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Nur die weiblichen Ginkgos tragen im Herbst Früchte. Die Samenschalen erinnern an Mirabellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Urtümlicher Exot

Ginkgo: Prachtvoller Stadtbaum mit langer Geschichte

Fächerblattbaum, bot. Ginkgo biloba

Stand: 18. November 2019, 14:31 Uhr

Fächerförmige, hellgrüne Blätter, die sich im Herbst goldgelb verfärben: Das Laub der Ginkgos ist einmalig. Die urtümlichen Bäume gedeihen auch in der Stadt und eignen sich sogar für eher unerfahrene Gartenbesitzer.

Ginkgos wuchsen schon vor Millionen Jahren auf der Erde, auch in Deutschland finden sich Versteinerungen mit den typischen Blattabdrücken. Heimisch sind die Bäume heute noch in China, werden aber auf der ganzen Welt angepflanzt. Sie eignen sich auch als Anfängerbäume für weniger erfahrene Gartenbesitzer, da sie wenig Pflege brauchen und keine besonderen Ansprüche an ihren Standort stellen. Autoabgase und städtisches Klima machen Ginkgos nicht viel aus. Lediglich Streusalz können sie nicht leiden.

Schöne Laubgehölze mit kleinen Kronen

Ein Baum für kleinere Gärten ist der Ginkgo. Dieser Baum der Sorte ′Mariken′ ist schon 20 Jahre alt und die kompakte Krone hat einen Durchmesser von etwa 2,50 Meter.

Weitere, schöne und kompakte Sorten mit einem ähnlichen Wuchs sind ′Globus′ und ′Troll′. Die Sorte ′Simon‘ wächst hingegen buschiger.
Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Das tolle Laub des Ginkos. Wobei Laub gar nicht stimmt. Der Ginko ist ein Nadelbaum. Die Blätter bestehen aus vielen Nadeln die aneinanderkleben und so aussehen wie ein Blatt. Wunderschön! Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Perfekt für den Miniaturgarten: Der Zierapfel ′Pomzai′ ist auch nach 20 Jahre noch klein und schön kompakt. Die Krone wird nicht viel größer als 1,5 bis maximal 2 Meter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
′Pomzai′ ist ideal für kleine Gärten. Im Frühjahr bildet der Baum eine wunderschöne Blüte, die Früchte färben sich ab August rötlich ein. Im Herbst ist der Baum ein wahrer Hingucker. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Zwerg-Kaiser-Eiche 'Carl Ferris Mil wird ein stattlicher Baum, bleibt aber im Vergleich zu ihren riesigen Geschwistern (Dentata) relativ klein. Die Krone wird etwa sechs Meter breit und beeindruckt durch imposantes Laub. Ein Blatt kann stattliche 30 Zentimeter lang werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Im Herbst färben sich die Blätter gelb-orange ein und werden schließlich  schokoladenbraun. Das Besondere: Die Blätter bleiben auch im Winter am Baum und fallen erst im Frühjahr ab - ein schöner Sichtschutz auch im Winter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Auch die Rinde der Zwergkaisereiche sieht sehr dekorativ aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Wacholderdrosseln, Amseln und Co. lieben diesen Baum. Der Apfeldorn wächst sehr kompakt und wird insgesamt sechs bis sieben Meter hoch. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Diese Exemplare des Apfeldorns wurden vor etwa 20 Jahren in die Stadt Schönstedt gesetzt. Sie sind stattlich gewachsen, aber immer noch kompakt und nicht zu groß. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Die Bäume bleiben bis in den Dezember hinein grün und tragen schöne große, intensiv rote Früchte. Die Krone erreicht einen Durchmesser von etwa 4 Meter. Aber Vorsicht: An der Rinde sitzen große Dornen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Der Zierapfel ′Freija′ wird etwas größer und ist auch eine Augenweide. Die Früchte sind rot. Die Krone wird fünf bis sechs Meter breit. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gelbe Früchte trägt der Zierapfel ′Golden Hornet′. Im Wuchs ähnelt der dem Zierapfel ′Freija′. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Zwergkastanie Aesculus pavia ′Koehnei′ wächst schirmartig, die Krone erreicht nach 20 Jahren einen Durchmesser von etwa 2,50 Meter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Kastanie hat eine tolle orangefarbene Blüte im Mai. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Kastaniensorte ′Monstrosa′ ist etwas ganz Besonderes. Sie wächst krüppelig, bizarr. Ihr Wuchs ist immer für Überraschungen gut. Die Blätter sehen aus wie klassische Kastanienblätter, bleiben aber klein. Früchte werden nicht gebildet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Herbstfärbung des Amberbaums ′Liquidambar′ ist kaum zu übertreffen. Er leuchtet tiefrot und erfreut so viele Gärtnerherzen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Der Baum selbst wird je nach Unterlage 8 bis 10 Meter hoch. Die Krone wächst sehr langsam und wird im Durchmesser sechs bis sieben Meter breit. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Auch eine Empfehlung von Gärtnermeister Thomas Ackermann – der Amerikanischer Streifenahorn. Nach 20 Jahren erreicht der Baum eine Höhe von maximal fünf Metern. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Er hat schönes, lindgrünes Laub, das sich im Herbst gelb färbt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Verliert der Baum seine Blätter, kommt die Rinde erst richtig zur Geltung. Sie trägt eine gestreifte Maserung. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Grandiose Bäume sind Platanen (Platanus): In Städten sieht man oft die Riesen wachsen, deren ausladende Kronen 20 Meter erreichen können. Eine Nummer kleiner ist die Platane ′Alphens Globe′. Dieser 15 Jahre alte Baum hat eine Krone mit einem Durchmesser von etwa sechs Metern. Der Baum wächst langsam und lässt sich auch durch Schnitt gut in Form halten. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Kleinwüchsige Ginkgo-Züchtungen und Sorten mit hängender Wuchsform

