Schmuck- und Heilpflanze Lilien - duftende Prachtblüten für Kübel und Garten

(Lilium)

Der Lilienexperte Stefan Strasser hat in Erlangen die Lilienarche ins Leben gerufen. Auf 4.000 Quadratmetern werden in der Raritätengärtnerei vom Aussterben bedrohte Zierpflanzen gesammelt, vermehrt und an interessierte Sammler vermittelt. Auch bereits verschollene Lilien werden weltweit gesucht, um sie hierzulande wieder zu verbreiten. Wir haben mit dem Experten darüber gesprochen, wie man Lilien pflanzt, pflegt und vermehrt.

Legende der Lilie

Der Sage nach sollen weiße Lilien aus der auf die Erde getropften Muttermilch der antiken Göttermutter Hera entstanden sein. Die Lilie ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt und kommt ursprünglich wahrscheinlich aus Kleinasien. ur auf der Nordhalkugel der Erde wächst die Staude. Lilium candidum, auf die sich die Mythen und Legenden beziehen, ist heute kaum noch in den Gärten zu finden. Deshalb kümmern sich der Lilienexperte Stefan Strasser und seine Mitarbeiter um den Erhalt seltener Lilienarten. In Erlangen betreibt er auf 4.000 Quadratmetern die Lilienarche, in der Besucher gern willkommen sind.

Lilienexperte Stefan Strasser mit einer Lilie
Lilienexperte Stefan Strasser Bildrechte: Daniela Dufft

Lilienarche Auf dem rund 4.000 Quadratmeter großen Gelände der Raritäten- und Erlebnisgärtnerei können Besucher während der Blütezeit von Mai bis September Schwertlilien, Lilien und Taglilien kennenlernen.

Lilienarche
Gustav-Adolf-Straße 2
91056 Erlangen


Lilien gehören zur Gattung der Liliengewächse. Rund 110 Arten gibt es und viele verschiedene Züchtungen. Über 2.000 Hybriden sind inzwischen im Handel erhältlich, die sich sowohl für das Staudenbeet eignen, aber auch im Kübel gut gedeihen. Die Blume ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die aus einer geschuppten nackten Zwiebel wächst. Die Zwiebel hat also keine typische Schutzhülle. Lilien bilden außerdem eine Zugwurzel, die die Zwiebel tiefer in die Erde ziehen kann. Es gibt kleine Arten die etwa 30 Zentimeter hoch wachsen und Lilienriesen, die über zwei Meter Höhe werden. Lilien sind aber nicht nur einfach wunderschön, einige Sorten enthalten Inhaltsstoffe, die gegen verschiedene Krankheiten helfen. Eine Tinktur aus den Blütenblättern der Madonnenlilie lindert Hautkrankheiten und wird vorbeugend gegen Narbenbildung eingesetzt. Auch in der Krebsforschung spielt die Lilie  momentan eine große Rosse.

Lilien pflanzen

Lilien können Sie sowohl im Freiland als auch im Kübel kultivieren. Immerblühende Lilien können Sie das ganze Jahr über pflanzen - am günstigsten im Frühjahr und im Herbst. Selbst im Hochsommer kann eine Lilie ohne Probleme noch einmal umgesetzt werden. Lilien mögen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf humusreichen, durchlässigen, leicht sauren Boden, der gern auch kalkreich sein darf - je nach Art und Sorte variieren die Ansprüche leicht. Auch wenn die Gattung die Sonne genießt, sollte der Boden im Bereich der Pflanze beschattet werden. Hierfür eignen sich niedrige einjährige Sommerblumen oder auch Stauden. Auch eine Mulchschicht aus Kompost oder Humus beschattet den Boden.

Duftende Blüten Lilien - die schöne Wildblume vorgestellt

Lilien gibt es in unterschiedlichsten Formen, Farben und Wuchshöhen. Viele Sorten duften herrlich und sind dankbare Garten und auch Schnittblumen. An den vielen verschiedenen Blüten kann man sich gar nicht sattsehen.

