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Ein Tropfschlauch gibt langsam und an den richtigen Stellen Wasser an die Erde ab. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Selbst gemachtBewässerung: Einen Tropfschlauch selber bauen

von Estha Taddigs, MDR Garten

15. Juli 2022, 09:36 Uhr

Ein professionelles Bewässerungssystem kann sich nicht jeder leisten. Deswegen zeigen wir, wie sich eine Tröpfchenbewässerung ganz leicht selber bauen lässt. Die Schwerkraft macht‘s möglich - ganz ohne Strom und Wasserpumpe. Für die Tröpfchenbewässerung wird nur wenig Material benötigt und sie ist schnell gebastelt.

Material für den Tropfschlauch

  • Regentonne mit Wasserhahn
  • Erhöhung für die Wassertonne (Zum Beispiel Pflastersteine oder Paletten)
  • Alter Wasserschlauch
  • Zwei Schlauchverbinder - einer davon mit Wasserstopp
  • Hammer und Nagel
Für einen selbst gebauten Tropfschlauch sind nur wenige Materialien notwendig. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

1. Eine Regentonne erhöht aufstellen und füllen

Damit das Tropfsystem ohne Pumpe funktioniert, brauchen wir die Schwerkraft. Je höher die Regentonne steht, desto mehr Druck ist auf der Leitung. 50 Zentimeter bis ein Meter sind je nach Gegebenheiten des Beetes empfehlenswert. Fällt das Beet zusätzlich ab, entsteht auch durch eine relativ niedrige Regentonne genug Wasserdruck.

Wichtig ist die Installation eines Hahns, bevor die Tonne befüllt wird. Die gibt es im Baumarkt mit unterschiedlichen Anschlüssen. Dabei muss der Wasserhahnanschluss unbedingt zum gewählten Schlauchverbinder und dieser wiederum zum Schlauch passt.

Ist der Hahn installiert, kann die Tonne gefüllt werden. Zunächst reicht es, wenn der Wasserpegel etwa zehn Zentimeter über dem Wasserhahn steht. So bleibt die Tonne leicht genug, um sie gegebenenfalls noch einmal zu erhöhen.

Damit die Tonne noch gehoben werden kann, sollte sie zunächst nicht allzu voll gemacht werden. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

2. Wasserdruck prüfen

Ist die Tonne weit genug gefüllt, kann der Wasserdruck überprüft werden. Dazu wird der Schlauch an den Wasserhahn an der Regentonne angeschlossen und im Beet in Position gebracht. Das Ende des Schlauchs wird mit einem Schlauchverbinder mit Wasserstopp geschlossen. So wird das Auslaufen verhindert und Druck aufgebaut. Nun den Schlauch in Position legen, den Wasserhahn an der Regentonne aufgedrehen und den Wasserdruck testen, indem der Wasserstopp mit dem Finger weggedrückt wird. Jetzt muss das Wasser mit einem großen Schwall aus dem Schlauch schießen. Plätschert es nur, muss die Regentonne erhöht werden.

Ist der Wasserdruck zu niedrig, tropft am Ende nicht genug Wasser durch die Löcher. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

3. Löcher stechen

Mit einem Hammer und einem Nagel werden nun die Löcher in den Schlauch gestochen. Die Dicke des Nagels entscheidet neben dem Wasserdruck über die Menge an Wasser, die aus dem Schlauch austritt. Beide Faktoren beeinflussen sich. Je höher der Druck, desto kleiner kann das Loch sein und anders herum.

Der Abstand der Löcher wird je nach Wasserbedarf gewählt. Etwa 30 Zentimeter sind ein gutes Maß für die meisten Pflanzen.

Mit einem Holzbrett als Unterlage kann der Schlauch in der angedachten Position mit Löchern versehen werden. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Die Nutzung des Tropfschlauch-Systems

Wie oft und wie lange der Tropfschlauch laufen muss, um die Pflanzen ausreichend zu versorgen, hängt von vielen Faktoren ab. Daher gilt hier: Beobachten und nachjustieren. Die Bewässerung sollte wie bei anderen Systemen morgens oder abends angeschaltet werden, damit die Sonne noch nicht so viel Kraft hat und das Wasser in den Boden zu den Wurzeln sickern kann, bevor es verdunstet.

Weitere Tipps zur Bewässerung

MDR Garten/eta

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR GARTEN | 03. Juli 2022 | 08:30 Uhr