Wer sich für die urtümlichen Bäume begeistert, kann sich im Herbst ein Exemplar in den Garten holen.

Bei älteren Ginkgos ist keine besondere Pflege mehr nötig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ginkgos wachsen eher langsam, können aber über 20 Meter hoch werden. Es gibt sowohl kleinwüchsige Sorten (′Mariken′) als auch säulenförmige (′Princeton Sentry′) oder hängende (′Pendula‘) Ginkgo-Züchtungen auf dem Markt. Mit besonders ausgeprägter Herbstfärbung besticht ′Autumn Gold′. Kleinwüchsige Sorten können sogar im Topf gepflanzt oder als Hochstämmchen kultiviert werden.

Ginkgos gelten als trockenheitsverträgliche Bäume. Sie kommen in der Regel ohne zusätzliche Bewässerung durch den Sommer, wenn sie einmal richtig angewachsen sind. Frisch gepflanzte Bäume sollten jedoch gegossen werden, um das Anwurzeln zu fördern. Bei älteren Ginkgos ist keine besondere Pflege mehr nötig. Zwerge wie ′Marieken‘ können durch Entspitzen in Form gehalten werden. Verwendung finden Ginkgos als einzeln stehende Bäume oder in lockeren Gehölzgruppen.

Samenschalen der weiblichen Ginkgos riechen unangenehm

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ZiergehölzGinkgo-Sammler in Weimar veredelt eigene Bäume im Garten

Erst nach 20 bis 30 Jahren zeigt sich ob, ein Ginkgo-Baum männlich oder weiblich ist. Nur die weiblichen Exemplare tragen im Herbst Früchte. Sie sind nur selten zu finden und bei Gartenbesitzern eher unbeliebt, weil die fetthaltigen Samenschalen beim Verrotten unangenehm stinken. Die stärkehaltigen Ginkgosamen im Inneren sind allerdings essbar.

Der Ginkgo ist der einzige lebende Vertreter einer ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Er wird daher auch als lebendes Fossil bezeichnet. In Deutschland erwachte die Begeisterung für Ginkgos im 18. Jahrhundert, als exotische, eigenwillige Pflanzen in Mode kamen. So inspirierte die eigentümliche Blattform der Ginkgos Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1815 zu einem Liebesgedicht.

Auf einen Blick
PflanzenfamilieGinkgogewächse
Wuchsanfangs schmal, ausgewachsene Bäume erreichen eine Höhe von 20 bis 30 Metern und eine Breite von bis zu 15 Metern
Laubcharakteristische, hellgrüne, fächerförmige Blätter, die sechs bis zehn Zentimeter lang werden; prachtvolle, goldgelbe Herbstfärbung
Blütenan männlichen Pflanzen längliche, gelbe Kätzchen, an weiblichen blassgrüne Blüten
BlütezeitMärz und April
Früchteeiförmige bis rundliche, an Mirabellen erinnernde Früchte, die zunächst grün und später orangegelb sind
StandortSonne bis lichter Schatten
Bodenmäßig trocken bis feucht, tiefgründig und durchlässig; nährstoffreich, humos; schwach sauer bis alkalisch
winterhartja; sommergrüner Baum
BesonderheitenDer Ginkgo ist zweihäusig. Die Schale der Samen, die nur an weiblichen Bäumen wachsen, riecht beim Verrotten unangenehm. Die stärkehaltigen Samen selbst sind essbar. Ginkgos können sehr alt sein, in Weimar zum Beispiel steht ein Exemplar, das um 1820 gepflanzt wurde - zu Lebzeiten des Dichters Johann Wolfgang von Goethe.

Ginkgos entwickeln sich zu stattlichen, hohen Bäumen. Es gibt aber auch schirmförmig hängende Sorten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 24. November 2019 | 08:30 Uhr

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