Weiße Lilienblüten
Eine Augenweide: Die Lilie Regale 'Album' ist eine Königslilie mit reinweißen Blüten. Bildrechte: Stefan Strasser
Elegante elfenbeinweiße Lilienblüte.
So schön! Blüten wie aus Porzellan bildet die Asiatische Lilie 'Inuvik'. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Orangfarbene Lilie die aussehen wie eine Rose
Diese Lilie ist eine Laune der Natur und wahrscheinlich durch einen Gen-Defekt entstanden. Sie für den Verkauf zu züchten kann Jahre dauern. Ihre Arbeitstitel: 'Mister B' Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
weiße Türkenbundlilien der Sorte Martagon
Die Martagon ist eigentlich eine Waldpflanze. Diese hier wurde aber gezüchtet. Sie wächst hoch und hat eine zierliche Blüte. An einem Stiel trägt sie bis zu zehn Blüten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Weiße Lilienblüten
Eine Augenweide: Die Lilie Regale 'Album' ist eine Königslilie mit reinweißen Blüten. Bildrechte: Stefan Strasser
Orangene Lile
Lilium henryi ist eine Riesen-Türkenbund, Mandarin-Lilie. Sie wurde von dem irischen Botaniker Augustine Henry um die Wende des 19. Jahrhunderts in den Schluchten Zentralchinas gefunden. Bildrechte: Daniela Dufft
Orangene Lilienblüte mit dunkelroten Punkten.
Einfach bezaubernd sind die Blüten der Lilium lancifolium 'Flore Pleno'. Es ist die gefüllte Variante der ursprünglichen Tigerlilie Lilium lancifolium. Bildrechte: Daniela Dufft
Weiße Lilie mit einer pinken Blütenmitte
Lilium 'Friso' gehort zu den OT-Hybriden, dem Baumlilien die sehr hoch werden. Sie erreicht eine Größe von über zwei Metern und duftet herrlich. Bildrechte: Daniela Dufft
Gelbe Lilienblüte
Auch die Lilie 'Late Morning' gehört zu den Baumlilien und wird sehr groß. Bildrechte: Daniela Dufft
Rote Lilienblüte
Die Lilie 'Mystic Love' ist eine asiatische Lilie die viele rote Blüten autreibt. Bildrechte: Daniela Dufft
Rote Lilienblüten
Lilium tenuifolium gehört zu den Türkenbundlilien. Wegen ihrer glänzenden Blüten wird sie auch Lack- oder Korallenlilie genannt. Bildrechte: Stefan Strasser
Weiße große Lilienblüte mit rosaroten Streifen im Blütenblatt
Die Orientalische Lilie 'Mona Lisa' bezaubert durch ihre makellose Blüte. Sie wird bis zu 75 Zentimeter hoch und ist eine prächtige Schnittblume für die Vase. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Weiße große Lilienblüte mit rosaroten Streifen im Blütenblatt. Auf den Blütenblättern haben sich kleine dunkelrote Erhebungen gebildet, die wie Bartstoppeln aussehen.
Wie viele andere Lilienarten auch bildet sie an den Blütenblättern kleine dunkelrote Erhebungen, die an Bartstoppeln erinnern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Viele weiße große Lilienblüten mit rosaroten Streifen im Blütenblatt
Einen betörenden süßen Duft verbreitet die Orientalische Lilie 'Little John'. Er ist so kräftig, dass sie fürs Zimmer nicht geeignet ist. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Gelbe Lilienblüte
Die Asiatische Hybride 'Butter Pixie' macht ihrem Namen alle Ehre und blüht in kräftigem Gelb. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Orangefarbene Lilienblüte
Lilien werden in den unterschiedlichsten Farbvarianten angeboten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Pinke Lilienblüte
Die Asiatischen Hybriden wie die 'Pink Pixie' sind spezielle Sorten für Schalen oder Töpfe. Sie werden nur 40 bis 50 Zentimeter hoch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Juli 2018 | 08:30 Uhr

Niedrige Schattenspender Die schattenspendenden Begleitpflanzen sollten maximal halb so hoch sein, wie die Lilie. Fehlt Lilien Sonne bzw. Licht verkümmern die Pflanzen.

