Traditionelle Heilpflanze Beinwell: Vielseitige und unkomplizierte Wildstaude für naturnahe Gärten

Arznei-Beinwell, Comfrey, botanisch: Symphytum officinale

Der Arznei-Beinwell ist eine traditionelle Heilpflanze. Doch er hilft nicht nur bei Prellungen und Knochenbrüchen. Als heimische Wildstaude schmückt die pflegeleichte Pflanze mit ihren blau-violetten Blüten naturnahe Gärten. Im Sommer kann sie überdies zu Dünger in Form von Jauche verarbeitet werden.

Beinwell im Garten mit blau-violetten Blüten
In naturnahen Stauden-Rabatten oder am Gartenteich sieht der blau-violett blühende Beinwell besonders schön aus. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wer sich den unkomplizierten Beinwell in den Garten holt, sollte wissen: Die wuchsfreudige Wildstaude kommt, um zu bleiben. Sie treibt ohne Schwierigkeiten aus dem Wurzelstock wieder aus, wenn sie zurückgeschnitten wurde. Für naturnahe Pflanzungen und Gärten kann der Beinwell eine Bereicherung sein: Im Sommer öffnen sich kleine, blau-violette oder cremegelbe Blüten, die gerne von Bienen und anderen Insekten angenommen werden. Auch an Gehölzrändern oder am Rand von Gewässern wirkt der Beinwell gut.

Auf einen Blick: Beinwell
Heimat Europa, Asien
Pflanzenfamilie Raublattgewächse (Boraginaceae)
Wuchs bis 150 Zentimeter hohe, aufrecht wachsende Wildstaude
Blüte Trugdolden mit purpurvioletten, blauen, rosafarbenen oder cremegelben Blüten, die rund zwei Zentimeter lang werden
Blütezeit Mai bis September
Standort sonniger, halbschattiger oder schattiger Standort
Boden nährstoff- und humusreich, feucht, aber durchlässig
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Besonderheiten Trachtpflanze für Bienen und andere Insekten; für die Zubereitung von Jauche als Dünger geeignet; wird in der Naturheilkunde bei Prellungen, Verstauchungen und Knochenbrüchen verwendet

Beinwell im Garten pflanzen und pflegen

Die Wildstaude fühlt sich auf eher feuchten Böden wohl, die reich an Nährstoffen und Humus sind. Der Standort darf sonnig bis schattig sein. Einmal eingewachsen, benötigt der Beinwell keine besondere Pflege. Wer der Wildstaude im Frühling etwas Gutes tun möchte, versorgt sie mit einer Mulchschicht aus Komposterde. Nach dem Winter können auch die abgestorbenen Triebe entfernt werden, so dass mehr Platz für den Neuaustrieb ist.

Beinwell vermehren

Die Staude kann im Frühjahr einfach geteilt und umgesetzt werden. Eine Vermehrung über Aussaat ist auch möglich. Da Beinwell problemlos aus Wurzelteilen austreibt, kann er überdies über Wurzelschnittlinge vermehrt und in anderen Gartenbereichen angesiedelt werden.

Beinwell verwenden

Permakultur-Gärtner Hendrik Noßmann schneidet Beinwell-Kraut für Jauche
Frisch geernteter Beinwell kann zu pflanzlichem Dünger in Form von Jauche verarbeitet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Aus frischem Beinwell lässt sich ganz einfach selbst eine Jauche herstellen, die sich als Dünger für viele Pflanzen eignet. Darüber hinaus kommt Beinwell - in Form von Salben oder Umschlägen - in der Naturheilkunde zum Einsatz: bei Prellungen, Verstauchungen, Brüchen und anderen Sportverletzungen. Mit dem Heilkraut sollte aber auf keinen Fall ohne medizinische Anleitung zu Hause experimentiert werden. So enthält Beinwell giftige Alkaloide und wird daher nur äußerlich angewendet. Am besten lässt man sich zur Anwendung von Beinwell in der Apotheke oder beim Arzt beraten.

Lila Blüten von Beinwell-Pflanzen im Garten 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. August 2020 | 08:30 Uhr