicht, trockenheitsresistent, insektenfreundlich und dabei die ganze Saison über schön aussehen. Wer nun einfach in den nächsten Gartenmarkt stürmt und all seine Lieblingspflanzen einkauft, wird über kurz oder lang wahrscheinlich vom Ergebnis enttäuscht werden. Mit etwas mehr Planung und Überlegung hingegen, lässt sich das vermeiden - rät Staudengärtnermeister Pascal Klenart aus Erfurt.

Ein blühendes Staudenbeet am Haupteingang der Buga in Erfurt
So herrlich kann ein üppig blühendes Staudenbeet aussehen. Dieses wurde von den Gärtnern der Erfurter Buga bepflanzt. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Vermeiden Sie Spontankäufe!

Mal schnell eine Pflanze einkaufen, weil sie gerade so schön blüht, überzeugt Staudengärtnermeister Pascal Klenart nicht: "Das passt dann meist nicht gut ins Beet und harmoniert vielleicht nicht gut mit der vorhandenen Bepflanzung oder passt gar nicht zum Standort." Aus gärtnerischer Sicht ist das planvolle Einkaufen die bessere Variante.

Setzen Sie Prioritäten!

Es ist schwer, alle Ansprüche unter einen Hut zu bekommen. Überlegen Sie daher, was Ihnen wichtig ist: Steht die Pflegeleichtigkeit im Vordergrund? Wollen Sie vor allem der Insektenwelt etwas Gutes tun? Oder möchten Sie gern ein schmückendes Beet mit Ihren Lieblingspflanzen anlegen und sind bereit, dafür gegebenenfalls etwas mehr Arbeit zu investieren?

Mit einer guten Planung lassen sich viele Wünsche erfüllen, aber man muss eben vorab wissen, was man will. Natürlich kann man auch Pflanzen einfach ausprobieren, aber dann ist die Wahrscheinlichkeit eines gärtnerischen Misserfolges größer. Allerdings bewahrt auch die beste Planung nicht vor Rückschlägen, die gehören zum Gärtnerleben dazu.

Ein blühendes Staudenbeet am Haupteingang der Buga in Erfurt
Ein klassischer Beet-Aufbau: Die Stauden werden nach hinten hin immer größer, den optischen Abschluss bildet ein hoch wachsendes Ziergras. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Wählen Sie zum Standort passende Pflanzen!

Man kann Fackellilien und Sonnenhut noch so sehr lieben, wenn man nur einen schattigen Standort hat, werden sie nicht gedeihen. Pflanzen fühlen sich nun einmal nur dort wohl, wo ihre Ansprüche erfüllt werden. Zwar kann man an der Bodenqualität viel verbessern, Licht und Klima hingegen sind kaum zu beeinflussen. Wählen Sie daher Pflanzen aus, die zu Ihrem jeweiligen Standort passen.

Fragen Sie gern in einer Gärtnerei nach, wenn Sie unsicher sind, was die Pflanzenauswahl betrifft. Die Beratung kostet meist nichts und ist fachlich fundiert.

Pascal Klenart, Staudengärtnermeister

Wählen Sie Pflanzen, die zu Ihrem Zeitbudget passen!

Stauden sind unterschiedlich pflegeaufwendig: So müssen beispielsweise viele Rosensorten regelmäßig ausgeputzt werden, um ausdauernd zu blühen. Prachtstauden wie Phlox und Rittersporn brauchen einen gut gedüngten Boden und bei Trockenheit regelmäßige Wassergaben, um ihren Blütenflor üppig zu entfalten. Überlegen Sie vorher, wie viel Zeit Sie für Ihren Garten aufwenden wollen und wählen Sie die Pflanzen entsprechend aus.

Es gibt sehr viele Pflanzen, die gut mit Trockenheit zurecht kommen und die nicht geschnitten werden müssen. "Als Faustregel gilt: Pflanzen mit kleineren Blättern sowie haarige und graulaubige Pflanzen kommen besser mit Trockenheit zurecht als grossblättrige Pflanzen", erklärt Stauden-Experte Pascal Klenart.

Ein blühendes Staudenbeet am Haupteingang der Buga in Erfurt
Sind die Stauden gut ausgesucht, harmonieren sie schön miteinander. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Der Zeitgeist tendiert zum pflegeleichten Staudenbeet.

Pascal Klenart, Staudengärtnermeister

Ein dicht bewachsenes Staudenbeet muss kaum gejätet werden und die Pflanzen kommen jedes Jahr wieder. Planen Sie bei einer Neupflanzung etwa sieben mittelgroße Stauden auf den Quadratmeter ein, rät Pascal Klenart.

"Wer nicht gießen will, muss mulchen, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten", fährt der Gärtner fort. Auch sind Mischpflanzungen - also die Kombination von Stauden mit einjährigen Sommerblumen, Kräutern oder gar Gemüse - pflegeaufwendiger als reine Staudenbeete.

Expertentipp von Pascal Klenart zu Mischpflanzungen Mit Einjährigen kann man im ersten Jahr gut Lücken im Staudenbeet abdecken, wenn die Pflanzen noch nicht so groß sind. Aber auch hochwachsende Kräuter wie Dill oder Fenchel harmonieren gut mit Stauden. Selbst die Kombination von Stauden mit Gemüse wirkt attraktiv: Zum Beispiel die großen Kohlblätter oder die bunten Stiele vom Mangold.

Ein blühendes Staudenbeet auf der Buga in Erfurt.
Einjährige Sommerblumen wie Cosmeen und Gräser stellen schöne Ergänzungen im Staudenbeet dar. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Setzen Sie Akzente im Beet!

Eine klassische Beetgestaltung ordnet die Pflanzen ihrer Größe nach im Beet: Hohe Stauden stehen hinten beziehungsweise in der Mitte, niedrigere gruppieren sich vorn ein. Manche Gartengestalter teilen die Stauden in Leit- beziehungsweise Gerüstpflanzen (hochwachsend, auffällige Blüten), Begleitpflanzen (niedriger, weniger auffallend) und Streu- beziehungsweise Füllpflanzen (unaufällig) ein. Pascal Klenart findet: "Das ist kein Gesetz, dass man es so machen muss. Hohe Stauden können durchaus auch mal vorn stehen, wo es sich anbietet. Wichtig ist es, Akzente im Beet zu setzen, um eine ansprechende Optik zu erzielen."

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Gartengestalterin Anne Repnow 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: Pascal Klenart, Staudengärtnermeister aus Erfurt

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. August 2021 | 08:30 Uhr