Alle Lilien sind empfindlich gegenüber Staunässe. Für eine gute Drainage können Sie eine untere Pflanzschicht aus Sand, Geröll oder Kies auffüllen. Vermeiden Sie, zu viel zu gießen, da die Zwiebeln sonst faulen können. Gut steht die Lilie auch auf einem Hügelbeet, da das Wasser gut abläuft. Freilandlilien müssen auch in einem heißen Sommer nicht gegossen werden. Eine Faustregel für die Pflanztiefe besagt: Das Pflanzloch muss drei Mal so tief sein wie die Zwiebel hoch ist.

Lilium candidum - Madonnenlilie Nur die Madonnenlilie, Lilium candidum, braucht eine Sonderbehandlung. Sie darf nur ein bis zwei Finger tief in die Erde gesetzt werden, die Spitze der Zwiebel muss fast aus dem Boden herausschauen. Schöne Blüten entwickelt sie in der vollen Sonne, der Fußbereich der Pflanze muss nicht beschattet werden.

Lilien stehen gern in Gesellschaft anderer Pflanzen, die zur gleichen Zeit blühen: Purpur-Sonnenhut, Kugeldistel, Trommelstock-Lauch und zum Brandkraut, Eisenhut, Rittersporn oder Rosen.

Viele verschiedenfarbige Lilienblüten
So schön blühen die Lilien in der Hauptsaison in der Lilinearche in Erlangen. Bildrechte: Stefan Strasser
Pflanzensteckbrief
Familie Liliengewächse (Liliaceae)
Vorkommen Europa, Afrika, Nordamerika, Asien
Standorte sonnig bis halbschattig im Freiland oder Kübel
Wuchshöhe 30 bis 150 cm
Boden leicht saure Böden (Asiatische Hybriden), nährstoffreich | alkalische Böden (Trompetenlilie,Madonnenlilie)
Blüte bunt, klein bis großblütig je nach Sorte
Vermehrung Aussaat, durch Brutzwiebeln
Winterhart viele Sorten sind winterhart
Besonderheiten giftig, Heilpflanze
Lilie
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Lilien pflegen und schneiden

Nach der Blüte werden die verwelkten Blütenknospen mit Stiel entfernt. Das Laub sollten Sie stehen lassen, damit es – ähnlich wie bei Tulpen und Narzissen – einziehen kann. Die Lilienzwiebel schöpft so neue Kraft für einen neuen Sommer. Erst wenn die Blätter braun werden und verwelkt sind, werden sie entfernt

Lilien vermehren

Kleine schwarze Perlen haben sich am Stiel oberhalb der Blätter gebildet.
Auch aus den Bulbilben kann man Lilien kultivieren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es gibt mehrere Möglichkeiten Lilien zu vermehren: Zum einen funktioniert das über Samen. Diese Methode ist allerdings nur etwas für geduldige Gärtner, denn wer Samen von wilden Sorten aussät, muss fünf bis sieben Jahre auf die Blüte warten. Bei ausgesäten Gartenhybriden dauert es bis zur Blütezeit etwa ein bis zwei Jahre. Eine andere Variante ist die Vermehrung über die Brutzwiebeln. Wer die Lilienzwiebeln vorsichtig ausgräbt, entdeckt diese im oberen Bereich. Die Mini-Zwiebeln haben das Potenzial, neue Lilien zu bilden. Sie brauchen nur in die Erde gesetzt werden. Viele Lilienarten bilden auch sogenannte Bulbillen aus. Das sind kleine Speicherorgane, die in den Blattachseln sitzen. Aus ihnen können sich ebenfalls neue Lilien bilden. Ausgesät werden sie am besten im Spätsommer, also im September direkt in das Gartenbeet. Nach zwei Jahren hat sich dann eine Lilienzwiebel gebildet, die austreibt und mit etwas Glück auch schon Blüten bildet. Ein großer Vorteil bei der Aussaat über Bulbilben ist, das die vermehrte Lilie kerngesund ist, selbst wenn die Mutterpflanze beispielsweise eine Viruserkrankung hat.

Stempel einer Lilie wird von Hand bestäubt.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es ist gar nicht so schwer, eine eigene Lilie zu züchten. Alles was man braucht sind zwei schöne Pflanzen, die in voller Blüte stehen. So geht's.

