Pflanzen für sauren Boden Japanische Azaleen: Blütenwunder für den Garten

Rhododendron japanicum

Azaleen sind hierzulande vor allem als Zimmerpflanzen bekannt. Dabei können die Japanischen Azaleen im Garten kultiviert werden. Wichtig ist dabei vor allem die richtige Erde. Wir stellen die kleinen Verwandten der Rhododendren vor und geben Pflegetipps.

vor Felsen wachsen rosarote Azaleen wie große Polster
Azaleen wachsen gern an von der Sonne erwärmten Steinen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Japanische Azaleen gehören wie auch die Zimmerazaleen (Rhododendron simsii) zur Gattung der Rhododendrongewächse, die weltweit etwa 1.000 Arten umfasst. Freiland-Azaleen sind bei uns allerdings bei weitem nicht so verbreitet wie Zimmer-Azaleen.

Auf einen Blick
Heimat China, Tibet, Nepal, Japan
Pflanzenfamilie Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Standort absonnig bis halbschattig, windgeschützt
Pflanzung spätes Frühjahr oder Früherbst
Blüte

rot, rosa, weiß | Doldentrauben
Blätter grün, auch im Winter | Blattform oval bis rund
Wuchseigenschaften kugelförmig und buschig
Boden mäßig feucht, schwach sauer
Nährstoffbedarf mäßig, Humusgaben sind hilfreich
Winterhart ja
Besonerheiten Zierpflanze

Saure Erde für Azaleen

Azaleen sind Moorbeetpflanzen, das heißt sie bevorzugen sauren Boden. Da wir in Deutschland vielerorts keinen sauren Boden haben, muss er entsprechend vorbereitet werden. Die Mühe wird mit einer herrlichen Blütenpracht belohnt. Der Boden sollte einen pH-Wert von 4,5 - 5 haben. Um das zu erreichen, muss die Erde entweder komplett ausgetauscht oder mit einem entsprechenden Substrat, auf dem sie gedeihen, aufgebessert werden.

Im egapark Erfurt wurde die Erde ausgetauscht.
Im egapark Erfurt wurde an manchen Stellen die Erde ausgetauscht, damit dort Azaleen und Rhododendren gedeihen können. Bildrechte: Daniela Dufft

Wer ganz sicher gehen will, dass Azaleen schön kräftig werden und üppig blühen, sollte ein Loch graben. Gartenexperte Horst Schöne empfiehlt eine Größe von mindestens 60 Zentimeter Durchmesser und 60 Zentimeter Tiefe. Das Loch wird mit einer etwa fünf Zentimeter dicken Filterschicht grobkörnigem Sand gefüllt (kein Spielplatzsand, er ist zu fein). Dann wird das Substrat eingebracht und die Pflanze eingesetzt. Als Substrate eignen sich Weißtorf oder Rhododendronerde.

Auch in einem großen Kübel lassen sich Azaleen über Jahre hinweg gut kultivieren. Wichtig ist hier ebenfalls die Drainage-Schicht aus grobem Sand.

Azaleen richtig düngen

Japanische Azaleen reagieren empfindlich als Kalk, daher sollten sie auf keinen Fall mit Gartenkompost gedüngt werden. Am besten verwendet man im Frühjahr vor der Blüte regelmäßig Rhododendrondünger.

Azaleen schneiden

Azaleen 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Blüten in der kalten Jahreszeit Vielfalt der Azaleen

Vielfalt der Azaleen

Zimmer-Azaleen erfreuen uns mit ihrer Blütenpracht in der kalten Jahreszeit. Gärtnerin Reinhild Hillenberg aus Coswig beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Blühkünstlern und zeigt, wie sie vermehrt werden können.

MDR FERNSEHEN So 18.04.2021 08:30Uhr 03:03 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/zimmer-azalee-vermehren-100.html

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Damit die Pflanzen kompakt bleiben, werden sie nach der Blüte geschnitten, allerdings vorsichtig. Zwei bis drei Zentimeter reichen aus. Wichtig ist, die Knospen, die sich nach der Blüte bilden, nicht zu beschädigen. Verblühtes kann aber auch abgezupft werden.

Winterschutz für Azaleen

Fröste bis minus zehn Grad vertragen Azaleen gut. Bei stärkeren Frösten schützt eine Noppenfolie die Pflanze. Eine Polystyrolplatte unter dem Kübel sorgt für zusätzlichen Schutz. Bei Temperaturen über Null müssen Azaleen im Winter immer mal gegossen werden. Pflanzen im Garten können auch mit Fichtenreisig geschützt werden.

Lila Blüten einer Azalee
Nach der Blüte werden Azaleen vorsichtig zurückgeschnitten oder Verblühtes wird ausgezupft, damit die neuen Knospen keinen Schaden nehmen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Azaleen im Japangarten Die Japaner betreiben einen wahren Gartenkult. Der Garten - ist er auch noch so klein - soll Zeit zur Entspannung, zur Erholung und zur Besinnung nach getaner Arbeit bieten. Im Garten wollen die Japaner Stille genießen und meditieren. Kieswege, Brücken und Steine prägen das Bild. Drumherum und mittendrin wachsen Inseln voller Pflanzen oder Moos. Azaleen ziehen sich wie Teppiche über Hänge und Hügel. Kiefern und hohe Gräser spenden Schatten. Es gibt drei Grundthemen der japanischen Gartenkunst: den Trockenlandschaftsgarten, den Teichgarten und den üppig begrünten Teegarten.

Quelle: Horst Schöne, Gartenbauingenieur

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 18. April 2021 | 08:30 Uhr