Erdbeeren (nah)
Süße, aromatische Erdbeeren können Sie auf einem Beet oder Feld im (Klein-)Garten auch selber anbauen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Mit Profi-Tipps Erdbeeren im eigenen Garten anbauen und ernten

Im Wonnemonat Mai beginnt die Erdbeerzeit. Damit die Früchte süß schmecken und schön saftig werden, brauchen sie gute Bedingungen. Wir erklären, worauf es beim Anbau von Erdbeeren ankommt und auf welchen Böden die Pflanzen am besten gedeihen. Außerdem gibt es Tricks, wie man die Erntezeit verlängern kann. Und wer noch in diesem Jahr ernten möchte, aber bis jetzt noch keine gepflanzt hat – kein Problem. Mit Erdbeerpflanzen aus dem Kühlhaus ernten Sie in zehn Wochen Früchte.

Erdbeeren (nah)
Süße, aromatische Erdbeeren können Sie auf einem Beet oder Feld im (Klein-)Garten auch selber anbauen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Im Juni anbauen – im August ernten

Im Juni können Sie nicht nur Erdbeeren ernten, sondern auch noch pflanzen und zehn Wochen später Früchte ernten. Neben den Erdbeeren im Topf gibt es auch für Hobbygärtner Profi-Pflanzmaterial, das in Kühlzellen auf seinen Einsatz wartet, so genannte Frigo-Pflanzen.

Sie sind wurzelnackt - also ohne Erde - kosten weniger als getopfte Pflanzen und sind online bestellbar. Für alle Pflanzen aus dem Kühlhaus gilt: Schon im Pflanzjahr bilden sich nach zehn Wochen Erdbeeren. Geeignet sind sie sowohl fürs Beet als auch für den Balkonkasten. Die Erntemenge ist allerdings unterschiedlich. Besonders ertragreich sind Powerplugs, das sind besonders gut bewurzelte Frigopflanzen.

Wurzelnackte Erdbeeren ohne Topf.
Erdbeerpflanzen aus dem Kühlhaus Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Friogopflanzen wurden im vergangenen Jahr angezogen und dann eingekühlt und sobald sie die Pflanzen pflanzen, denken die, es ist Sommer. Und nach 10 Wochen können Sie die ernten.

Peter Meinhardt | Erdbeerprofi aus Landsberg

Im nächsten Jahr ist der Zauber aber vorbei. Dann sind die Pflanzen wieder in ihrem Rhythmus und die Erdbeeren zu ihrem ganz normalen Erntezeitpunkt reif.

Erdbeeren auf einen Blick
Heimat gemäßigte Zonen der Nordhalbkugel
Pflanzenfamilie Rosengewächse (Rosaceae)
Wuchs niedrige, Blattrosette bildende Staude
Blüte ja; blüht weiß, je nach Sorte auch rosa oder pink
Blütezeit ab Mai
Früchte klein bis mittelgroße, rote oder gelblich-weiße, süße, aromatische Sammelfrüchte
Standort sonnig
Boden lockere, sandig-humose Böden, in denen sich keine Staunässe bildet
Pflege bei Trockenheit während der Fruchtbildung gießen, nach Austrieb düngen. Boden lockern und beispielsweise mit Stroh mulchen
Winterhart ja
Mehrjährig ja
Lebensdauer Erdbeerpflanzen sollten nach dem zweiten Erntejahr ersetzt werden.
Besonderheiten Viele Sorten sind selbstfruchtbar. Beim Anbau im Garten sollte überdies nach drei Jahren ein Fruchtwechsel erfolgen: Der Boden braucht dann mindestens eine dreijährige Erdbeerpause. So wird Bodenmüdigkeit und Krankheiten vorgebeugt.
Verwendung Die Früchte werden roh oder im Kuchen, als Marmelade oder in Süßspeisen verwendet.

Anforderungen an den Boden

In Bezug auf Klima und Boden sind die Pflanzen verhältnismäßig anspruchslos. Sie bevorzugen aber sandig-humose, durchlässige Böden. Ein lehmiger Untergrund ist für den Anbau weniger geeignet. Die meisten Früchte bilden Erdbeeren an einem sonnigen Platz. Erdbeeren schätzen Böden mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,5. In Mittelthüringen beispielsweise liegt der pH-Wert durchschnittlich bei über sieben.