MDR FERNSEHEN So 22.07.2018 08:30Uhr 00:45 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflanzen/lilie-vermehren-kreuzen100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Lilien düngen

Solange der Boden nährstoffreich ist, brauchen Lilien nicht viel zusätzlichen Dünger. Grundsätzlich vertragen Lilien keinen frischen tierischen Dünger. Mist muss mindestens zwei Jahre lang gelegen haben und wird grundsätzlich nur um die Pflanze herum gestreut, nie direkt an der Wurzel in den Boden eingearbeitet. Da tierischer Dünger auch nach der Lagerung noch sehr scharf ist, würde die Wurzel verbrennen. Am besten eignen sich normale Volldünger mit wenig Stickstoff und viel Kalium. Der beste Zeitpunkt Lilien zu düngen ist, wenn die Lilien den Austrieb begonnen haben. Danach ist eine Düngung nicht mehr zu empfehlen.

Schädlinge

Das Lilienhähnchen kann den Duftblumen gefährlich werden. Der knallrote kleine Käfer, der aussieht wie ein Marienkäfer ohne Punkte, legt seine Eier unter den Blättern ab. Schlüpfen die Larven ernähren sie sich von den Blättern, die dann schwarz werden und verkümmern. Deshalb sollten die Käfer so früh wie möglich abgesammelt und befallene Blätter großzügig entfernt werden, damit die Larven nicht ausreifen können.

Lilienzüchtungen
Heimische Wildlilien Türkenbund-Lilie (Lilium martagon)
  Martagon wächst auch in unseren heimischen Wäldern. Sie ist auch als Türkenbund bekannt. Die rosafarbenen Blüten sind filigran nach hinten gerollt. Der Türkenbund blüht von Ende Mai bis Anfang Juli und bevorzugt einen sandigen, feuchten Boden. Es darf sich jedoch keine Staunässe bilden.
   
  Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum)
  Die berühmte Lilie im Felde gab es früher in jedem Ackerboden. Durch die Veränderung der Landwirtschaft finden wir diese Lilie heute nur noch in wenigen Gegenden. Sie blüht noch in den Alpen, in Mittelgebirgen auf Flächen die nicht landwirtschaftlich bearbeitet werden. Das größte Vorkommen der Feuerlilie ist ein 80 Hektar großes Stück Land in Govelin bei Lüchow –Danneberg.
   
  Madonnen-Lilie (Lilium candidum)
  Die Madonnen-Lilie ist die dritte Wildlilie, die hierzulande noch vereinzelt wächst. In Oberfranken gelten sie inzwischen als heimisch, obwohl sie ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Die Madonnen-Lilie ist eine Heilpflanze. Eine Tinktur aus den Blütenblättern lindert Hautkrankheiten und wird vorbeugend gegen Narbenbildung eingesetzt. Auch in der Krebsforschung spielt die Lilie  momentan eine große Rosse.
   
Nicht in Deutschland heimische Wildlilien Henrys Lilie ( Lilium henryi )
  Lilium henryi ist eine Wildlilie die sich ausgezeichnet auch in Hausgärten bewährt hat. Mit ihr können auch Hobbygärtner sehr gute neue Sorten züchten. Ursprünglich kommt sie aus China.
   