Ein Mann mit grüner Latzhose hält zwei Erdbeerkörbe in den Armen.
Gärtner Carsten Gloria baut Erdbeeren an. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Erdbeeren wurzeln eher flach. Deshalb ist es wichtig, den pH-Wert im Oberflächenbereich zu senken, wie Gärtnermeister und Landwirt Carsten Gloria von der gleichnamigen Gärtnerei in Erfurt sagt. Das werde erreicht, indem dem Boden regelmäßig in kleinen Gaben sauer wirkende, sulfathaltige Düngemittel zugeführt werden. Schwefelsaurer Ammoniak zum Beispiel ist demnach sehr gut wasserlöslich und kann sowohl ausgestreut als auch über Tropfschläuche mit dem Gießwasser ausgebracht werden. Fertige Erdbeerdünger sind auf den Nährstoffbedarf der Erdbeeren abgestimmt, bringen allerdings keine pH-Wert-Absenkung.

Erdbeeren lieben Böden, die mit organischem Material, wie zum Beispiel Stroh oder Mist, bedeckt sind. Der Düngewert ist zwar nur gering, allerdings bringen solche organische Zugaben vor allem eine Strukturverbesserung des Bodens. Der Feuchtigkeitsgehalt der Erde bleibt konstant, es wachsen weniger unerwünschte Kräuter zwischen den Erdbeerpflanzen.

Erdbeeren gedeihen am besten bei gemäßigtem Klima. Sie stammen ursprünglich aus Südamerika. In ihren Herkunftsgebieten ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es regnet viel häufiger als bei uns. Deswegen müssen wir hierzulande den Erdbeerpflanzen helfen: Sie dürfen nicht austrocknen, aber auch nicht unter Staunässe leiden.

Küchengarten Erdbeersorten vorgestellt

Erdbeeren schmecken köstlich und verzaubern so manchen Garten mit einer herrlichen Blüte. Wir stellen Ihnen verschiedene Sorten vor, die sich auch für den Blumenkübel auf dem Balkon eignen.

Rosa Blüte an Erdbeere der Sorte 'Pink Princess'
Die immertragende Erdbeere 'Pink Princess' bildet während der Blütezeit von Mai bis September rosa Blüten. Dank ihres kompakten Wuchses und ihrer länglichen, süßen Früchte ist sie eine beliebte Balkon-Erdbeere. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rosa Blüte an Erdbeere der Sorte 'Pink Princess'
Die immertragende Erdbeere 'Pink Princess' bildet während der Blütezeit von Mai bis September rosa Blüten. Dank ihres kompakten Wuchses und ihrer länglichen, süßen Früchte ist sie eine beliebte Balkon-Erdbeere. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Pinkfarbene Blüte an Erdbeere der Sorte 'Viva Rosa'
Ebenfalls eine Zierde für Balkon und Terrasse: die immertragende Erdbeere 'Viva Rosa' mit ihren Blüten in kräftigem Pink. So vereint sie Zier- und Nutzgarten, denn die Früchte schmecken süß. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weiße Blüten an Erdbeere der Sorte 'Schneewittchen'
Die Erdbeere 'Snow White' bildet nicht nur weiße Blüten, sondern auch weiße Früchte. Diese sind reif, wenn sie einen Hauch von Rosa angenommen haben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Mai 2019 | 08:30 Uhr

Die Pflanzzeit für Erdbeeren ist im Sommer

Für Erdbeeren gilt: Ein Pflanzjahr - zwei Erntejahre. Pflanzen können bis Ende Juli, spätestens Anfang August gesetzt werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte mindestens 25 bis 30 Zentimeter betragen. Die kleinen Pflanzen können dann vor dem Winter ausreichend Wurzeln bilden. Dabei gilt: Je mehr Wurzeln, desto besser der Ertrag.

Carsten Gloria rät, nur neue Pflanzen zu setzen und keine Absenker von Erdbeeren zu verwenden. So werden Pilzkrankheiten eingedämmt. Wer ausreichend Platz im Garten hat, sollte außerdem die Anbaufläche wechseln und dem alten Erdbeerbeet im Rahmen eines Fruchtwechsels mindestens drei Jahre Ruhe gönnen. Nur so kann sich der Boden wieder erholen. Kartoffeln sind als Vorkultur ungünstig. Vergleichsweise gute Vorkulturen sind Zier- oder Zuckermais, Gras oder Hülsenfrüchte.