  Königs-Lilie ( Lilium regale)
  Die Königslilie ist eine Trompetenlilie. Auch sie ist eine sehr wichtige Wildlilie für die Hausgärten. Sie wächst unkompliziert und ist ein wunderbarer Partner für Rosen.
Orientalische Lilie Orientalische Lilien sind eine Züchtung aus Trompetenlilien, deren Blüten nach unten hängen, und Wildlilien, deren Blüten fast aufrecht stehen. Wie viele andere Sorten auch haben die Blüten viele kleine Erhebungen, die wie Bartstoppeln aussehen. Die Blüten sind kräftig und robust. Da die Pflanze viele Knospen bildet, blüht sie sehr lange. Die Oriental-Hybriden sind bei uns nicht wirklich winterhart. In klimatisch wärmeren Gegenden ist die Lilie 'Casablanca' eine sehr robuste Sorte, die auch den Winter gut übersteht. (Sorten: 'Aruba'; 'Berlin'; 'Casablanca')
Asiatische Hybriden/ Pixie-Sorten Die Asiatischen Hybriden sind spezielle Sorten für Schalen oder Töpfe -auch auf dem Balkon. Speziell die Pixie-Sorten bleiben niedrig und werden nur 20 bis 50 Zentimeter hoch. Sie sind meist einblütig, haben sehr kleine Blüten.
Trompetenlilie Die Trompetenlilie wird schon seit 100 Jahren kultiviert. Sie ist eine kräftige im Hochsommer blühende Pflanze. Die Trompetenlilie kann sehr große Blütenstände bilden, deren purpurrot bis kastanienbraun gefärbte Knospen sich zu einer weißen Blüte öffnen. Die Pflanze gedeiht im Beet und in Kübeln. Die Trompetenlilien können bis zu sechs Wochen durchblühen. Alle Blütenfarben sind möglich - außer blau.
Tigrinum Hybriden Züchtungen, die aus der Wildform gezüchtet wurden. Diese Züchtungen zeichnet oft aus, dass sie Bulbillen in den Blattachsen bilden. (Sorten: King Pete; Citronella; Yello Twinkel; Brauner Bär).
O-T Hybriden Orientalische Lilien gekreuzt mit Trompetenlilien ergeben OT-Hybriden - Baumlilien. Sie werden so genannt, weil sie bis zu drei Meter hoch werden. (Sorten: Black Beauty; Friso; Erfordia; Alexandra)
Taglilien Taglilien sind keine Lilien, denn sie haben Wurzeln. Sie werden aber als Lilien gehandelt weil ihre Blüten sehr schön sind und denen der Lilien ähneln. Taglilien haben den großen Vorteil, mit wenig Wasser auszukommen. Mit ihren dicken, fleischigen Wurzeln fangen sie die Niederschläge ein und können somit drei Monate ohne Regen überdauern. Währenddessen blühen sie aber noch genauso schön mit einer etwas reduzierten Blütenmenge. Die Taglilie hat ihren Namen ihrer Blütenpracht zu verdanken. Eine Blüte pro Tag, das macht bei einer Blütezeit von bis zu zwei Monaten bis zu 200 Blüten von der ersten Hauptblüte an. Die Taglilie ist sehr robust. Sie kann flächendeckend im Garten angebaut werden und benötigt keine Pflege. Die Taglilie ist eine sehr vielseitige Pflanze. Sie können die Knospen roh verspeisen oder kurz in Olivenöl anfrittiert genießen. Jede Sorte hat einen ganz eigenen Geschmack, zwischen herb und extrem süß.

Trick: Die Blütezeit verschieben

Planen Sie für nächsten August ein Gartenfest? Möchten Sie ihre Gäste mit einem Garten voll blühender orientalischer Lilien überraschen? Kein Problem: Graben Sie ihre Lilien im Spätsommer aus. Legen Sie den Wurzelballen bei fünf bis zehn Grad Minus in die Gefriertruhe und nehmen sie diesen erst Ende April wieder heraus. Setzen Sie sie dann in den Garten oder in Töpfe, so werden Sie im August blühen.

Name für Lilie gesucht... und gefunden

Lilien-Experte Stefan Strasser hat schon vor mehr als 15 Jahren eine gelbe Lilie mit kleinen brauen Punkten gezüchtet. Jetzt endlich ist sie soweit, in den Handel zu kommen. Aber bis jetzt fehlt ihr noch ein passender Name. Wir baten deshalb unsere Zuschauer über Internet, Facebook und Instagram um Namen-Vorschläge. Viele lustige und schöne Namen haben uns erreicht: Sonnenkönigin, Zitronelle, Limonade Prinzessin. Jetzt steht der Gewinner fest:

Petra Schollmeier, die Regionalleiterin der Gesellschaft für Staudenfreunde, arbeitet an einem Beet.
Petra Schollmeier, Regionalleiterin der Gesellschaft für Staudenfreunde Bildrechte: Daniela Dufft

Gesellschaft der Staudenfreunde e.V. Petra Schollmeyer ist Regionalleiterin der Gesellschaft der Staudenfreunde e.V. Der Verein kümmert sich um den Erhalt vieler alter Staudensorten und die Verbreitung in den Hausgärten. Auch informiert der Verein regelmäßig über Entwicklungen und Züchtungsergebnisse. Bei Fragen rund um Stauden, können Sie sich an den Verein wenden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Juli 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2014, 08:40 Uhr