Sortentipps von Carsten Gloria | Erdbeerexperte aus Erfurt Frühe Sorte: 'Clery' (sehr weiche Frucht, druckempfindlich, anfällig für Krankheiten.)
Mittlere Sorte: 'Kimberly'
Späte Sorte: 'Malwina' (eignet sich hervorragend für die Verarbeitung, intensiv im Aroma, kräftige Farbe)

Stroh hilft gegen Dreck und Austrocknen

Unter Erdbeerfrüchten wurde Stroh verteilt
Das Stroh sorgt dafür, dass die Früchte sauber bleiben. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Stroh bringt den Effekt, dass die Früchte sauber bleiben und die Beeren nicht mit der Erde in Berührung kommen. Das Stroh sollte spätestens während der Blüte auf dem Beet dicht um die Pflanzen herum verteilt werden. Regnet es, können die Blätter und die Früchte schneller wieder trocknen. Außerdem werden die Früchte durch das Spritzwasser nicht verdreckt.

Der Zeitpunkt der Stroheinlage beeinflusst die Erntezeit. Um die frühen Sorten wird das Stroh spät eingelegt, um die späten Erdbeeren wird das Stroh früh ausgebreitet.

Übrigens: Erdbeeren müssen nicht für sich alleine stehen. In einem Kräuter- oder Blumenbeet sind sie schöne und schmackhafte Begleitpflanzen. Kräuter sind meist mit wenig Dünger zufrieden. Die Erdbeeren brauchen zwar etwas mehr, doch sie passen sich an und tragen dann eben weniger. Übrigens: Remontierende Sorten eignen sich auch als Beet-Einfassung.

In Bildern Erdbeer-Krankheiten, Schäden und Mangelerscheinungen

Erdbeerpflanzen sind empfindlich gegenüber verschiedenen Pilzkrankheiten. Haben die Pflanzen einen Pilzbefall, müssen kranke Früchte schnell entfernt werden. Beispiele und weitere Schäden an Erdbeeren zeigen wir hier.

Graue mit Schimmel überzogene Erdbeere
Grauschimmel befällt nur die Früchte, nicht die Pflanze. Ein Pilz dringt meist über eine Schadstelle, die durch Hagel oder Tier-Fraß entstanden sein kann, in die Frucht ein. Hier hilft nur, die befallenen Früchte abzusammeln. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Erdbeerpflanze mit erfrorener Blüte
Wenn es im späten Frühjahr noch einmal Frost gibt, können die schon geöffneten Blüten der Erdbeeren Schaden nehmen und erfrieren. Verfärbt sich der Blütenboden schwarz, kann daraus keine Frucht mehr entstehen. Bei gesunden Blüten ist der Blütenboden goldgelb. Für die noch geschlossenen Knospen besteht Hoffnung. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Graue mit Schimmel überzogene Erdbeere
Grauschimmel befällt nur die Früchte, nicht die Pflanze. Ein Pilz dringt meist über eine Schadstelle, die durch Hagel oder Tier-Fraß entstanden sein kann, in die Frucht ein. Hier hilft nur, die befallenen Früchte abzusammeln. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Grüne Erdbeere mit eingetrockneten Stellen
Eine andere Pilzkrankheit ist die Colletotrichum-Fruchtfäule. Diese Erdbeere zeigt die Krankheit im Anfangsstadium. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Erdbeere mit fauliger Stelle
Die Beeren faulen und fallen zusammen. Vorbeugend gegen Colletotrichum werden im erwerbsmäßigen Anbau schon während der Blüte Fungizide eingesetzt. Beim Anbau im eigenen Garten ist vor allem wichtig, optimale Bedingungen für das Gedeihen der Erdbeeren zu schaffen: ausreichend Platz, ein geeigneter Standort, richtiges Gießen und Fruchtwechsel. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Verschrumpelte, kleine Erdbeere
Die Lederbeerenfäule (Phytophtora cactorum) ist eine Pilzkrankheit, die im Boden steckt. Sie ist besonders tückisch, da nichts gegen diesen Pilz hilft. Hier kann wirklich nur ein neuer Standort gefunden werden. Der Pilz befällt die Pflanze entweder über die Wurzeln oder über die Früchte, die auf dem Boden liegend wachsen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Hellgrüne Erdbeerblätter mit dunkelgrünen Adern
Eisenmangel erkennt man daran, dass die Blätter der Pflanzen hellgrün und die Adern dunkelgrün sind. Ursache kann der zu hohe pH-Wert im Boden sein. Dieser hindert die Pflanzen daran, die Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen. Hier hilft es, dem Boden regelmäßig in kleinen Gaben sauer wirkende, Sulfat-haltige Düngemittel mit dem Gießwasser zuzuführen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Erdbeerblatt mit weißen Punkten, die einen dunklen Rand haben
Wenn sich runde weiße Flecken mit einem braunroten Rand über das Blatt verteilen, handelt es sich um die Weißfleckenkrankheit. Diese Krankheit erscheint häufig erst nach der Fruchtreife. Ähnlich sieht auch die Rotfleckenkrankheit aus, allerdings zeigt sich bei ihr kein weißer Kern auf den Blättern. Bei starkem Befall färbt sich das Laub karminrot. Nach der Ernte sollten die Blätter der Pflanze komplett entfernt werden. Nur so kann der Befall im nächsten Jahr vermindert werden. Eine Kompostierung ist möglich. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Eingerolltes Erdbeerblatt, das am Rand lila ist
Der Erdbeermehltau tritt an Früchten, Blüten und Blättern auf. Auf den Unterseiten der Blätter bildet sich ein weißer Mehltaubelag, die Blätter färben sich rötlich bis violett und rollen sich nach oben. Die Früchte reifen nicht aus und sehen schließlich wie weiß gepudert aus. Auch hier müssen alle kranken Pflanzenteile entfernt werden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
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Krankheiten vorbeugen

  • Widerstandsfähige Sorten pflanzen.
  • Fruchtfolge beachten: Regelmäßig Beet und Pflanzen wechseln.
  • Weiten Pflanzenabstand wählen, damit das Laub bei Feuchtigkeit schnell abtrocknen kann.
  • Spätestens während der Blüte Stroh im Beet ausbringen. So können die Pflanzen besser abtrocknen und die Beeren bleiben sauber.
  • Zu starke Stickstoffdüngung insbesondere im Frühjahr vermeiden.

Erntestaffelung: Die Erntezeit der Erdbeeren verlängern

Mit kleinen Tricks kann man dafür sorgen, dass Erdbeeren länger geerntet werden können. Voraussetzung ist, dass man frühe und späte Sorten anbaut. Zusätzlich kann dann das Wachstum früher Sorten beschleunigt und das Wachstum später Sorten verlangsamt werden.

Den Reifeprozess beschleunigen:

Schwarze Folie liegt um eine Erdbeerpflanze
Durch die Folie erwärmt sich die Erde schneller. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Wer Erdbeeren - ähnlich wie Kartoffeln - in Dammkultur anbaut, beschleunigt den Reifeprozess. Der Boden erwärmt sich im Frühjahr schneller, da die Erdoberfläche größer ist. Wird der Damm zusätzlich mit schwarzer Mulch-Folie abgedeckt, verstärkt sich der Effekt nochmals. Jeder Eingriff bringt eine Zeitverschiebung im Reifeprozess. Eine zusätzliche Abdeckung mit Vlies oder Lochfolie sorgt ebenfalls dafür, dass die Erdbeeren schneller reifen. Insgesamt kann man so einen Vorsprung von gut 20 Tagen schaffen.

  • Damm und schwarze Folie: + 3 bis 4 Tage
  • Einfache Abdeckung mit Vlies: + 5 Tage
  • Doppelabdeckung mit Vlies und Lochfolie: + 10 Tage
  • Foliengewächshaus: + 14 Tage

Die Ernte verzögern:

Schon im Winter, wenn der Boden gefroren ist, werden späte Erdbeersorten mit einer 15 Zentimeter starken Schicht Stroh abgedeckt. Der Boden kann sich nur langsam erwärmen - so wird der Vegetationsbeginn verzögert.

Erdbeeren essen und waschen

Carsten Gloria isst schon sein ganzes Leben lang ungewaschene Erdbeeren:

Ungewaschene Erdbeeren schmecken einfach besser.

Carsten Gloria | Erdbeerexperte aus Erfurt

Erdbeeren werden zwar mit Fungiziden behandelt, allerdings gibt es strenge Vorgaben, wie viel Zeit zwischen Behandlung und Ernte liegen muss. Sind die Früchte reif, haben sich die Wirkstoffe der Pflanzenschutzmittel wieder abgebaut.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Mai 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2014, 08:40 Uhr